SJB FondsEcho.Stadtstaat. Erfolgreich. HSBC GIF Singapore Equity .



19:23 19.01.12

SJB FondsEcho. HSBC GIF Singapore Equity. MiFID-Risikoklasse nach MFX: 5.

 

Stadtstaat. Erfolgreich.

 

Selbst im Krisenjahr 2011 hat der Stadtstaat Singapur, konkurrenzlos günstig an der Spitze der malaiischen Halbinsel gelegen, ein Wirtschaftswachstum von 4,8 Prozent verzeichnen können. Zwar ist für das laufende Jahr mit einem konjunkturellen Rücksetzer zu rechnen, trotzdem ist die langfristige Erfolgsstory intakt. Das stetige Wachstum der Wirtschaft von Singapur basiert auf der Attraktivität des Standortes für internationale Investoren. Wegen seiner günstigen Lage sowie seiner wirtschaftsfreundlichen Politik schafft es das kleine Singapur, fast doppelt so viele deutsche Direktinvestitionen anzuziehen wie das riesige Indien. In dem Stadtstaat mit 5,1 Millionen Einwohnern liegt das BIP pro Kopf an dritter Stelle weltweit und noch über dem der USA. Das Land ist bereits jetzt in vielen Bereichen Weltspitze. Der Handel- und Dienstleistungssektor hat sich stetig weiterentwickelt, auch in vielen Bereichen der Zukunfts- und Umwelttechnologien ist Singapur führend. Dazu kommt der Ruf als „Finanzzentrum Asiens“. Schätzungen von Pricewaterhouse-Coopers zufolge, könnte das Land bereits 2013 die Schweiz als weltweit wichtigstes Zentrum für die Vermögensverwaltung ablösen.

Der HSBC GIF Singapore Equity (WKN 260628, ISIN LU0149724634) hält eine breite Palette an Aktien von Unternehmen jeglicher Marktkapitalisierung aus Singapur. Der Fonds wurde am 16. Januar 1987 aufgelegt und verfügt derzeit über ein FondsVolumen von umgerechnet 47,6 Millionen Euro. FondsManager Kwok Wing Cheong bevorzugt wachstumsstarke Titel und nutzt als Vergleichsindex den MSCI Singapore. Basiswährung des Fonds ist der US-Dollar, wobei die große Mehrheit der enthaltenen Aktien in Singapur-Dollar notiert. Der Start ins neue Jahr 2012 ist für den Singapur-Fonds sehr positiv verlaufen, nach knapp drei Handelswochen schlägt bereits ein Plus von +6,20 Prozent zu Buche. Über die letzten drei Jahre konnte eine überzeugende Gesamtrendite von +107,23 Prozent bzw. +27,49 Prozent p.a. in Euro verzeichnet werden. Damit wurde die Benchmark übertroffen. Wie sieht die Strategie des HSBC-Fonds im Detail aus?

 

FondsStrategie. Wachstumsstärke. Gesucht.

FondsManager Kwok Wing Cheong bezeichnet den HSBC GIF Singapore Equity als „wachstumsorientierten“ Fonds. Ziel ist es, ein gut diversifiziertes Portfolio aus Aktien von Unternehmen zusammenzustellen, die ihren Geschäftssitz in Singapur haben bzw. an der dortigen Börse notiert sind. Der Fonds investiert schwerpunktmäßig in große, liquide Aktien, die im Vergleich zum Branchen- oder Marktdurchschnitt ein größeres Gewinnwachstum aufweisen. Die genaue Portfolioallokation wird auf der Basis eines aktiven, fundamental basierten Investmentprozesses bestimmt, der einen differenzierten Value-Ansatz mit einem stringenten Risikomanagementsystem kombiniert. Um die erfolgversprechendsten Einzeltitel aus Singapurs Aktienmarkt herauszufiltern, verwendet Cheong Top-down-Analysen zu globalen Wirtschaftsentwicklungen und kombiniert diese mit Bottom-up-Research der hauseigenen Analysten. Die Sektoranalysen konzentrieren sich auf ökonomische Fundamentaldaten und deren Beeinflussung des inländischen Konjunkturzyklus. Vorderrangig betrachtet werden zudem das Ertragswachstum, die Zinssensitivität, die Managementqualität und die Liquidität der jeweiligen Unternehmen. So entsteht eine Auswahl der Titel, die bestmöglich von den jeweils vorherrschenden ökonomischen Konditionen profitieren.

