Liebe Leserinnen und Leser,
wieder liegt eine aufregende Handelswoche hinter uns, die vor allem die notorischen Pessimisten überrascht und auf dem falschen Fuß erwischt hat. Obwohl ich bekanntlich seit Wochen die Trommel für das Bullenlager rühre und frühzeitig auf den positiven inneren Markt verwiesen habe, war ich von der plötzlichen Dynamik des DAX und dessen hohen Volumen sehr überrascht. Die Überwindung von hartnäckigen Widerständen bei gleichzeitig überkaufter Markttechnik ist ein Kunststück, welches einem nicht jeden Tag geboten wird. Wenn sich dann aber noch gleichzeitig die Konjunkturdaten leicht eintrüben, und die ohnehin nach unten revidierten Quartalsergebnisse mehrheitlich verfehlt werden, dann muss man davon ausgehen, dass sich wichtige Parameter im Markt verschoben haben.
Prompt wurde auch in den Medien diskutiert, wer und aus welchen Gründen diesen Kaufdruck ausgelöst haben könnte. Von einer plötzlichen Einigung im Streit um die Quote zwischen privaten und öffentlichen Gläubigern im griechischen Schuldenpoker war zuerst die Rede. Aber auch von der „Exekution“ eines Marktteilnehmers mit großen Shortpositionen, die abrupt eingedeckt werden mussten, und auch von der simplen Phantasie im Markt wegen des absehbaren Börsenganges von Facebook. Da das altbekannte Argument von der hohen Liquidität und der günstigen Bewertung von Aktien keinen neuen Anleger mehr anlockt, wird die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte der genannten Gründe liegen. Oder es ist einfach so wie immer, dass die Investoren einmal weniger und dann wieder mehr Appetit auf Risiko haben.
Falls Sie sich für die altbewährte P & F Technik und den inneren Markt interessieren, beachten Sie bitte auch meinen kostenlosen Informationsbrief
S & P 500 Equalweight klemmt noch ein wenig
Ende Januar hat sich die Dynamik im gleichgewichteten S & P 500 Index etwas gelegt, was Sie an der 0-Spalte im rechten Bereich erkennen, die sehr kurzfristige Abgabebereitschaft auf diesem Niveau signalisiert. Mittlerweile handelt der Index wieder in einer X-Spalte und zeigt das Interesse der Bullen, zu quasi jeden Preis dabei zu sein. Oder deren Angst etwas zu verpassen, falls die Weichen jetzt wirklich in Richtung eines übergeordneten Trendwechsel gestellt werden sollten, wofür die aufsteigende positive Unterstützungsgerade spricht.
Das Niveau um 2.020 Punkte wirkt nun als leichter Widerstand. Sollte dieser demnächst geknackt werden, ständen dem nächsten wichtigen Kursziel bei 2.100 keine charttechnischen Hürden mehr im Weg. Das Projektionsziel der P & F Technik deutet sogar auf ein Kursziel von knapp 2.200, was also einer Wegstrecke von knapp 10 Prozent entspräche. Daran erkennt man übrigens auch, dass der breite Markt noch weit hinter den hochkapitalisierten Titel zurückliegt, die schon wieder mehrheitlich in der Gegend ihrer Hochs des vergangenen Sommer handeln.
Marktinterna bleiben kurzfristig zyklisch überkauft
Abgebildet sehen Sie den wichtigsten kurzfristigen und objektiven Risiko-Indikator des inneren Marktes, heute aber einmal als langfristigen Linienchart. Hier wird abgebildet, wieviel Prozent der Titel an der NYSE oberhalb ihrer 50-Tage-Linie handeln. Damit wird grundsätzlich die Marktbreite verdeutlicht und überprüft, ob viele oder nur wenige hochkapitalisierte Titel eine Bewegung mittragen. Oberhalb von 70 % beginnt die obere extreme Zone, die einen überhitzten Marktzustand konstatiert.

