Infineon nach Zahlen an der DAX-Spitze
Der DAX zeigte sich heute von seiner starken Seite und erreichte mit 6.630 Punkten ein neues Jahreshoch. Vor allem die Infineon-Aktie, Die Deutsche Bank und die schwergewichteten Versorgertitel E.on und RWE sorgen beim deutschen Börsenbarometer für einen Aufschlag von mehr als zwei Prozent.
Gute Konjunkturdaten aus den USA sorgen am Nachmittag für Kauflaune. Der bedeutungsvolle ISM-Einkaufsmanagerindex stieg auf 54,1 Punkte und damit den höchsten Stand seit Juni vergangenen Jahres. Das Barometer für den Zustand der US-Industrie zeigt ab Werten von 50 Zählern Wachstum an und legte nun den dritten Monat in Folge zu.
Die Bauausgaben in den USA stiegen unterdessen auf den höchsten Stand seit mehr als eineinhalb Jahren. Das Handelsministerium in Washington vermeldete ein Plus von 1,5 Prozent zum Vormonat.
Rückenwind kam aber auch vom Einkaufsmanagerindex der deutschen Industrie. Das Markit-Institut berechnete diesen auf 51,0 Punkte. Damit liegt der viel beachtete Frühindikator erstmals seit September des vergangenen Jahres über der Wachstumsschwelle von fünfzig Zählern.
Außerdem hoffen die Börsianer weiterhin auf eine baldige Einigung bei den Verhandlungen über einen griechischen Schuldenschnitt. Griechenlands Regierungschef Lukas Papademos hatte sich nach einem Treffen mit Vertretern der EZB und der EU entsprechend optimistisch geäußert, dass die Verhandlungen über einen Forderungsverzicht privater Gläubiger bis Ende der Woche abgeschlossen sein könnten.
Die Mehrheit der Marktteilnehmer nahm seit dem Vormittag erst einmal Gewinne bei Call-Optionsscheinen und Long-Zertifikaten auf den DAX mit. Am Nachmittag waren dann auch wieder verstärkt Put-Optionsscheine und Short-Zertifikate gesucht. Die kurzfristig orientierten Privatanleger rechnen offenbar damit, dass der DAX nach dem starken Antieg eine Verschnaufpause einlegen und dabei wieder etwas nachgeben könnte. Der Euwax Sentiment Index pendelte entsprechend im Bereich von minus 50 Punkten.
Nachdem die Zahlen von Infineon vorbörslich noch zu einigen enttäuschten Reaktionen geführt hatten, setzte sich die Aktie im Laufe des Tages an die Spitze der DAX-Werte. Der Kurs kletterte um 5,6 Prozent auf 7,37 Euro. Die Gewinnmarge ist mit 14,9 Prozent besser ausgefallen, als dies von Analysten im Durchschnitt erwartet worden war. Eine Reihe von Anlegern ist im Besitz von Call-Optionsscheinen oder Long-Zertifikaten auf Infineon. Teilweise kam es hier auch zu Gewinnmitnahmen.
Zweitstärkster Gewinner im DAX war die Aktie der Deutschen Bank mit einem Sprung von 5,1 Prozent auf 34,04 Euro. Für eine Reihe von Privatanlegern hat es sich also ausgezahlt, dass sie in der schwächephase der Aktie zu Beginn dieser Woche mutig in Calls eingestiegen waren.
Die EU-Kommission hat die Fusion der Deutschen Börse mit der New Yorker Börse NYSE zum weltgrößten Börsenbetreiber untersagt. Der Aktienkurs der Deutschen Börse behauptete sich mit einem Zugewinn von 1,1 Prozent auf 45,48 Euro. Für Vorstandschef Reto Francioni sei die Deutsche Börse gut gerüstet und hätte genug Kraft, um auch ohne die Fusion weiter zu wachsen und erfolgreich zu sein.
Singulus hat von der BOD-Gruppe
aus Litauen erstmals einen Auftrag für eine komplette
Solar-Fertigungslinie erhalten. Das Volumen soll sich dabei
auf 20 Millionen Euro belaufen. Singulus war erst kürzlich in
den Markt mit Photovoltaik-Fertigungsmaschinen eingestiegen
und hatte bislang lediglich Einzelkomponenten verkauft. Der
Aktienkurs sprang um 6,0 Prozent auf 2,83 Euro nach oben.
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