Der DAX zeigt eine beeindruckende Stärke. Er läuft viel
besser als die Wall Street und schlechte Nachrichten werden nach 1
bis 2 Tagen gut verdaut, wenn der erste Schock überwunden ist. Über
die Gründe kann aktuell nur spekuliert werden aber es ist zu
erkennen, dass aktuell Geld in deutsche Assets (Aktien und auch
Anleihen) fließt. Eine tradingtechnische Erklärung für die Stärke
des DAX gegenüber der Wall Street: Im Dezember und auch Anfang des
neuen Jahres war klar ersichtlich, dass in den USA weniger akute
Probleme vorliegen als in Europa und entsprechend lief die US-Börse
auch besser als die europäischen. Viele Trader haben dann massiv
Spreads S&P 500-long gegen DAX- oder Eurosotxx50-short
aufgebaut. Jetzt laufen diese Trades immer weiter in den Verlust und
werden glattgestellt. Aber das ist nur eine Facette der DAX-Stärke.
Wichtiger ist wohl:
Seit dem riesigen 3-Jahres-Tender der EZB ist unheimlich viel
Liquidität im Markt, die angelegt werden will. Es herrscht
fast schon ein Anlagenotstand, was auch das Akzeptieren eines
Minus-Zinses belegt. Das meiste Geld fließt in die Bondmärkte, was
die Stärke des Euro Bunderklärt, der sich ja trotz eines steigenden
DAX in der Nähe seines Hochs hält. Doch ein Teil der Liquidität
findet eben auch den Weg an den Aktienmarkt und lässt die Kurse
steigen. Zusätzlich sind auch Umschichtungen von Südeuropa in
Richtung Deutschland dabei, weshalb der Eurostoxx50 nicht richtig
mitkommt (seit 30.12. 3,4 % Kursplus gegenüber 7,3 beim DAX).
Jedenfalls kann man festhalten, dass die Aufwärtsbewegung im DAX vor
allem liquiditätsgesteuert ist. Die Liquiditätsflutung ist wohl auch
der Grund dafür, dass der Euro (aufgrund des Überangebots an Euro)
so schwächlich bleibt, obwohl die Aktien steigen. Und deshalb
steigen z.B. auch die Metalle trotz eines stabilen Dollars.
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Hans-Jürgen Haack, Börsenbrief HAACK-DAILY |
Hans-Jürgen Haack, studierter Wirtschaftswissenschaftler, verfügt über mehr als 25 Jahre Börsenerfahrung und war von 1989 bis 2010 als Derivatespezialist im Hause Bernecker angestellt, dort verantwortlich für die Publikationen "AB Tradings" und "Die Termin-Börse". Unter dem Dach von PP-Brokerage gibt er nun im täglichen Börsenbrief „HAACK-DAILY“ konkrete Empfehlungen für Hebelprodukte, Futures, Optionsscheine, CFDs sowie Stillhalteroptionen (EUREX) und deckt dabei neben den wichtigsten Indizes auch Währungen, Zinsen, Rohstoffe sowie Einzelaktien ab. Weitere Informationen zu diesem Börsenbrief und dessen Performance finden Sie unter www.haack-boersenbrief.de
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