Wie Sie in meiner gestern Abend im ICE auf der Heimfahrt
geschriebenen und deshalb erst relativ spät veröffentlichten Kolumne
lesen konnten, sind wir von Globalyze derzeit äußerst aktiv. Ein
Börsentag bzw. eine Messe/ein Kongress reiht sich an den nächsten.
So waren wir letztes Jahr im November auf dem Börsentag in Hamburg,
vor Kurzem beglückten wir unsere zunehmende Kundenschar in Dresden,
zeigten uns gestern und vorgestern der Fondsgemeinde auf dem
Fondskongress in Mannheim einmal kurz im Rückspiegel, um aus der
Kurve heraus in den im März stattfindenden Münchner Börsentag am
10.03.2012 und das deutsche Anleger-Mekka, die Invest 2012 in
Stuttgart (27.04. bis 29.04.2012), zu beschleunigen.
Das machen wir nicht aus blindem Aktionismus heraus. Sondern weil
wir spüren, dass sich da draußen im Markt etwas tut bzw. bewegt. Und
zwar für die in Deutschland doch zu Unrecht ein ziemlich trauriges
Dasein fristende Aktie. Die, wenn ich mich nicht ganz irre, einen
Aufschwung vor sich hat, wie wir ihn selten erlebt haben. Nicht
zuletzt, weil mit den derzeitigen Banken doch keiner mehr etwas zu
tun haben will. Die einen im Regen stehen lassen, wenn man sie
braucht. Und hinterher, wenn die Sonne scheint, einem dann einen
Regenschirm verkaufen wollen. Jeder kleine Handwerksbetrieb, der so
agieren würde, wäre längst pleite. Aber die dürfen und können sich
das – in ihrem staatlich geschützten Reservat und mit Steuergeldern
bzw. Bad Notenbankgeld bis zum Anschlag gepampert – erlauben.
Nun werden mir manche (ich gebe zu, dass ich das bei Konkurrenten,
die so schreiben, es wahrscheinlich aus Skepsis heraus ebenfalls tun
würde) vorwerfen, dass ich da etwas gesundbeten möchte, weil es uns
nun mal in den Kram passt und unser Geschäftszweck ist. Richtig ist:
Globalyze und ich leben die Aktie. Wir wollen und wir können nichts
anderes. Weil wir überzeugt sind, dass die Aktie das einzige
Anlageinstrument ist, das - egal welches Kriterium man zugrunde legt
- letztlich die überlegene Anlageform ist, mit der man dauerhaft am
Meisten erreichen kann. Zudem ist sie unter Gesichtspunkten wie
Liquidität und Rentabilität, ja selbst unter Sicherheitsaspekten
unschlagbar. Letzteres natürlich nur in der mittleren Frist.
Denn nun ist das Lügenmärchen und die Blase von der angeblichen
risikolosen Anlage in Anleihen und anderen Schuldversprechen,
insbesondere auch wenn man den Schuldner Staat sieht, geplatzt. Wer
glaubt, dass irgendetwas auf dieser Welt ohne Risiko sei, ist so
blöd (Sie verzeihen mir bitte diese Direktheit), dem teils gut
gemachten Marketing mancher großer Finanzakteure auf den Leim zu
gehen. Wie oft finde ich Depots von mehr oder windigen
Anlageberatern vor, die Menschen in Anlagen drängen, auf denen sie
auf Jahre hinaus nicht mehr herauskommen. Stichwort: geschlossene
Fonds. Was der Kundenbindung, nicht immer dem Kunden, natürlich mehr
als zuträglich ist. Oder die Unart Menschen Immobilien
aufzuschwatzen, die sie mit Krediten kaufen sollen. Aus steuerlichen
Gründen. Was für ein Quatsch!
So wie Ihr und mein Leben mit dem Tod enden werden, was nichts
anderes heißt als dass dieses Leben lebensgefährlich ist und das
größte anzunehmende Risiko überhaupt, nämlich das des totalen
Ausfalls in sich trägt, gegen den wir uns übrigens auch nicht mit
noch so guten Wetten und Puts bzw. Futures absichern können, so
trägt alles, was wir tun, den Stachel des Scheiterns und der
Vergänglichkeit in sich. Sagte nicht Mephistopheles im Faust:
„...und alles was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht“?
Ich erinnere mich noch gut an die Wendezeit, als viel zu viele
meinten, mit Immobilien in den damaligen „neuen“ Bundesländern ihr
Glück zu machen. Den meisten, die ich kenne und mir damals
erzählten, dass eine solche Anlage mit den gewährten Steuervorteilen
angeblich ohne Risiko wäre, sieht man heute noch die Beulen im
Gesicht an, die sie sich damals geholt haben. Gewarnt hat sie
keiner!
