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SJB FondsEcho. Fidelity India Focus. MiFID-Risikoklasse nach MFX: 5.
Indien. Fokussiert.
Indiens Wirtschaft sieht sich mit rückläufigen Wachstumsraten konfrontiert. Das indische Bruttoinlandsprodukt konnte im dritten Quartal 2011 nur noch eine Wachstumsrate von 6,9 Prozent verzeichnen, das geringste Plus bei der Wirtschaftsleistung seit dem Krisenjahr 2009. Die Konsequenz: Indiens Notenbank senkte ihre Wachstumsprognose für das im März zu Ende gehende Haushaltsjahr 2011/12 von zuvor 7,6 auf nun 7,0 Prozent. Als Problem für die indische Wirtschaft erweist sich, dass westliche Investoren wegen der Schuldenkrise in Europa ihr Kapital abziehen und sich zögerlich bei neuen Investitionsprojekten zeigen. Nach der merklichen Konjunkturabkühlung wurde die Reserve Bank of India (RBI) deshalb an der Zinsfront aktiv. Ende Januar reduzierte sie erstmals seit 2009 den Mindestreservesatz, den Geschäftsbanken bei der Zentralbank deponieren müssen. Statt sechs Prozent haben indische Geldhäuser nun nur noch 5,5 Prozent ihrer Einlagen bei der Zentralbank zu hinterlegen. Den Instituten steht damit mehr Geld für die Kreditvergabe zur Verfügung. Indiens Notenbank beziffert den so freigesetzten Betrag mit umgerechnet 5,0 Milliarden Euro. Die Nachricht über die neu gewonnene Liquidität sorgte für gute Stimmung am Aktienmarkt, der indische Leitindex Sensex verzeichnete ein Plus von +1,5 Prozent. Nachdem indischen Unternehmen der Zugang zu Investitionskapital erleichtert wurde, ist an der Börse nach einem schwachen Jahr 2011 wieder eine Aufwärtstendenz bemerkbar. Um von einer Stimmungsaufhellung an Indiens Aktienmarkt zu profitieren, bietet sich der Fidelity India Focus Fund A (WKN A0B8SR, ISIN LU0197230542) an. Der in Euro notierende Fonds investiert vorwiegend in Aktien von Unternehmen, die an der indischen Börse gelistet sind. Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Finanzen, Konsumgüter und IT. Der Fidelity India Focus wurde am 23. August 2004 aufgelegt und hat derzeit ein FondsVolumen von 1,872 Milliarden Euro aufzuweisen. FondsManager Teera Chanpongsang betreibt bei der Titelauswahl eine auf Fundamentaldaten ausgerichtete Bottom-up-Strategie und nutzt als Benchmark den MSCI India Index. Seit Auflegung konnte der Fonds eine überzeugende Gesamtrendite von +130,60 Prozent bzw. +12,18 Prozent p.a. in Euro verzeichnen. Wie sieht die Anlagestrategie von Chanpongsang im Detail aus?
FondsStrategie. Wachstumspotenzial. Favorisiert. Der Fidelity India Focus Fund strebt langfristiges Kapitalwachstum durch die Investition in Aktien an, die an den Börsen Indiens notiert sind. Zudem werden Wertpapiere von Unternehmen beigemischt, die nicht in Indien ansässig sind, dort aber einen bedeutenden Teil ihrer Erträge erwirtschaften. FondsManager Teera Chanpongsang ist im Hinblick auf die Marktkapitalisierung frei, in der Regel sind in seinem Portfolio jedoch kleinere und mittlere Unternehmen stärker vertreten als im Vergleichsindex. Chanpongsang legt Wert auf eine gute Diversifikation des FondsVermögens und hat dieses deshalb auf ein breites Spektrum verteilt. Die Branchengewichtung der Benchmark ist jedoch für seine Portfolioallokation nicht maßgeblich, vielmehr ist diese Resultat der Einzelwertauswahl nach dem Bottom-up-Prinzip. FondsManager Chanpongsang favorisiert indische Unternehmen, denen er auf Sicht von ein bis zwei Jahren überdurchschnittliche Ertragssteigerungen zutraut. Seine besondere Aufmerksamkeit gilt Titeln, deren Wachstumspotenzial sich gerade erst entfaltet oder vom Markt nicht erkannt wird. Wichtige Kriterien bei der Titelselektion sind zudem die Bilanzstärke und die Fähigkeit zur Erzeugung von Cashflows. Eine entscheidende Rolle spielt für den Indien-Experten das aktuelle Bewertungsniveau einer Aktie, auch, nachdem sie bereits im Portfolio enthalten ist. Deshalb wird die relative Attraktivität der bestehenden Positionen laufend mit der von alternativen Möglichkeiten verglichen.
