Wohin führt der Weg für den deutschen Leitindex DAX®? Wird sich die
positive Entwicklung der letzten Woche fortsetzen können, oder waren
die Kurssprünge nur ein kurzes Strohfeuer? Ein Anstieg von fast 5
Prozent für die Woche und der Vorstoß in die Region von 6.400
Punkten gaben in der Kalenderwoche 3 des Jahres bei vielen Anlegern
wohl Anlass zu einem vorsichtigen Optimismus. Allerdings sollte man
weiterhin auf der Hut sein, denn die Probleme, die uns in den
vergangenen Monaten beschäftigt haben sind noch immer präsent und
augenscheinlich weit davon entfernt gelöst worden zu sein:
Das europäische Sorgenkind Griechenland läuft immer noch Gefahr
unter der Last seiner Staatsschulden erdrückt zu werden und die
gesamte Eurozone mit nach unten zu ziehen. Aber selbst wenn die
Konsolidierung des Staatshaushaltes gelingt, würde man sich fragen,
wie die griechische Wirtschaft zu mehr Wachstum kommen soll. Dieses
Problem trifft aber nicht nur auf Griechenland zu, sondern auf alle
Länder, die den Balance-Akt bewerkstelligen müssen zwischen sparen
und Ankurbelung der Wirtschaft. Das hat der IWF der Anlegerschaft
auch jüngst klar gemacht.
Negative konjunkturelle Signale wurden gesendet. Das unbeliebte
R-Wort für die Eurozone im aktuellen Jahr benutzt. Die
Wachstumsabschwächung in Europa könnte auch gleichzeitig ein Risiko
für die gesamte Weltwirtschaft darstellen, so der IWF. Hinzu komme,
dass sich die Befürchtungen zu bewahrheiten scheinen, dass der
Wachstumsmotor der Weltwirtschaft ein wenig abzukühlen scheint:
China musste für das vierte Quartal 2011 mit 8,9 Prozent das
niedrigste Wirtschaftswachstum seit zweieinhalb Jahren ausweisen.
Andererseits könnte man vielleicht gerade die wirtschaftliche
Abschwächung Chinas als Chance verstehen, denn die Zentralregierung
könnte versucht sein, der Entwicklung mit Konjunkturprogrammen
entgegenzuwirken. Wer weiß es schon?
Positiv zu vermerken ist allerdings, dass nicht alle die
wirtschaftliche Entwicklung so negativ einschätzen wie die Weltbank.
Der ZEW-Index für den Januar konnte einen überraschend starken
Sprung von minus 53,8 auf minus 21,6 Punkte verbuchen. Solche
Freudensprünge hatten wir jüngst auch im DAX® gesehen, dessen
charttechnisches Bild sich aktuell wie folgt darstellt:
Nach den festen Zugewinnen in den vergangenen Wochen scheint dem
deutschen Leitindex nun erst einmal die Luft auszugehen. Das
langfristige Chartbild könnte daher negativ gewertet werden, wenn
der DAX® eine größere Korrektur nun durchführen würde. Ein
nachhaltiger Kursrutsch unter die Marke von 6335 könnte weitere
Abschläge bis in den Bereich 6200 mit sich ziehen. Weitere
bedeutende Verkaufssignale würden dann hingegen erst unterhalb von
6.175 Punkten ergeben. Auf der anderen Seite könnte der DAX®
durchaus nach den jüngsten Rücksetzern einen erneuten Angriff auf
die Widerstände bei 6430 und 6480 unternehmen, um darüber wiederum
weiteres Kurspotenzial aufzubauen.
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Nicolai Tietze, X-markets Team Deutsche Bank |
Nicolai Tietze ist verantwortlich für die Hebelprodukte des X-markets Team der Deutschen Bank. Vor seinem Einstieg in das X-markets Team war er bei der Deutschen Bank Aktienhändler und dort zuständig für die deutschen Konsumwerte. In seiner Funktion als Derivate-Experte entwickelt er auch Strategie- und Themenzertifikate.
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