TecDAX-Sentiment: Stimmung bleibt mau



07:17 02.02.12

Der TecDAX schlägt sich angesichts schlechter Nachrichten aus der Branche und der weiter schwelenden Schuldenkrise mehr als wacker. Der Bull/Bear-Index kann sich aber gerade einmal bis über die markante 50-Prozent-Schwelle retten.

Die Schuldenkrise lässt grüßen: Noch während die europäischen Staats- und Regierungschefs am Montag in Brüssel dem neuen Fiskalpakt zustimmten und sich verpflichteten, eine Schuldenbremse einzuführen, wurde anderswo schon einmal ernst gemacht mit dem Sparen. Spaniens Regierung setzte die Förderung für Photovoltaik und andere erneuerbare Energien vorübergehend aus. Ab sofort gibt es keine Zuschläge mehr – die Subventionen für bestehende Anlagen scheinen aber immerhin von dem Moratorium ausgeschlossen. Italien reduzierte schon letzte Woche sein Engagement und stoppte die Förderung für Solaranlagen auf Ackerflächen. Dazu kommt das deutsche Gezerre um eine mögliche Deckelung des Solarausbaus sowie eine schnellere Kürzung der Subventionen – und die schlechte Laune der Technologieanhänger ist nur allzu verständlich.

Entsprechend bleibt auch die Stimmung der mittelfristig orientierten Anleger, die wöchentlich von der Börse Frankfurt befragt werden, eher mau. Unser Sentiment-Barometer, der Bull/Bear-Index, kann sich zwar wieder knapp über die markante 50-Prozent-Schwelle retten und zeigt nun hauchdünnen Optimismus an. Doch die Laune der Institutionellen bleibt weiterhin im Stimmungskeller. Hier hat das Bärenlager fast in gleichem Maße neuen Zulauf erhalten wie das bullishe Camp – das neutrale Lager hat sich dagegen dezimiert. Für die leichte Stimmungsaufhellung sind einzig die Privat-Anleger verantwortlich, die ihren jüngsten Exodus aus dem Optimisten-Camp zumindest teilweise revidieren.



Für die neuen Optimisten gab es nachrichtentechnisch wenig Positives, das ihren Wiedereinstieg gerechtfertigt hätte: Immerhin konnte die Aktie von Gigaset nach der Vorstellung vorläufiger Zahlen um einen zweistelligen Prozentsatz in die Höhe schießen. Die Kursentwicklung des TecDAX selbst bot für Bären wie Bullen eine Argumentationsgrundlage: Er kam in den letzten Tagen ganz langsam voran, allerdings fürchten die Akteure derzeit nicht, dass er ihnen davonlaufen könnte. Dennoch bleibt die Hartnäckigkeit des Technologieindex in solch einem Umfeld bemerkenswert: Es gibt nur vereinzelt gute Nachrichten aus der Branche und  die europäische Schuldenkrise macht weiter Probleme – eine Einigung auf einen griechischen Schuldenschnitt steht weiterhin aus und die Berichte, Portugal könnte ein zweites Rettungspaket benötigen, werden zahlreicher. Vorerst drückt die institutionellen Pessimisten angesichts der bestehenden Schieflagen noch nicht der Schuh, doch ihre Eindeckungskäufe werden in jedem Fall stützend wirken, sobald wieder mehr Bewegung in den TecDAX kommt.

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