ThyssenKrupp verkauft Edelstahlsparte Inoxum
Den Ausgang des EU-Gipfels nahmen die Börsianer heute neutral zur Kenntnis. Händler zeigten sich über den Ausgang des Treffens der Staats- und Regierungschefs kaum überrascht. 25 der 27 EU-Staaten hatten sich dabei auf ein härteres Spardiktat durch einen Fiskalpakt geeinigt. Darüber hinaus wurde auch der Vertrag zur vorzeitigen Einführung des permanenten Rettungsschirms ESM im Monat Juli abgesegnet.
Hoffungen auf eine baldige Einigung bei den Verhandlungen über einen griechischen Schuldenschnitt haben den DAX dagegen heute beflügeln können. Griechenlands Regierungschef Lukas Papademos hatte sich nach einem Treffen mit Vertretern der EZB und der EU entsprechend optimistisch geäußert, dass die Verhandlungen über einen Forderungsverzicht privater Gläubiger bis Ende der Woche abgeschlossen sein könnten.
So kletterte das deutsche Börsenbarometer am Vormittag um 1,1 Prozent auf 6.512 Zähler. Und auch der Euro legte wieder zu. Der Kurs der Gemeinschaftswährung lag am Vormittag im Bereich von 1,32 US-Dollar.
Die Mehrheit der Marktteilnehmer reagierte zunächst mit Gewinnmitnahmen bei Call-Optionsscheinen und Long-Zertifikaten. Im weiteren Verlauf wurden diese Produkte teilweise aber wieder nachgekauft.
Pessimistische Einschätzungen von Gisbert Rühl,
Vorstandsvorsitzender von Klöckner & Co., zur
Stahlnachfrage im laufenden Jahr hatten die Kurse der
Stahlwerte gestern noch stark belastet. Heute konnte sich
zumindest die ThyssenKrupp-Aktie mit einem Aufschlag von rund
drei Prozent auf 21,80 Euro zeitweise sogar an die Spitze der
DAX-Gewinner setzen. Das Unternehmen
konnte sich mit seinem finnischen Konkurrenten Outokumpu über
eine weitgehende Übernahme der Edelstahlsparte Inoxum einigen.
Inoxum wird dabei auf einen Wert von rund 2,7 Milliarden Euro
taxiert. Die Einigung sieht die Gründung eines neuen
gemeinsamen Unternehmens vor, an dem ThyssenKrupp mit 29,9
Prozent beteiligt bleiben soll. Zuletzt hatten
Arbeitnehmervertreter Regelungen zur Standort- und
Beschäftigungssicherung druchsetzen können. Dabei ist wohl ein
grundsätzlicher Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis
Ende 2015 enthalten. Reaktionen beim Handel mit verbrieften
Derivaten auf ThyssenKrupp gab es heute allerdings kaum.
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