Dass viele der bisherigen Marktakteure das Vertrauen von Ihnen, den
Anlegern, ausgenutzt haben und Sie, auch in Aktien und andere
Anlagen schickten, die man weiß Gott guten Gewissen nicht empfehlen
und noch viel weniger kaufen sollte, gehört leider zur traurigen
Wahrheit und jüngsten Geschichte der Anlage (siehe New Economy und
Finanzkrise) dazu. Da sind viel Manipulation und Eigeninteresse im
Spiel. Was ja zuletzt die Finanzkrise auf eindrucksvolle Weise
gezeigt hat. Und wir beinahe tagtäglich erkennen können.
Wir brauchen uns die Werbung, die wir alle in diesem Bereich täglich
bekommen, nur einmal mit gesundem Menschenverstand anschauen und uns
fragen, ob das was das versprochen wird, auch wirklich sein oder
eintreffen kann? Lassen Sie sich da von irgendwelchen Stempeln und
Testsiegern bzw. Awards nicht beeindrucken. Nicht wenige
Auszeichnungen erschließen sich mir bei genauerem Hinsehen nicht.
Allzu oft wird man das Gefühl nicht los, als ob sich Medien und
Finanzbranche gegenseitig künstlich hochschaukeln und
beweihräuchern.
Auch die Medien haben in der Finanzkrise aufgrund ihrer allzu großen
Nähe zur Finanzwirtschaft, die ihrem eigentlichen Auftrag des
distanzierten Beobachtens und kritischen Berichtens nur allzu häufig
versagt. Ich nenne das in meinem Buch „Rendite ist kein Zufall“
schlicht und wie ich meine recht passend „Medienprostitution“. Wer
gräbt sich schon gern selbst das Wasser in Form wenigerer Anzeigen
und damit geringerer Erträge ab? Was ich nicht einmal kritisieren
würde, wenn einer dazu steht.
Dazu kommt unser Staat, der seine Bürger nicht nur einmal schlicht
über den Tisch gezogen hat. Und es mit ESFS/EESM, Soffin, Aufgabe
der Bundesbankkultur jeden Tag von Neuem tut. Ganz gleich was der
Telekomprozess bringen wird. Eines ist doch klar. Da muss man sich
nur den Chart der Deutsche Telekom in der New Economy bis jetzt
ansehen. Eine Aktie für das Volk war das niemals und wird es auch
niemals sein. Da braucht man sich nur den Unsinn ansehen, was da
teilweise als vernünftig kaufmännisches Handeln ausgegeben wird.
Ich gehe sogar so weit, zu behaupten, dass viele, vielleicht die
Meisten das auch wussten. Nur der deutsche Michel nicht. Ich, der
ich wirklich sehr tiefe Einblicke in die Deutsche Telekom habe, habe
noch nie eine Aktie dieser Gesellschaft besessen. Und werde es aller
Voraussicht auch niemals tun. Wobei ich mich zugegebenermaßen
zunächst angesichts des damaligen Kursanstiegs von über 100 Euro
ärgerte. Dann nachdem der Kursabsturz aber fast alles bisher da
gewesene in den Schatten stellte, doch recht erleichtert war. Weil
mein rationaler Investmentansatz zwar nicht kurzfristig, aber auf
die mittlere Frist aufgegangen ist. Und diejenigen, die glauben
einen solchen Tsunami surfen zu können, denen kann ich angesichts
ihres Wahnsinns nur jede Menge Glück wünschen. Denn das werden sie
in solchen und ähnlich gelagerten Fällen auch brauchen.
Die damaligen Übertreibungen der New Economy waren übrigens der
Grund dafür, dass ich die Globalyze gegründet habe. Das kann ich,
das können wir besser als Commerzbank, Dresdner Bank, Deutsche Bank,
Morgan Stanley, Goldman Sachs, Merrill Lynch, Banque Paribas,
Société Générale und wie die alle sonst noch heißen. Damals hat mich
wohl mancher für verrückt und arrogant zugleich gehalten. Was sich
aber mit der Zeit und unseren tatsächlich erzielten
überdurchschnittlichen Renditen nach und nach legte.

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Norbert Lohrke, Globalyze Invest AG |
Diplom-Volkswirt Norbert Lohrke betreibt seit 2004 www.globalyze.de mit seiner einzigartigen voll-automatisierten fundamentalen Aktienauswahl. Daraus resultieren renditeträchtige Produkte wie Top10 Plus, Top Flop, Value Börsenbrief und der Aktienfonds Globalyze QuantValue (A1JL1H). Nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrungen aus Wirtschaftsprüfung und Bewertung sowie seiner kritischen Betrachtungsweise ist der Investmentprofi einer der meistgelesenen Wirtschaftsautoren im deutschsprachigen Raum. Sein Slogan? „Rendite ist kein Zufall“
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