Was haben Multipolarität, Mannheim und Fonds gemein, werden Sie sich
möglicherweise aufgrund dieser etwas eigenartigen Überschrift
fragen. Das will ich Ihnen im Folgenden gerne kurz erläutern. Wie
jedes Jahr um diese Zeit fand gestern und heute der Fondskongress in
Mannheim statt. Wo sich alles aus der Branche trifft, was Rang und
Namen hat. Den wir von Globalyze und ich persönlich zum ersten Mal
besuchten. Was sich damit erklärt, dass wir im November letzten
Jahres gemeinsam mit den lieben Luxemburger Kollegen der Venova SA
und Axxion SA unseren ersten Aktienfonds aufgelegt haben.
Wie Sie von Globalyze zu Recht erwarten können, ist dies aber nicht
irgendein weiterer Aktienfonds in einer langen Reihe langweiliger
„Me-too“-Aktienfonds. Mit dem Prinzip, den alt hergebrachten und
sich in langen Jahren als äußerst erfolgreich bewiesenen Value
Investment Ansatz zu automatisieren, d. h. dem Computer den
vollständigen Prozess der Aktienauswahl, dem Aktienkauf und
Aktienverkauf zu überlassen, sind wir nicht nur im deutschsprachigen
Raum, sondern auch in Europa, wenn nicht sogar darüber hinaus,
einzigartig. Wäre Warren Buffett im Alter von Marc Zuckerberg und
genauso internetbegeistert, dann bin ich mir sicher, dass er das
längst gemacht hätte. So sind aber diesmal wir von Globalyze den
Amis voraus. Was bei mir eine tiefe Genugtuung gibt.
Der Globalyze
QuantValue (WKN: A1JL1H; ISIN: LU0690028625), der an den
Regionalbörsen in Hamburg, München und bei Tradegate gehandelt wird
und darüber gekauft werden kann, ist aufgrund seiner Machart absolut
manipulationsfrei und unabhängig. Weil ein Computerprogramm sich nun
mal weder vom rhetorischem Geschick eines Vorstandsvorsitzenden noch
von anderen reinen Äußerlichkeiten blenden lässt. Entweder hat das
Unternehmen gute fundamentale Daten vorzuweisen und ist noch dazu
unterbewertet. Oder es ist es nicht. Irgendetwas dazwischen kennt
ein Computer nicht. Und so werden wir der Branche zeigen, wie man
„mit“ und „für“ seine Kunden bei einem ausgezeichneten
Preis-Leistungs-Verhältnis in der mittleren Frist ganz unkompliziert
überdurchschnittlich hohe Renditen erzielen kann. Auf die Verlass
ist.
Nun habe ich den Kongress natürlich vorrangig genutzt mit Vertretern
von Dachfonds, die unseren Fonds möglicherweise mit einbinden werden
und Fonds-Plattformen sowie Vermögensberatern zu sprechen. Nebenbei
fand ich natürlich noch etwas Zeit in den ein oder anderen Vortrag
hineinzuschauen.
Am ersten Tag habe ich natürlich den vollkommen überfüllten
Eröffnungsvortrag „meines“ Bundespräsidenten Horst Köhler besucht.
Kompetent, sympathisch, humorvoll und kritisch legte er uns die
„hoffentlich bald multipolare“ Welt zu Füßen. Selten habe ich eine
so kluge und weitsichtige Rede beigewohnt. Ob er ein zukünftiges
Zeitalter ohne Hegemonialmächte in einer Welt der Multipolarität
skizzierte, oder die Transformation, die allen Kulturen gemeinsam
sei, als Ausweg aus der wenig verantwortungsbewussten, Rohstoff
verbrauchenden jetzigen Wirtschaft in eine nachhaltige
Weltwirtschaft Aussicht stellte. Ob er die „Economics of Happiness“
einforderte, über die Fortschritte in Afrika berichtete oder von
Investitionen in globale Infrastrukturprojekte berichtete, stets
wirkte das, was er sagte und vor allem wie er es sagte, authentisch
und glaubwürdig. Dabei geizte der Vortrag nicht mit Kritik. Dass
Deutschland und Europa, ja sogar die G7 aufgrund ihres Versagens in
der Finanzkrise in der Gefahr seien, die Vorbildhaftigkeit unseres
westlichen Gesellschaftsmodells der Demokratie mit der Sozialen
Marktwirtschaft gegenüber den Schwellenländern zu verspielen, sprach
er direkt an. Wie sollen wir die aufstrebenden Schwellenländer von
unseren Werten überzeugen, wenn wir doch so kläglich scheitern wie
in der Finanzkrise und es zulassen, dass der Finanzsektor seine
dienende Funktion nicht mehr wahrnimmt, sondern im Gegenteil die
Realwirtschaft wieder und wieder in Krisen stürzt?
