Gold gehörte im vergangenen Jahr erneut zu den großen Gewinnern an
den weltweiten Kapitalmärkten. Bereits zum elften Mal in Folge
beendete das Edelmetall ein Börsenjahr mit einem Aufschlag und
markierte Anfang September 2011 bei rund 1.920 US-Dollar je Feinunze
ein neues Rekordhoch. In den folgenden Monaten kam es dann zu einem
Rücksetzer. Seit Ausbildung des neuen Hochs fiel der Preis für Gold
in der Folge auf rund 1.570 US-Dollar je Feinunze zurück. Kurz vor
Silvester gab es eine erneute Korrektur. Anleger sehen sich, nach
dem stetigen Aufwärtstrend der vergangenen Jahre , nun also mit
einem ungewohnten Verhalten des Goldpreises konfrontiert. Ein
weiteres, auffälliges Merkmal ist die zuletzt sehr hohe Korrelation
von Gold mit anderen Anlageklassen wie beispielsweise Aktien. So
verzeichnete der Goldpreis bei Einbrüchen der Aktienmärkte analoge
Abschläge. Aufgrund dieser neuartigen Analogie stellen
Marktbeobachter bereits zunehmend den Status von Gold als sicheren
Hafen in Frage.
Ein Beispiel hierfür zeigte sich im Laufe der letzten Woche, als der
Goldpreis nach einem positiven Kursverlauf in den vorigen Tagen
angesichts der Herabstufung von neun Euroländern, inklusive
Frankreich, stark unter Druck geriet. Außerdem unterstützte der
starke US-Dollar diesen Effekt. Die US-Währung zeigt sich im
Verhältnis zu vielen anderen Währungen inzwischen stark verteuert.
Da Gold in US-Dollar gehandelt wird, führt ein stärkerer US- Dollar
zu einem höheren Goldpreis für Investoren aus anderen
Währungsräumen. Die Folge: Eine deutlich geringere globale
Nachfrage, denn die nachlassende Nachfrage betrifft mit Indien und
China die beiden größten Käufer von Gold. Durch den Einbruch der
Rupie beispielsweise ist das Edelmetall in Indien gerade besonders
teuer. In Euro gerechnet fallen die Preisrückgänge der vergangenen
Monate übrigens deutlich gemäßigter aus: Grund ist die europäische
Finanzkrise, die den Euro gegenüber dem US-Dollar und anderen
Währungen schwächt. Ein weiterer Faktor der den Preis des
Edelmetalls drückt, ist die globale Minenproduktion, die aufgrund
des hohen Goldpreises deutlich zunahm. Daraus resultiert ein Anstieg
des Goldangebots.
Allerdings erscheint es auf absehbare Zeit als unwahrscheinlich,
dass Gold gänzlich an Wichtigkeit einbüßt. Gerade angesichts der
gegenwärtig geringen bzw. negativen Realzinsen für vergleichsweise
sichere Anlagen wie US-Bonds und Bundesanleihen ist eine
Abschwächung der weltwirtschaftlichen Relevanz momentan kaum
denkbar. Es besteht die Gefahr, dass in Staatsanleihen angelegtes
Geld an Kaufkraft verliert, denn eine lockere Geldpolitik der
Notenbanken kann zu niedrigen Renditen bei Staatsanleihen führen.
Angesichts des niedrigen Zinsniveaus gibt es also durchaus Argumente
für ein Goldinvestment. Dennoch, zu euphorisch sollte man nicht
sein. Die expansive Geldpolitik der Notenbanken ist in erster Linie
dem Zweck geschuldet, die Lage an den Finanzmärkten zu
stabilisieren. Gelingt dies, könnte entsprechend auch die
Attraktivität von Gold wieder nachlassen.
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Société Générale, sg-zertifikate.de |
Vita neu: Die Société Générale Group gehört zu den führenden Investmentbanken der Eurozone. Das Herzstück ist die exzellent aufgestellte Corporate & Investment Banking Sparte. Hierbei gehört die Société Générale weltweit zu den führenden Banken in den Segmenten Eurokapitalmärkte, Derivate und strukturierte Finanzierungen.
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