 

FondsPortfolio. Finanztitel. Vorn.

In der Branchenallokation des HSBC GIF Singapore Equity liegen aktuell die Finanzwerte mit 29,38 Prozent Portfolioanteil auf dem ersten Platz. Auch die größte Einzelposition des Fonds, die DBS Group Holdings (9,94 Prozent Portfolioanteil) entstammt diesem Bereich. Trotzdem ist eine deutliche Untergewichtung des Finanzsektors gegenüber dem Vergleichsindex MSCI Singapore festzustellen, wo dieser mit 44,90 Prozent vertreten ist. Weitere Banken innerhalb der Top-10 sind die Oversea-Chinese Banking Corp. (9,90 Prozent) sowie die United Overseas Bank (3,94 Prozent). Den zweiten Platz in der Branchenstruktur des Singapur-Fonds nehmen Öl- und Gasunternehmen mit 21,40 Prozent des Bestandes ein. Aus diesem Bereich ist die Sembcorp Industries unter den zehn größten Einzelpositionen vertreten (Anteil: 4,99 Prozent). Die dritte relativ stark gewichtete Branche innerhalb des HSBC-Fonds sind Industrieunternehmen mit 16,19 Prozent Anteil am FondsVolumen. Aus diesem Sektor finden sich die beiden Schiffbaufirmen Keppel Corporation (9,85 Prozent) sowie STX OSV Holdings (3,96 Prozent Portfolioanteil) unter den Top-10-Positionen. Hinzu kommt der Autobauer und -zulieferer Jardine Cycle & Carriage mit 4,88 Prozent. Durchschnittlich stark gewichtet mit 14,29 Prozent sind im Singapur-Fonds von Cheong Telekommunikationsdienstleister wie M1 Ltd. sowie Verbraucherdienstleister (6,15 Prozent des FondsBestandes). Hier findet sich die Singapore Post mit 3,93 Prozent Portfolioanteil unter den Top-10. Geringe Bestände im Bereich der Konsumgüter (3,88 Prozent), Grundstoffe (3,50 Prozent) sowie bei Technologietiteln (1,88 Prozent) runden die Portfoliostruktur ab.

 

FondsVergleichsindex. Übereinstimmung. Gegeben.

Für unsere unabhängige SJB FondsAnalyse wird der HSBC GIF Singapore Equity dem MSCI Singapore als Vergleichsindex gegenübergestellt. Das Ergebnis der Korrelationsanalyse zeigt eine ausgeprägte Übereinstimmung. Mit 0,96 liegt die Korrelation über drei Jahre auf einem sehr hohen Niveau, für ein Jahr ist sie mit 0,90 nur wenig geringer. Die Kursentwicklung von Fonds und Benchmark läuft damit weitgehend parallel, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,92, über ein Jahr nimmt sie einen Wert von 0,80 an. Damit haben sich mittelfristig 8 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 20 Prozent. Hier zeigt sich, dass FondsManager Kwok Wing Cheong bei seiner Suche nach wachstumsstarken Titeln zuletzt etwas stärker vom Referenzindex abgewichen ist. Der Tracking Error liegt über drei Jahre bei niedrigen 3,76 Prozent, auf Jahressicht legt die Spurabweichung auf 4,16 Prozent zu. Welche Schwankungsbreite legt der HSBC-Fonds an den Tag?

 

 

FondsRisiko. Schwankungen. Vergleichbar.