FondsPortfolio. Finanztitel. Gefragt. In der Branchenallokation des Fidelity India Focus liegen aktuell die Finanzunternehmen mit 27,3 Prozent Portfolioanteil auf dem ersten Platz. Unter die Top-10-Holdings des Fonds schaffen es aus diesem Bereich die HDFC Bank (6,0 Prozent), der Baufinanzierer Housing Development Finance (5,1 Prozent) sowie die ICICI Bank (4,0 Prozent Portfolioanteil). Den zweiten Platz in der Branchenstruktur des Indien-Fonds nehmen Firmen aus der Informationstechnologie mit 18,7 Prozent ein. Aus diesem Sektor finden sich Infosys Technologies sowie Tata Consultancy Services unter den Top-10-Positionen (9,1 bzw. 6,6 Prozent Portfolioanteil). Die dritte relativ stark gewichtete Branche innerhalb des Fidelity-Fonds sind Konsumgüter mit 16,8 Prozent Anteil am FondsVolumen. Firmen wie Bajaj Auto oder die Imperial Tobacco Company (ITC) vertreten diesen Bereich innerhalb der Top-10. Durchschnittlich stark gewichtet sind im Indien-Fonds von Teera Chanpongsang Energietitel (10,0 Prozent) und Hersteller von Basiskonsumgütern (8,6 Prozent). Unter den zehn größten Einzelpositionen des Fidelity India Focus finden sich aus diesen Sektoren Reliance Industries, das größte private Unternehmen Indiens mit den Hauptgeschäftsfeldern Petrochemie und Textilien, sowie Hindustan Unilever. Kleinere Bestände im Bereich der Industrietitel (6,8 Prozent), des Gesundheitssektors (6,3 Prozent) sowie bei Roh- und Werkstoffen (3,2 Prozent) runden die Portfoliostruktur ab. Der Fonds ist praktisch voll investiert und hält derzeit eine Cashquote von 0,8 Prozent.
FondsVergleichsindex. Korrelation. Deutlich. Für unsere unabhängige SJB FondsAnalyse wird der Fidelity India Focus dem MSCI India als Vergleichsindex gegenübergestellt. Das Ergebnis der Korrelationsanalyse zeigt einen hohen Grad der Übereinstimmung. Mit 0,94 liegt die Korrelation über drei Jahre auf einem hohen Niveau, für ein Jahr ist sie mit 0,91 nur wenig geringer. Die Kursentwicklung von Fonds und Benchmark läuft damit weitgehend parallel, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,88, über ein Jahr nimmt sie einen Wert von 0,83 an. Damit haben sich mittelfristig 12 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 17 Prozent. Hier zeigt sich, dass FondsManager Chanpongsang zuletzt etwas stärker von seiner Möglichkeit Gebrauch machte, bei der Branchen- und Titelgewichtung von der Benchmark abzuweichen. Welche Schwankungsintensität hat der Fidelity-Fonds unter diesen Voraussetzungen aufzuweisen?
