Am Startblock



10:20 27.01.12

Wie Sie in meiner gestern Abend im ICE auf der Heimfahrt geschriebenen und deshalb erst relativ spät veröffentlichten Kolumne lesen konnten, sind wir von Globalyze derzeit äußerst aktiv. Ein Börsentag bzw. eine Messe/ein Kongress reiht sich an den nächsten. So waren wir letztes Jahr im November auf dem Börsentag in Hamburg, vor Kurzem beglückten wir unsere zunehmende Kundenschar in Dresden, zeigten uns gestern und vorgestern der Fondsgemeinde auf dem Fondskongress in Mannheim einmal kurz im Rückspiegel, um aus der Kurve heraus in den im März stattfindenden Münchner Börsentag am 10.03.2012 und das deutsche Anleger-Mekka, die Invest 2012 in Stuttgart (27.04. bis 29.04.2012), zu beschleunigen.

Das machen wir nicht aus blindem Aktionismus heraus. Sondern weil wir spüren, dass sich da draußen im Markt etwas tut bzw. bewegt. Und zwar für die in Deutschland doch zu Unrecht ein ziemlich trauriges Dasein fristende Aktie. Die, wenn ich mich nicht ganz irre, einen Aufschwung vor sich hat, wie wir ihn selten erlebt haben. Nicht zuletzt, weil mit den derzeitigen Banken doch keiner mehr etwas zu tun haben will. Die einen im Regen stehen lassen, wenn man sie braucht. Und hinterher, wenn die Sonne scheint, einem dann einen Regenschirm verkaufen wollen. Jeder kleine Handwerksbetrieb, der so agieren würde, wäre längst pleite. Aber die dürfen und können sich das – in ihrem staatlich geschützten Reservat und mit Steuergeldern bzw. Bad Notenbankgeld bis zum Anschlag gepampert – erlauben.

Nun werden mir manche (ich gebe zu, dass ich das bei Konkurrenten, die so schreiben, es wahrscheinlich aus Skepsis heraus ebenfalls tun würde) vorwerfen, dass ich da etwas gesundbeten möchte, weil es uns nun mal in den Kram passt und unser Geschäftszweck ist. Richtig ist:

Globalyze und ich leben die Aktie. Wir wollen und wir können nichts anderes. Weil wir überzeugt sind, dass die Aktie das einzige Anlageinstrument ist, das - egal welches Kriterium man zugrunde legt - letztlich die überlegene Anlageform ist, mit der man dauerhaft am Meisten erreichen kann. Zudem ist sie unter Gesichtspunkten wie Liquidität und Rentabilität, ja selbst unter Sicherheitsaspekten unschlagbar. Letzteres natürlich nur in der mittleren Frist.

Denn nun ist das Lügenmärchen und die Blase von der angeblichen risikolosen Anlage in Anleihen und anderen Schuldversprechen, insbesondere auch wenn man den Schuldner Staat sieht, geplatzt. Wer glaubt, dass irgendetwas auf dieser Welt ohne Risiko sei, ist so blöd (Sie verzeihen mir bitte diese Direktheit), dem teils gut gemachten Marketing mancher großer Finanzakteure auf den Leim zu gehen. Wie oft finde ich Depots von mehr oder windigen Anlageberatern vor, die Menschen in Anlagen drängen, auf denen sie auf Jahre hinaus nicht mehr herauskommen. Stichwort: geschlossene Fonds. Was der Kundenbindung, nicht immer dem Kunden, natürlich mehr als zuträglich ist. Oder die Unart Menschen Immobilien aufzuschwatzen, die sie mit Krediten kaufen sollen. Aus steuerlichen Gründen. Was für ein Quatsch!

