Wie jämmerlich europäische und deutsche Banken derzeit daherkommen,
sieht man, wenn man den Blick mal über den begrenzten Horizont
hinaus schweifen lässt und sich z. B. einmal die indische ICICI Bank
und auch deren Kursverlauf zu Gemüte führt. Während hier die
Groß-Banken wohl als Exklusiv-Bettler bezeichnet werden dürfen und
sie sich statt um ihre Kunden zu kümmern, wild zockend für den
Ansturm auf Billig-Kredite der Bad Notenbank EZB rüsten, gibt es
doch tatsächlich noch Banken auf dieser Welt, die nicht schnorren,
sondern sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und dort punkten.
Wobei man da schon weit reisen muss. Denn hierzulande braucht sich
aufgrund des Geldsegens seitens der Bad Notenbank EZB wohl keiner in
den Banktürmen mehr richtig anstrengen. Das Geld fließt quasi von
ganz allein und das noch dazu zu günstigsten Konditionen. Ist das
nicht geradezu paradiesisch? Wie schön wäre es, wenn wir von
Globalyze da auch einmal einen Kredit von sagen wir 1 bis 2 Mio.
Euro zu 1% Zins haben könnten? Wir würden den Jungs in Frankfurt das
Fürchten lehren und ihnen zeigen, dass Kundenorientierung und
überdurchschnittliche Rendite kein Gegensatz sind, sondern
zusammengehören.
Jedenfalls konnte die indische ICICI Bank im letzten Quartal ihren
Nettogewinn um +20% auf RS (=indische Rupie) 1.728,10 crore
(crore=10 Mio. in Indien) steigern. Wobei die Gesamterlöse sogar von
RS 8.444,75 crore um +24,2% auf RS 10.483,73 crore stiegen. Wer da
noch sein Geld einer Commerzbank oder Deutsche Bank AG anvertraut
ist selbst schuld.
Dass sich die Gewichte von Europa weg verschieben, zeigt auch unser
TopValue Computerprogramm. So begrüßen wir in unseren Top10 erstmals
einen südkoreanischen Wert und zwar an Nummer 2. Und so sehen Sie
mich, der ich dieses Programm entwickelt habe, immer wieder
überrascht, welche Werte dieses Ding heraussucht. Das ist so etwas
von spannend, das glauben Sie gar nicht. Es ist vergleichbar mit
Kindern, die wir in die Welt setzten und die irgendwann plötzlich
ihre eigenen Wege gehen. Sie machen es manchmal anders, was uns
möglicherweise kurz verunsichert, aber auch nicht schlechter und
häufig sogar besser als wir selbst.
Jedenfalls haben wir derzeit eine äußerst interessante Aktienauswahl
mit der wir – da bin ich mir ziemlich sicher – in 2012 erneut den
Markt deutlich outperformen werden. Wer gegen ein Narrenschiff
antritt, muss eigentlich nur den einmal als richtig erkannten Kurs
halten. Mehr braucht‘s da nicht. Und Narren und Narrlesen haben wir
derzeit nicht nur - weil die 5. Jahreszeit des Karnevals angebrochen
ist - mehr zu bestaunen als uns allen lieb ist. Und vor allem bis in
die höchsten Positionen hinein. Bitter ist nur, dass die verteilten
Bonscher bereits auf Pump gekauft werden.
Und Hoffnung ist nicht in Sicht. Wenn man sich einmal die beiden
Herausforderer Obamas ansieht, wird das überdeutlich. Mal im Ernst.
Wer will Politiker, die so ungehemmt und bar jeden Respekts
aufeinander losgehen, in Amt und Würden haben? Es scheint wohl, dass
nicht nur bei uns die Politik immer schlechter wird und leider nur
allzu häufig die Falschen nach oben spült. Nur am Rande. Bei uns in
Schleswig-Holstein freuen sich die Liberalen bereits, dass sie bei
ihrem Neujahresempfang den Saal vollbekommen haben und werten das
als ein gutes Zeichen. So konnte man in der hiesigen Regionalzeitung
lesen. Tief muss man fallen, um zu einer solchen Einsicht zu kommen.
