Jetzt wird es spannend! Mehrere große Indizes stehen an wichtigen Marken. Der DAX hat gerade die 6.430er Marke erreicht. Wird er ein neues Hoch generieren und damit einen weiteren Hinweis auf diesen neuen Aufwärtstrend (hier grün eingezeichnet) geben?
Die Zeichen dafür stehen nicht schlecht, aber wir erkennen im
Chartbild auch, dass er sich noch ziert. Die gestrige Kerze hat einen langen
Docht nach oben. Und auch heute wollte er nicht so recht. Hier muss mehr Dynamik
aufkommen, sonst wird es eng.
Aber auch der Nasdaq100 steht an höchst wichtigen Widerständen, nämlich an seinen Mehrjahreshochs:

Gestern hatte er bereits den wichtigen Widerstand bei 2.415
Punkten geknackt. Heute generiert er dadurch, dass er das vergangene Hoch aus
dem Jahr 2011 bei 2.438 Zählern überwindet, ein neues Mehrjahreshoch. Dieses
Kursniveau hat er seit dem Jahr 2001 (!) nicht mehr gesehen! Ein beeindruckendes
Signal!
Sollte der Nasdaq100 nachhaltig über diesen Widerstand ausbrechen, wäre dies
ein erstes Zeichen dafür, dass aus Sicht der US-Anleger die Krise vorbei ist.
Hier fragt man sich zudem, wie dieses Ereignis, also ein Index-Kurs, der so hoch
steht wie seit 10 Jahren nicht mehr, mit der ganzen Schwarzmalerei in den USA
zusammenpasst.
Aber Sie müssen sich halt immer und immer wieder bewusst
machen, dass nahezu alle großen Rallys mitten in der tiefsten und dunkelsten
Krise gestartet sind und das mindestens ein Drittel einer großen Rally, oft auch
sogar die Hälfte, in einem Krisenumfeld abgearbeitet werden!
Die Frage stellt sich, ob auch andere US-Indizes derart entscheidende Signale senden. Der S&P500 hat bereits gestern in seinem Aufwärtstrend die Mittellinie überwunden und ist damit einer der ersten Indizes gewesen, die ein neues bullishes Signal generieren. Nun ist eine Mittellinie nicht so prägnant und bedeutsam wie ein Mehrjahreshochs im Nasdaq100. Aber trotzdem muss man dieses Ereignis im Zusammenhang mit der Entwicklung im Nasdaq100 als wichtigen Hinweis werten.
Jetzt steuert der S&P500 direkt auf eine wichtige
Widerstandszone zwischen 1.345 und 1.370 Punkten zu. Und erst hier liegen die
Jahreshochs aus dem Jahr 2011. Der S&P500 hinkt demnach dem Nasdaq100 noch
hinterher. Eigentlich müsste auch noch der S&P500 diese Hochs überwinden, um
den Ausbruch im Nasdaqzu bestätigen.
Gerade wenn der finanzlastige S&P500 ein neues Mehrjahreshoch ausbildet, wäre dies ein sehr gewichtiger Hinweis darauf, dass sich die US-Märkte mit der Krise in der EU arrangiert hätten.
Die Entwicklung des Nasdaq100 ist angesichts der allgemeinen Krisenstimmung beeindruckend. Häufig sind gerade die Technologieaktien die Vorreiter bei großen Trends. Normalerweise müsste man das als ein extrem positives Zeichen werten. Allerdings sollten Sie hierbei beachten, dass die enorme Rally der Apple-Aktie ein wichtiger Faktor für diese positive Entwicklung des Nasdaq100 gewesen ist (zu Apple in den kommenden Tagen vielleicht mehr).
Wenn jetzt, nachdem der Nasdaq100 bereits neue Hochs generiert hat, auch noch der DAX die Hochs aus 2011 überwindet und zum Schluss auch noch der S&P500 ausbricht, dann entsteht ein beachtliches bullishes Setup. Es bleibt also spannend.
Interessant und wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass auch von fundamentaler, sprich US-konjunktureller Seite sich die Datenlage immer mehr verbessert - langsam zwar, aber bis jetzt nachhaltig. Dazu gleich mehr weiter unten im Steffens Daily unter US-Konjunkturdaten.
Für Euphorie ist es noch zu frühUm eine möglicherweise zu früh aufkommende Euphorie etwas zu dämpfen: Etwas
bedenklich ist, dass sich die Stimmung unter den Anleger zurzeit sehr schnell
aufhellt. Das sah man unter anderem auch an dem stark gestiegenen ZEW-Index.
Zudem befinden sich die Märkte aktuell in einer leicht überkauften Situation.
Die Gefahr, dass die Indizes doch noch an diesen wichtigen charttechnischen
Marken scheitern, beziehungsweise Fehlsignale ausbilden, ist also durchaus
gegeben. Aber so ist die Börse.
viele Grüße
Jochen Steffens
PS: Verpassen Sie übrigens nicht den kostenfreien Vortrag auf unserem Kölner Tradertreffen kommende Woche Donnerstag. Infos dazu weiter unten.
(Quelle: www.stockstreet.de)
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Jochen Steffens, Stockstreet GmbH |
Jochen Steffens ist als Chefredakteur diverser Fachpublikationen im Bereich Börse und als bekannter Kolumnist tätig. Seit mehr als zwölf Jahren arbeitet er als eigenverantwortlicher Daytrader mit dem Schwerpunkt Futurehandel. Als Geschäftsführer der Stockstreet GmbH ist er für die Börsenseite stockstreet.de verantwortlich. Dort gibt er den täglich erscheinenden Börsennewsletter: "Steffens Daily" heraus. Für mehr Information: www.stockstreet.de
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