So wie Ihr und mein Leben mit dem Tod enden werden, was nichts anderes heißt als dass dieses Leben lebensgefährlich ist und das größte anzunehmende Risiko überhaupt, nämlich das des totalen Ausfalls in sich trägt, gegen den wir uns übrigens auch nicht mit noch so guten Wetten und Puts bzw. Futures absichern können, so trägt alles, was wir tun, den Stachel des Scheiterns und der Vergänglichkeit in sich. Sagte nicht Mephistopheles im Faust: „...und alles was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht“?

Ich erinnere mich noch gut an die Wendezeit, als viel zu viele meinten, mit Immobilien in den damaligen „neuen“ Bundesländern ihr Glück zu machen. Den meisten, die ich kenne und mir damals erzählten, dass eine solche Anlage mit den gewährten Steuervorteilen angeblich ohne Risiko wäre, sieht man heute noch die Beulen im Gesicht an, die sie sich damals geholt haben. Gewarnt hat sie keiner!

Dass viele der bisherigen Marktakteure das Vertrauen von Ihnen, den Anlegern, ausgenutzt haben und Sie, auch  in Aktien und andere Anlagen schickten, die man weiß Gott guten Gewissen nicht empfehlen und noch viel weniger kaufen sollte, gehört leider zur traurigen Wahrheit und jüngsten Geschichte der Anlage (siehe New Economy und Finanzkrise) dazu. Da sind viel Manipulation und Eigeninteresse im Spiel. Was ja zuletzt die Finanzkrise auf eindrucksvolle Weise gezeigt hat. Und wir beinahe tagtäglich erkennen können.

Wir brauchen uns die Werbung, die wir alle in diesem Bereich täglich bekommen, nur einmal mit gesundem Menschenverstand anschauen und uns fragen, ob das was das versprochen wird, auch wirklich sein oder eintreffen kann? Lassen Sie sich da von irgendwelchen Stempeln und Testsiegern bzw. Awards nicht beeindrucken. Nicht wenige Auszeichnungen erschließen sich mir bei genauerem Hinsehen nicht. Allzu oft wird man das Gefühl nicht los, als ob sich Medien und Finanzbranche gegenseitig künstlich hochschaukeln und beweihräuchern.

Auch die Medien haben in der Finanzkrise aufgrund ihrer allzu großen Nähe zur Finanzwirtschaft, die ihrem eigentlichen Auftrag des distanzierten Beobachtens und kritischen Berichtens nur allzu häufig versagt. Ich nenne das in meinem Buch „Rendite ist kein Zufall“ schlicht und wie ich meine recht passend „Medienprostitution“. Wer gräbt sich schon gern selbst das Wasser in Form wenigerer Anzeigen und damit geringerer Erträge ab? Was ich nicht einmal kritisieren würde, wenn einer dazu steht.

Dazu kommt unser Staat, der seine Bürger nicht nur einmal schlicht über den Tisch gezogen hat. Und es mit ESFS/EESM, Soffin, Aufgabe der Bundesbankkultur jeden Tag von Neuem tut. Ganz gleich was der Telekomprozess bringen wird. Eines ist doch klar. Da muss man sich nur den Chart der Deutsche Telekom in der New Economy bis jetzt ansehen. Eine Aktie für das Volk war das niemals und wird es auch niemals sein. Da braucht man sich nur den Unsinn ansehen, was da teilweise als vernünftig kaufmännisches Handeln ausgegeben wird.

Ich gehe sogar so weit, zu behaupten, dass viele, vielleicht die Meisten das auch wussten. Nur der deutsche Michel nicht. Ich, der ich wirklich sehr tiefe Einblicke in die Deutsche Telekom habe, habe noch nie eine Aktie dieser Gesellschaft besessen. Und werde es aller Voraussicht auch niemals tun. Wobei ich mich zugegebenermaßen zunächst angesichts des damaligen Kursanstiegs von über 100 Euro ärgerte. Dann nachdem der Kursabsturz aber fast alles bisher da gewesene in den Schatten stellte, doch recht erleichtert war. Weil mein rationaler Investmentansatz zwar nicht kurzfristig, aber auf die mittlere Frist aufgegangen ist. Und diejenigen, die glauben einen solchen Tsunami surfen zu können, denen kann ich angesichts ihres Wahnsinns nur jede Menge Glück wünschen. Denn das werden sie in solchen und ähnlich gelagerten Fällen auch brauchen.