FondsRisiko. Schwankungen. Vermindert. Dem Indien-Fonds von Fidelity gelingt es, trotz seiner individuellen Titelauswahl eine verringerte Schwankungsbreite gegenüber dem Referenzindex aufzuweisen. Für drei Jahre hat der Fonds eine Volatilität von 27,78 Prozent zu verzeichnen, die damit knapp zwei Prozentpunkte unter dem Niveau liegt, das der MSCI India mit 29,75 Prozent zu verzeichnen hat. Auch über ein Jahr fällt die Schwankungsneigung des aktiv gemanagten Aktienfonds geringer aus: Hier beträgt die Vola des Fonds 25,29 Prozent, wohingegen die Benchmark eine Schwankungsbreite von 28,76 Prozent an den Tag legt. Ein attraktives Ergebnis aus Sicht des Fonds im Vergleich zum Index mit Blick auf die Risikostruktur. Die verminderten Schwankungen des Fidelity India Focus manifestieren sich auch in dem unter Marktniveau liegenden Beta des Fonds, das über drei Jahre einen Wert von 0,90 aufweist. Für ein Jahr liegt die Kennzahl bei 0,88 und verweist damit auf eine um 12 Prozent geringere Schwankungsneigung des Fonds gemessen an der Benchmark. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte zeigt nochmals eindrucksvoll, dass das günstigere Risikoprofil auf Fondsseite zu finden ist. Die Risikokennziffer liegt in 30 der letzten 36 betrachteten Einzelzeiträume unter dem Marktrisikofixwert von 1,00 und nimmt dabei Werte von zutiefst 0,68 an. Nur in sechs Fällen wurde eine höhere Schwankungsneigung verzeichnet, die zudem mit maximal 1,03 höchst moderat ausfiel. Seit Mai 2010 gelingt es Chanpongsang mit seinem Fonds ununterbrochen, die Schwankungen unterhalb der des MSCI India zu halten. Als Endresultat der Beta-Analyse ist damit ein klares Plus für den Fonds festzuhalten. Wie sieht es bei den Renditeleistungen aus?
FondsRendite. Alpha. Überzeugend. Per 24. Januar 2012 hat der Indien-Fonds von Fidelity über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +113,68 Prozent in Euro aufzuweisen, die einer sehr attraktiven Rendite von +28,80 Prozent p.a. entspricht. Damit schlägt der Fidelity India Focus seinen Vergleichsindex um fast zehn Prozentpunkte. Der MSCI India kann über drei Jahre mit einer Gesamtrendite von +103,81 Prozent aufwarten, was einem Ergebnis von +26,79 Prozent p.a. gleichkommt. Beim Wechsel auf die Jahresbetrachtung erhält sich das positive Szenario zugunsten des Fonds. Mit seiner Wertentwicklung von -13,93 Prozent fällt die Performance des Fidelity-Produktes besser als beim Referenzindex aus (MSCI India: -15,55 Prozent). Sowohl in der kurzfristigen wie auch der längerfristigen Betrachtung erzielt der Fidelity India Focus einen Renditevorsprung zur Benchmark, was eindeutig für die Qualität seines Managements spricht. Die überzeugende Wertentwicklung des aktiv gemanagten Fonds im Vergleich zum Referenzindex wird auch an dem positiven Alpha offenbar, das über drei Jahre bei 0,31 liegt. Auf Jahressicht rutscht die Kennzahl mit -0,05 hingegen leicht ins Minus. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich über drei Jahre zeigt sich, dass der Indien-Fonds von Fidelity in der Mehrheit der Fälle erfolgreicher als die Benchmark agierte. In 19 der letzten 36 Perioden gab es ein positives Alpha bis 1,53 in der Spitze zu verzeichnen. Die von Februar 2010 bis Juli 2011 ohne Unterbrechungen andauernde Periode der Outperformance zum Referenzindex demonstriert ebenfalls, wie gut die Bottom-up-Strategie des FondsManagers bei der Titelauswahl aufgegangen ist.
SJB Fazit. Fidelity India Focus. Der Fidelity India Focus bietet dem Investor genau das, was er von einem aktiv gemanagten Fonds erwartet: Einen nachhaltigen Renditevorsprung zur Benchmark bei gleichzeitig günstigerem Risikoprofil. Nach dem schwachen Aktienjahr 2011 sind die Aussichten für einen neuerlichen Aufschwung bei indischen Aktien günstig. Attraktive Bewertungen treffen auf ein langfristig intaktes Wachstumsszenario. Antizykliker horchen auf!