Der Singapur-Fonds von HSBC weist für drei Jahre eine Volatilität von 21,17 Prozent auf, die damit leicht über dem Niveau liegt, das der MSCI Singapore mit 20,08 Prozent zu verzeichnen hat. Über ein Jahr nähert sich die Schwankungsneigung des aktiv gemanagten Aktienfonds derjenigen des Vergleichsindex stärker an: Hier beträgt die „Vola“ des Fonds 19,09 Prozent, wohingegen die Benchmark eine Schwankungsbreite von 18,65 Prozent aufweist. Insgesamt eine im vertretbaren Rahmen erhöhte Volatilität des Fonds verglichen mit dem Index.

Dass die Schwankungsintensität beider Elemente von der Ausprägung vergleichbar ist, manifestiert sich in dem exakt auf Marktniveau liegenden Beta des Fonds über drei Jahre von 1,00. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte ergibt, dass sich der Fonds in der Mehrzahl der Fälle etwas volatiler präsentierte: Die Risikokennziffer lag in 29 der letzten 36 betrachteten Einzelzeiträume über dem Marktrisikofixwert von 1,00 und nahm dabei Werte von 1,09 in der Spitze an. In sieben Zeitspannen befand sich das Beta hingegen unter Marktniveau und ging bis zutiefst 0,93 zurück. Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Fonds ein etwas höheres Risiko als sein Vergleichsindex geht. Ist dies durch einen Renditevorsprung gerechtfertigt?

 

FondsRendite. Alpha. Changierend.

Per 16. Januar 2012 hat der HSBC GIF Singapore Equity über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +107,23 Prozent in Euro aufzuweisen, was einer beachtlichen Rendite von +27,49 Prozent p.a. entspricht. Damit schlägt der Singapur-Fonds seinen Vergleichsindex um ziemlich genau 7,0 Prozentpunkte. Der MSCI Singapore kann für drei Jahre mit einer Gesamtrendite von +100,24 Prozent aufwarten und damit ein Ergebnis von im Schnitt +26,04 Prozent jährlich erzielen. Beim Wechsel des Vergleichszeitraums auf ein Jahr liegen Fonds und Index fast gleichauf. Mit einer Wertentwicklung von -11,35 Prozent fällt der Kursverlust des HSBC-Fonds minimal stärker als beim Referenzindex aus (MSCI Singapore: -11,29 Prozent). Der über drei Jahre erzielte Performancevorsprung ist jedoch deutlich höher zu gewichten, weshalb der Fonds von Kwok Wing Cheong den Sieger im Renditevergleich stellt.

Die überzeugende Wertentwicklung des aktiv gemanagten Fonds im Vergleich zum Referenzindex wird auch an dem positiven Alpha offenbar, das über drei Jahre bei 0,03 liegt. Auf Jahressicht präsentiert sich die Kennzahl mit 0,00 hingegen neutral. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich über drei Jahre wird deutlich, dass der Singapur-Fonds von HSBC mit wechselndem Erfolg versuchte, seine Benchmark zu schlagen. Einer von September 2009 bis Mai 2010 andauernden Periode der ununterbrochenen Outperformance mit einem Alpha-Wert von 0,60 in der Spitze steht der Zeitraum von Juni 2010 bis Dezember 2011 gegenüber, in dem lediglich negative Alpha-Werte von zutiefst -0,65 verzeichnet wurden. Insgesamt findet sich in 10 der letzten 36 Perioden ein positives Alpha und damit eine Mehrrendite zum Index. Die im Januar 2012 wieder in den positiven Bereich gewechselte Kennziffer lässt Investoren jedoch hoffen, dass erneut eine Serie überdurchschnittlicher Renditen gestartet wird.

 

SJB Fazit. HSBC GIF Singapore Equity.

Die über drei Jahre erzielte Mehrrendite des Fonds zum MSCI Singapore überzeugt, genau wie die auf wachstumsstarke Titel setzende Strategie des FondsManagers. Vorsichtige Anleger dürfte ansprechen, dass der HSBC im Vergleich zu anderen Singapur-Fonds eine deutlich geringere Gewichtung von Banken und Finanztiteln vornimmt. Ein solides FondsProdukt, um vom Szenario einer wieder anziehenden Konjunktur an einem der wirtschaftsfreundlichsten Standorte weltweit zu profitieren.