Die damaligen Übertreibungen der New Economy waren übrigens der Grund dafür, dass ich die Globalyze gegründet habe. Das kann ich, das können wir besser als Commerzbank, Dresdner Bank, Deutsche Bank, Morgan Stanley, Goldman Sachs, Merrill Lynch, Banque Paribas, Société Générale und wie die alle sonst noch heißen. Damals hat mich wohl mancher für verrückt und arrogant zugleich gehalten. Was sich aber mit der Zeit und unseren tatsächlich erzielten überdurchschnittlichen Renditen nach und nach legte.



Wenn es auf Intelligenz, Anstand und Unabhängigkeit ankommt, dann ist Größe nicht unbedingt von Vorteil. Das wird mir jeder bestätigen können, der in einem Konzern gearbeitet hat oder noch arbeitet. Wie viele gute Ideen werden aus rein machttaktischen Spielchen dort beerdigt? Alle Friedhöfe der BRD würden für diese Gräber nicht ausreichen.

Glauben Sie denn etwa, viele von denen hätten nicht gesehen, was da vor sich ging? Warum hat Sie keiner gewarnt? Es lag doch auf der Hand, dass viele Aktien, die noch nie die Sonne des Erfolgs in Form von Jahresüberschussstrahlen gesehen haben, maßlos überbewertet waren!

Jedenfalls bin ich für dieses Jahr 2012 sehr, sehr optimistisch. Allein die Meldung „Asia Boosting Capacity Even as Demand flags“ („Asien erhöht die Kapazitäten obwohl die Nachfrage in den Seilen hängt“) bestätigt mich darin. Denn auch wir investieren antizyklisch. D. h. dann, wenn man den Kursaufschwung einer Aktie absieht, aber er noch gar nicht da ist. Weil man nur so von Anfang an dabei sein und hohe Rendite erzielen kann. Diejenigen, die anders vorgehen, laufen Gefahr, den großen Marktteilnehmern in der (Milchmädchen-) Hausse die Gewinne abzukaufen. Was eigentlich ziemlich blöde ist, oder?

Also, wir werden sehen. Liquidität ist jedenfalls in überreichlichem Maß vorhanden. Und so sage ich eines voraus. Ich weiß nicht, wann es losgeht und wo. Ich weiß natürlich auch nicht sicher, ob es dieses Jahr sein wird oder vielleicht erst das nächste. Aber eines ist sicher. Wenn es losgeht, dann richtig. Weil alle dann mitnehmen wollen, was mitzunehmen ist. Und die dann in Bewegung kommende Liquidität, das Ganze mächtig befeuern wird.

Gut wer da bereits am Startblock bzw. in den Startlöchern steht. Wir von Globalyze sind schon mal da. Wann gesellen Sie sich zu uns?

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und stets hohe Renditen.

Ihr Norbert Lohrke

Globalyze
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Über den Autor
 
Autor: Norbert Lohrke Norbert Lohrke,
Globalyze Invest AG

Diplom-Volkswirt Norbert Lohrke betreibt seit 2004 www.globalyze.de mit seiner einzigartigen voll-automatisierten fundamentalen Aktienauswahl. Daraus resultieren renditeträchtige Produkte wie Top10 Plus, Top Flop, Value Börsenbrief und der Aktienfonds Globalyze QuantValue (A1JL1H). Nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrungen aus Wirtschaftsprüfung und Bewertung sowie seiner kritischen Betrachtungsweise ist der Investmentprofi einer der meistgelesenen Wirtschaftsautoren im deutschsprachigen Raum. Sein Slogan? „Rendite ist kein Zufall“

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