Auch sparte er, der an der Vorbereitung und Einführung des Euro
mitgewirkt hat, nicht mit Kritik an den europäischen Regierungen,
dass diese das „politisch zu kurz geratene Bein“ nicht nachträglich
an die Währungsunion angepasst hätten und diese massiven
Versäumnisse die momentane Europakrise erst ermöglicht hätten. Seine
Lösung und Forderung auf die uns bewegenden Fragen ist ein
strategisch langfristiger Denk und auch Anlageansatz, mit dem wir
unsere wahren Stärken zutage fördern würden. Und wo wir seiner
Meinung nach weltweit auf Offenheit und Geschäftsinteresse stoßen
werden. Wir Deutsche, die wir nach seiner Erfahrung in aller Welt
geschätzt werden. „It’s german“ bedeutet in den Slums im indischen
Mumbai soviel wie, „it‘s reliable and solid“ (es ist verlässlich und
solide). Dieses Pfund sollten wir nicht verspielen, mahnt er.
Wobei er darauf hinwies, dass die vorzunehmenden Investitionen in
Infrastruktur und Transformation erst eine zeitversetzte Rendite
bringen wird. Was aber klugen Investoren aufgrund der im Gegenzug
erhaltenden Nachhaltigkeit keine Probleme bereiten sollte und wird.
Insofern bestätigte Horst Köhler uns in unserem fundamentalen,
antizyklischen und aufgrund seiner Mittel- bis Langfristigkeit
nachhaltigen Value Investmentansatz. Nicht der schnelle, alles
vernichtende Rubel, sondern die langfristig nachhaltige Rendite, die
dann auch einen immateriellen Gewinn in Form von „Happiness“ für
andere und damit auch für uns bringt, ist das Ziel.
Neben diesem mich sehr beeindruckenden Vortrag habe ich mir aber
auch einmal angehört, wie z.B. Dr. Jens Erhardt oder der junge
Bernecker die momentane Situation beurteilen. Interessant dabei ist,
dass hier ein großer Gleichklang zu vernehmen war. Dabei wurden die
weltwirtschaftlichen und europäischen Risiken keinesfalls
verniedlicht. Im Gegenteil. Aber, dass aufgrund der expansiven
Notenbankpolitiken der Bad Notenbank EZB und der FED sowie der
wieder etwas Handlungsspielraum erworbenen Notenbanken in China und
Indien genug Liquidität in den Märkten steckt, kann glaube ich,
jeder nachvollziehen. Auch dass die Unternehmen auf Cash-Beständen
sitzen, die teils enorm sind und einer sinnvollen Investition
harren.
Der von DJE hergestellte Zusammenhang zwischen Geldmenge und
Aktienhausse konnte historisch gut nachvollzogen werden. Schön war
auch, dass er das Nichteintreffen seiner im letzten Jahr gegebenen
Prognose einräumte. Glaskugeln haben auch für Profis so ihre
Tücken!Interessant war auch die Aussage von Bernecker junior, dass
die Amerikaner längst vom Kauf auf Pump weg sind. Wobei er da
durchaus den Unterschied zum Staat USA machte. Er der nach eigenen
Angaben lange Jahre in den USA lebte, muss das wohl wissen. Nicht
minder interessant war seine These, dass sich das Geschäftsmodell
der Banken überlebt habe. Was ich Ihnen gegenüber ebenfalls schon
schrieb und deshalb vor einer Investition in Banken warnte. Er ging
sogar so weit, dass Mittelständler unter Umgehung der Banken sich
gegenseitig Geld liehen und die Banken meiden würden, wo sie
könnten. Die Zeiten sich mit Fremdkapital über Banken einzudecken,
sei aufgrund des wenig partnerschaftlichen Verhaltens der Banken in
der Finanzkrise endgültig vorbei.
Dass bei Anleihezinsen von 2% und der Unsicherheit bei Immobilien
eigentlich nur noch Aktien als Investmentalternative überblieben,
darüber war schnell Einigkeit zu erzielen. Wobei DJE auch dem Gold
das Wort redete, was ich persönlich weniger nachvollziehen konnte
und kann.

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Norbert Lohrke, Globalyze Invest AG |
Diplom-Volkswirt Norbert Lohrke betreibt seit 2004 www.globalyze.de mit seiner einzigartigen voll-automatisierten fundamentalen Aktienauswahl. Daraus resultieren renditeträchtige Produkte wie Top10 Plus, Top Flop, Value Börsenbrief und der Aktienfonds Globalyze QuantValue (A1JL1H). Nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrungen aus Wirtschaftsprüfung und Bewertung sowie seiner kritischen Betrachtungsweise ist der Investmentprofi einer der meistgelesenen Wirtschaftsautoren im deutschsprachigen Raum. Sein Slogan? „Rendite ist kein Zufall“
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