Globale Märkte - Die positiven Aspekte überwiegen



09:15 28.01.12

Abermals eine positive Woche an den Aktienmärkten. Alle wichtigen
Leitindizes waren im Plus. Der zuvor schwache Nikkei schaffte einen
Zuwachs von 2,4%, der Stoxx 600 stieg um 0,5% und der S&P 500 um
0,3%.

Die Äußerungen der FED, die Leitzinsen weiter jahrelang niedrig zu halten
beflügelte nicht nur die Aktieninvestoren, sondern auch die Edelmetallpreise.
Silber stieg um 8,3%, Gold um 4,3%. Auch Kupfer legte deutlich zu
(+2,7%). Der Wille der FED, das negative Realzinsniveau noch mehrere
Jahre aufrecht erhalten, entspricht indirekt einer starken Kaufempfehlung für
Gold.

Bullish

- Den meisten Technologiefirmen geht es gut. Nach den zuletzt erfreulichen
Zahlen von IBM, Microsoft und Google lieferte Apple wieder einmal
schlichtweg sensationelle Umsatz- und Gewinnzahlen ab. Der
Quartalsumsatz betrug USD 46,3 und der Gewinn USD 13,1 Mrd. Sowohl
die Bruttomarge als auch die Nettomarge und die wichtigsten
Kapitalrentabilitäten (auf das EK, Gesamtkapital und das investierte
Kapital) sind gestiegen und dokumentieren die erstklassige Qualität des
Unternehmens.

- Der Eurozone Einkaufsmanagerindex erreicht im Jänner ein 5-
Monatshoch bei 50,4 Punkten (Dez. 48,3). Damit schaffte die Eurozone-
Privatwirtschaft auch erstmals seit fünf Monaten wieder ein leichtes
Wachstumsplus, da der Index die neutrale Wachstumsschwelle von 50
Punkten übersprang. Besonders Deutschland wies robustes Wachstum
aus. Der Index markierte mit 54,0 die höchste Steigerungsrate seit sieben
Monaten. In Frankreich (50,9) ging es erstmals seit vier Monaten wieder in
moderatem Tempo bergauf. Außerhalb dieser beiden Länder sank die
Wirtschaftsleistung, laut dem Index, zum achten Mal hintereinander.
Jedoch auch hier zeichnet sich eine Verbesserung ab, denn laut Index
sank die Wirtschaftsleistung mit der niedrigsten Rate seit vier Monaten.



Betrachtet man die Sektoren, so ist zu erkennen, dass die Industrie vom
niedrigsten Auftragsrückgang seit sechs- und der Service-Sektor vom
niedrigsten Auftragsminus seit fünf Monaten berichtete. In der Industrie
signalisierte die unterdurchschnittliche Quote Auftragseingang/ zu
Fertigwarenlager zwar weiter nur verhaltene Wachstumsperspektiven,
doch erreichte der Wert immerhin ein Sieben-Monatshoch.

- Die Renditen der stark verschuldeten Nationen Italien, Spanien sind
zuletzt gesunken.

- Der Dollarindex schwächte sich nach der Bekanntgabe der FED; die
Leitzinsen bis 2014 niedrig zu halten, deutlich ab. Investoren wenden sich
wieder etwas verstärkt den anderen Währungsräumen zu. Der
Volatilitätsindex VIX schwächt sich weiter ab.


Bearish

- Apple’s Mitbewerber Nokia und Research in Motion sind im Vergleich
ökonomisch nur bedauernswerte Firmen, die es verabsäumt haben, für
Kunden attraktive Angebote zu schaffen. Trendwenden sind diesbezüglich
nicht in Sicht. Nokia berichtete jüngst sogar einen Quartalsverlust von
EUR 1,16 Mrd. und rückläufige Umsatzzahlen.

- Die Arbeitslosenrate hat sich in Spanien zuletzt auf 22,9% erhöht. Die
Situation am Arbeitsmarkt hat sich stärker verschlimmert als zuvor
angenommen.

- Die Renditen von Portugals Staatsanleihen sind mit 14,9% am höchsten
Stand seit 10 Jahren mit einer ungebrochenen Aufwärtstendenz.

Fazit:
Die positiven Aspekte überwiegen weiterhin. Die Einkaufsmanager in
Europa bestätigen den Aufwärtstrend und das Momentum der EMI-Indices
lässt auf weitere Kursanstiege schließen.

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Über den Autor
 
Autor: Günther Artner Günther Artner,
CFA - Erste Group Bank AG

Günther Artner, CFA ist Co-Leiter des Erste Group Aktienresearch. Mit einem geographischen Fokus auf die Region Zentral- und Osteuropa ist die Erste Group bestens positioniert, um vom Wachstumspotential der am schnellsten wachsenden Region Europas zu profitieren. Die Erste Group verfügt über eines der dichtesten Vertriebsnetzwerke von beinahe 3.000 Filialen, über die mehr als 17,5 Millionen Kunden erreicht werden. Mehr über das Erste Group Research und alle angebotenen Finanzprodukte unter www.erstegroup.com

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