Der erhoffte große Wurf war es zwar nicht gewesen was die EU
Regierungschefs am Wochenende mit dem Fiskalpakt beschlossen
haben. Aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung wurde
dennoch verabschiedet.
Angela Merkel kann stolz sein. Es sieht ganz danach aus, dass sie
die Lage momentan unter Kontrolle hat. Lange hat es gedauert bis man
im politischen Berlin erfasst hat was es zum Krisenmanagement
innerhalb der Eurokrise braucht. Es gilt eine multiple
Krisenintervention durchzuführen und dabei darf durch
Entschlossenheit der Unsicherheit an den Kapitalmärkten kein Raum
gegeben werden. Eine Art von Dreifrontenkrieg muss geführt werden.
Darin muss die staatliche Überschuldung bekämpft, die
Umstrukturierung der EU voran und die Griechenlandkrise gelöst
werden. Griechenland muss erst entschuldet und dann auf
Wachstumsfahrt gebracht werden. Trotz harter Sparmaßnahmen muss in
ganz Europa auch das Wachstum wieder gefördert werden. Besonders die
europäische Peripherie braucht dazu die Unterstützung aus EU-Töpfen.
Die Umstrukturierung der EU muss ebenfalls schnell vorangebracht
werden. Dazu müssen neue Rahmenbedingungen festgelegt und
verabschiedet werden.
Die Geburtsfehler des Euro müssen mit mehr Europa ausgemerzt werden.
Mit dem Fiskalpakt ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg
beschritten worden. Immerhin 25 von 27 EU-Staaten beteiligen sich
daran. Das ist als großer Erfolg zu werten. Die Konsolidierung
nationaler Haushalte gilt es weiter voranzutreiben und mit einem
nachhaltigen rechtlich-verbindlichen Rahmen zu versehen. Der
Fiskalpakt ist da nur der Anfang. Denn bestimmte Elemente wie die
Schuldenbremse müssen demnach zwar bald in nationalverbindliche
Gesetze umgewandelt werden, sonst droht die Klage am europäischen
Gerichtshof, aber damit erschöpft sich auch schon der Katalog
künftiger Sanktionsmechanismen. Als erster Schritt ist das
ebenfalls als Erfolg zu werten, aber weitere verbindliche
Vereinbarungen müssen folgen, damit nationale Regierungen
Fiskalpaktelemente nicht anschließend wieder ungestraft verletzen
können. Die Versuchung ist da. Selbst Bundesfinanzminister Wolfgang
Schäuble hatte vor kurzem laut darüber nachgedacht, wie die
Schuldenbremse mit Unterstützung des Parlamentes ausgehebelt werden
könnte.
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Oliver Roth, Close Brothers Seydler Bank AG |
Oliver Roth (42) ist Chefhändler und Börsenstratege der Close Brothers Seydler Bank AG.
Roth arbeitet seit 1990 an der Frankfurter Wertpapierbörse und ist seit 11 Jahren bei der Close Brothers Seydler Bank AG, bei der er sowohl Erfahrungen im Rentenhandel als auch im Handel mit deutschen und ausländischen Aktien auf dem Frankfurter Parkett der Deutschen Börse gesammelt hat.
Durch seine knapp 20-jährige Kapitalmarkterfahrung ist er ein geeigneter Gesprächspartner zu Themen über: Wertpapiere (nationale und internationale Aktien & Renten), Special Situations, allgemeinen Themen rund um die Börse sowie deren weitere Entwicklung und Ausblick.
Vor seiner Börsenkarriere war Roth Fußballprofi und wurde in der Saison 1988 / 89 mit Borussia Dortmund DFB-Pokal Sieger. 1999 stieg er mit dem Offenbacher Fußball Club in die 2. Fußball Bundesliga auf.
Medienerfahrung
Seit 2007 kommentiert Roth regelmäßig für verschiedene nationale und internationale Fernsehsender und Radiostationen. Darunter ARD (Tagesschau, Mittagsmagazin), ZDF (Heute Journal), RTL, WDR, HR3, CNBC, Bloomberg, N-TV, und Deutsches Anleger Fernsehen.
Roth wurde in diversen nationalen und internationalen Print und Online Medien als Experte für Wertpapiere, Devisen und Rohstoffe zitiert, z.B. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Spiegel, n-tv online, Deutsche Börse Frankfurt News, usw. Für das Anleger-Portal der Deutschen Börse schreibt er regelmäßig einen Kolumne über Kapitalmärkte und sowie die allgemeine Wirtschaftsentwicklung. Während der Kapriolen der Volkswagen-Aktie im Herbst 2008 wurde er zu einem der meistgefragten Interviewpartner der Medien.
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