 

HSBC. Hintergründig.

HSBC Global Asset Management Deutschland wurde 1989 gegründet. Publikumsfonds der HSBC Trinkaus & Burkhardt Gruppe in Deutschland: 116. Verwaltetes Vermögen: 7,1 Mrd. Euro. Zu Umsatz und Gewinn keine Angaben. Anzahl der Mitarbeiter weltweit: 2.150. Geschäftsführer: Dr. Rudolf Apenbrink, Dr. Michael Böhm, Christian Heger, Dr. Martin Scholz und Heiner Weber. Stand: 30.06.2011. SJB Abfrage: 19.01.2012.

Sie finden HSBC im Internet unter: http://www.assetmanagement.hsbc.com

 

 

Erläuterungen

 

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Weder die allgemeine Marktentwicklung, noch ein höheres Risiko spielen für die Generierung dieser FondsErträge eine Rolle. Beispiel: Ein Alpha von 0,5 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 0,5 Prozent bei gleichem Risiko erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass ein aktives FondsManagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet hat. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement.

 

Beta

Gilt als Risikomaß. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, der Fonds ist risikoreicher. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein Wert über 1 spricht gegen den Fonds, ein Wert unter 1 für ihn. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält. Der Beta-Faktor muss im Zusammenhang mit der Korrelation gesehen werden.

 

Dividendenrendite

Diese Kennzahl misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent gemessen. Je höher der Wert, desto mehr Erträge in Form der Dividende bekommen die Anteilseigner aus der Unternehmensleistung heraus. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Ist der Wert hoch, deutet das auch auf eine Unterbewertung des Unternehmens an der Börse hin, denn wie eine hohe Dividende zeigt, ist die Ertragskraft größer, als der Aktienkurs ausdrückt.

 

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines bestimmten Fonds. Sie wird errechnet, indem man die FondsRendite durch das FondsRisiko teilt. Die Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen. Das FondsRisiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene aktive Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher dieser Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

 

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Angegeben wird, wie wahrscheinlich sich die Kursverläufe gegenläufig (Korrelation -1), unabhängig (Korrelation 0) oder gleichläufig (Korrelation +1) verhalten. Die Kennzahl ergänzt und konkretisiert die durch ein positives bzw. negatives Beta angezeigte Richtung der FondsVolatilität durch eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung des Fonds. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren.

 

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Teilung des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Kurs der Substanz des Buchwerts entspricht, dann hat die Aktie einen „fairen“ Wert.

 

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, in dem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

 

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV bedeutet an der Börse ein Einstiegssignal in die Aktie. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufstiegspotenzial. Liegt ihr KGV über dem Marktdurchschnitt, ist das ein Ausstiegssignal. Sie gilt als überbewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch.

 

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Das heißt, dass maximale R² liegt bei 1. Dieser Wert bedeutet, dass 100,0 Prozent der Entwicklung des Fonds durch den Referenzindex bestimmt wird. Er wäre also ein Indextracker. Ein R² von 0,5 bedeutet, dass 50,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr eine erhöhte oder niedrigere Risikokennziffer auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

 

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio gibt darüber Auskunft, ob die FondsEntwicklung auch dem Vergleich zu einem „risikolosen“ Investment standhält. Sie ist die Kennziffer für einen Rendite-Risiko-Vergleich zwischen unterschiedlichen Geldanlagen. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die durchschnittliche Rendite in Bezug auf das eingegangene Risiko. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Angenommen, die Sharpe Ratio liegt beim Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich. In diesem Fall ist die Kennzahl ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist, als die risikolose Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert der Sharpe Ratio würde bedeuten: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Eine Investition wäre weniger rentabel.

 

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt und ist damit bereit, ein aktives Risiko einzugehen. Ob dieses Risiko gerechtfertig war, diese Frage klärt die nächste Kennzahl.

 

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

 

Autor: SJB FondsSkyline OHG 1989 für Unternehmer und Führungskräfte

 

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die täglich, wöchentlich und monatlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

 

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