Die paar werden es aber wohl nicht richten. Da schwafelt dann Herr
Brüderle, der im Gegensatz zu Stuttgart, hier ausnahmsweise reden
durfte, etwas von „Zuschütten der Probleme mit Geld“ und „dass die
Notenpresse nicht in die Hände der Politik kommen darf“, wo sie doch
längst angekommen ist, als wenn die FDP nicht Teil des gesamten
Problems wäre und dagegen nun doch in der jüngsten Vergangenheit
wirklich nichts unternommen hat bzw. derzeit unternimmt.
Wer hat denn Herrn Schäffler, der stets den liberalen Ideen treu
geblieben ist in die Ecke gedrängt? Jetzt nachdem das Kind in den
Brunnen gefallen ist, gegenüber Griechenland den harten Hund zu
geben, ist vor wichtigen Wahlen wirklich mehr als durchsichtig. Also
mit der von Ihnen befürworteten absolut blödsinnigen
Finanztransaktionssteuer und ein paar Lehrerstellen mehr, die es
angesichts der strukturellen Defizite auch nicht richten werden, auf
zum letzten Gefecht, Herr Kubicki! Wobei ich ihn fast ein wenig in
Schutz nehmen muss. Unsere Kollegen von der CSU toppen die FDP mit
dem angekündigten Verbotsantrag für die Linken zur Unzeit noch.
Haben die/wir derzeit wirklich keine anderen Sorgen und Probleme? So
haken wir das mal unter schlechtem Ablenkungsmanöver ab.
Aber wenden wir uns wieder den Unternehmen zu. Interessant ist, dass
sich ThyssenKrupp aus seiner Urdomäne verabschiedet. Nicht ganz
natürlich. Immerhin wird der Stahlkocher noch 29,9% an dem neuen
Unternehmen und künftigen Weltmarktführer, so die Wettbewerbsbehörde
will, in diesem Segment halten. Aber es zeigt doch recht gut, dass
der Stahl von ThyssenKrupp nicht mehr so hart wie einst ist. Den
Spruch „Hart wie Kruppstahl...“ entzieht man so im Zeitalter der
Globalisierung die Grundlage. Wobei das nicht unbedingt zu bedauern
ist. Wir sehen daran aber, welche enorme Veränderungen China
bewirkt.
Dazu passt auch, dass der indische Suzlon-Chef Tulsi Tanti vor einer
Bereinigung in der Windbranche warnt und eine Pleitewelle auf uns
zukommen sieht. Wobei der wohl unsere Solarpanelanbieter nicht
gesehen hat. Schuld sind wieder mal die Chinesen. Wobei ich
diesbezüglich hier vor Ort, nämlich in Rendsburg, schon einen
Frühindikator beobachten konnte. Der mit Steuergeldern des
hochverschuldeten Schleswig-Holsteins aufgepeppte Hafen, der dort
eigens für das Windenergie-Unternehmen gebaut wurde und noch nie ein
Windrad zu Gesicht bekam, drohte mangels plötzlichem Desinteresse zu
eine Brache zu verkommen. Jetzt hat man jemanden gefunden, wie ich
neulich in der Regionalzeitung lesen konnte. Wobei ich nicht wissen
will, was den Steuerzahler diese Fehlinvestition gekostet hat.
Leider wird auch hier vor Ort und regional immer wieder auf die
Großen und damit auf die falschen Pferde gesetzt. Kiel kann da mit
seinem Partikelzentrum, dass jetzt Koreaner oder waren es Thailänder
(?) betreiben sollen, mitreden. Dass man angesichts solcher
Bauchlandungen hierzulande nicht vorankommt, wundert mich jedenfalls
nicht.
Sie sehen. Manchmal muss man, um gut in Aktien anzulegen, nur mit
Sorgfalt die Regionalzeitung lesen und seine nähere Umgebung genau
beobachten. Das reicht, um die größten Fettnäpfchen zu vermeiden.

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Norbert Lohrke, Globalyze Invest AG |
Diplom-Volkswirt Norbert Lohrke betreibt seit 2004 www.globalyze.de mit seiner einzigartigen voll-automatisierten fundamentalen Aktienauswahl. Daraus resultieren renditeträchtige Produkte wie Top10 Plus, Top Flop, Value Börsenbrief und der Aktienfonds Globalyze QuantValue (A1JL1H). Nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrungen aus Wirtschaftsprüfung und Bewertung sowie seiner kritischen Betrachtungsweise ist der Investmentprofi einer der meistgelesenen Wirtschaftsautoren im deutschsprachigen Raum. Sein Slogan? „Rendite ist kein Zufall“
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