Fidelity. Hintergründig. Die US-amerikanische FondsGesellschaft Fidelity wurde 1946 gegründet. Publikumsfonds in Deutschland: 140. Deren verwaltetes Vermögen:12,3 Milliarden Euro. Zu Umsatz und Gewinn keine Angaben. Anzahl der Mitarbeiter weltweit: 4.500, davon 316 in Deutschland. Geschäftsführer: Dr. Christian Wrede, Dr. Evelyn Muth und Ellen Posch. Stand: 30.06.2011. SJB Abfrage: 26.01.2012. http://www.fidelity.de
Erläuterungen
Alpha Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Weder die allgemeine Marktentwicklung, noch ein höheres Risiko spielen für die Generierung dieser FondsErträge eine Rolle. Beispiel: Ein Alpha von 0,5 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 0,5 Prozent bei gleichem Risiko erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass ein aktives FondsManagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet hat. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement.
Beta Gilt als Risikomaß. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, der Fonds ist risikoreicher. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein Wert über 1 spricht gegen den Fonds, ein Wert unter 1 für ihn. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält. Der Beta-Faktor muss im Zusammenhang mit der Korrelation gesehen werden.
Dividendenrendite Diese Kennzahl misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent gemessen. Je höher der Wert, desto mehr Erträge in Form der Dividende bekommen die Anteilseigner aus der Unternehmensleistung heraus. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Ist der Wert hoch, deutet das auch auf eine Unterbewertung des Unternehmens an der Börse hin, denn wie eine hohe Dividende zeigt, ist die Ertragskraft größer, als der Aktienkurs ausdrückt.
Information Ratio Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines bestimmten Fonds. Sie wird errechnet, indem man die FondsRendite durch das FondsRisiko teilt. Die Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen. Das FondsRisiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene aktive Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher dieser Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.
Korrelation Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Angegeben wird, wie wahrscheinlich sich die Kursverläufe gegenläufig (Korrelation -1), unabhängig (Korrelation 0) oder gleichläufig (Korrelation +1) verhalten. Die Kennzahl ergänzt und konkretisiert die durch ein positives bzw. negatives Beta angezeigte Richtung der FondsVolatilität durch eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung des Fonds. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren.
Kurs-Buch-Verhältnis (KBV) Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Teilung des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Kurs der Substanz des Buchwerts entspricht, dann hat die Aktie einen fairen Wert.
Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, in dem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV bedeutet an der Börse ein Einstiegssignal in die Aktie. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufstiegspotenzial. Liegt ihr KGV über dem Marktdurchschnitt, ist das ein Ausstiegssignal. Sie gilt als überbewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch.
R² Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Das heißt, dass maximale R² liegt bei 1. Dieser Wert bedeutet, dass 100,0 Prozent der Entwicklung des Fonds durch den Referenzindex bestimmt wird. Er wäre also ein Indextracker. Ein R² von 0,5 bedeutet, dass 50,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr eine erhöhte oder niedrigere Risikokennziffer auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.
Sharpe Ratio Die Sharpe Ratio gibt darüber Auskunft, ob die FondsEntwicklung auch dem Vergleich zu einem risikolosen Investment standhält. Sie ist die Kennziffer für einen Rendite-Risiko-Vergleich zwischen unterschiedlichen Geldanlagen. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die durchschnittliche Rendite in Bezug auf das eingegangene Risiko. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Angenommen, die Sharpe Ratio liegt beim Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich. In diesem Fall ist die Kennzahl ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist, als die risikolose Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert der Sharpe Ratio würde bedeuten: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Eine Investition wäre weniger rentabel.
Tracking Error Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt und ist damit bereit, ein aktives Risiko einzugehen. Ob dieses Risiko gerechtfertig war, diese Frage klärt die nächste Kennzahl.
Value-at-risk (VAR) Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.
Autor: SJB FondsSkyline OHG 1989 für Unternehmer und Führungskräfte
Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die täglich, wöchentlich und monatlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.
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Gerd Bennewirtz, SJB FondsSkyline |
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