Wie Sie gut erkennen können, ist dies alleine noch kein Verkaufssignal. Denn es gilt das Sprichwort: „Overbought does not mean it is Over“. Aber Sie sollten auf der Hut sein und beachten, dass auf diesem Niveau regelmäßig kurzfristige Gewinnmitnahmen drohen. Bisher hat es der Index noch nie geschafft, längere Zeit auf diesem hohen Niveau zu verharren. Vergleichen Sie das Pendeln der Märkte und Risikozustände doch einfach mal mit dem Bau eines Turmes aus Holzklötzen. Die ersten Etagen Ihres Turms lassen sich wunderbar stapeln. Doch dann wird es immer schwieriger, der Turm beginnt zu schwanken und irgendwann fällt er unweigerlich in sich zusammen. Genauso verhält es sich mit Trends an den Märkten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Trend erhalten bleibt, ist größer als ein Trendwechsel. Doch eines Tages nehmen die frühen Investoren ihre Gewinne mit und der Trend kippt, obwohl man dafür keine sinnvollen Gründe erkennen kann.
Der hier gezeigte 50-Tage-Indikator ist also nichts weiter als ein Instrument, dass Ihnen aus einer völlig anderen Perspektive zeigt, wo Sie heute mit Ihren Positionen in den Märkten stehen.
Fazit: Meist hat es keinen Sinn, dem Markt hinterherzujagen, wenn man n och nicht investiert ist. Daher empfehle ich diszipliniert abzuwarten, bis sich die Anzahl der Aktien die oberhalb ihrer 50-Tage-Linie handelt, wieder etwas zurückläuft. Dies ist noch kein Verkaufssignal und keine Warnung, sondern nur ein Hinweis, wo im Markt man objektiv steht. Längerfristig bleibt der innere Markt aber vollkommen intakt und ich sehe daher keinen Grund für „echte“ Investoren ihre Engagements aufzulösen. Vielmehr halte ich noch einige Titel für sehr preiswert
Goldminen weiter sehr attraktiv
Entsprechend der Anzahl Ihrer Fragen an mich gehe ich davon aus, dass Sie sich besonders für die Bereiche Edelmetalle und Goldminen interessieren. Daher will ich Sie heute nochmals auf die positive Ausgangssituation des Minensektors hinweisen, vor allem aber auf die jungen Explorer. Bekanntlich haben sich die Minentitel und insbesondere die kleinen und jungen Explorer in den vergangenen Monaten sehr schlecht geschlagen – vor allem im Vergleich zu den hohen Preisen der physischen Edelmetalle.
Im folgenden Chart sehen Sie die Entwicklung eines bekannten ETF`s, der die wichtigsten Explorer abbildet.

Deutlich ist die Gipfelbildung des vergangenen Frühjahrs (Ziffer 4 ) bei 41 zu sehen. Die vorhergehende Euphorie wurde durch die Ankündigung von „QE 2“ im August 2010 ausgelöst, da sich damals abzeichnete, daß die Zinsen auf Jahre tief bleiben würden und die FED viel mehr Geld als ursprünglich geplant drucken würde. Da aber die Goldminen eben auch nur mit dem Hauptindex korrelierte Aktien sind, gerieten diese ebenfalls im vergangenen Jahr stark unter Druck. Vor allem als sich der Goldpreis abschwächte und der Dollarkurs spiegelbildlich anzog. Diese Entwicklung war wohl der Knackpunkt für die Minenaktien. Denn wegen der hohen Entwicklungs- und Förderkosten sind wenige Monate mit hohen Goldpreisen nicht ausreichend, um die Minenaktien unter Strom zu setzen. Diesbezüglich wird bei den Explorern im wahrsten Sinne des Wortes die Zukunft gehandelt und die Edelmetallpreise müssen über Jahre hoch bleiben, um das heute noch im Boden liegende Gold gewinnbringend fördern zu können.
Jedenfalls bildete sich ab dem Frühjahr 2011 ein Abwärtstrend heraus, den Sie auch an der fallenden Widerstandslinie erkennen. Im vergangenen Herbst entwickelte sich bei 24 Punkten eine Bodenbildung, deren Bedeutung durch einen Fehlausbruch nach unten bestätigt wurde. Im Anschluss bildete sich ab den ersten Januartagen eine dynamische X-Säule, die auf den aktuellen Nachfrageüberhang deutet. Bislang endete die Erholung, wie auch die vorhergehenden, in unmittelbarer Umgebung der Widerstandslinie, die ihrem Namen damit alle Ehre erwies. Nun müssen die Bullen also ihre Chance nutzen, um das Blatt zu wenden, oder einen neuen Aufwärtstrend zu beginnen.
Weil der Anblick so schön ist……
Vor allem der schnörkellose P & F Chart des DAX zeigt die Überlegenheit der Käufer im DAX. Bereits Ende Dezember (Buchstabe C im rechten Bereich) wurde der Abwärtstrend überwunden und der frische, aber noch wackelige Aufwärtstrend bestätigt. Vor wenigen Tagen wurde die sehr hohe Hürde des Widerstands bei 6.400 geknackt.

Dadurch sind nun keine ernsthaften Widerstände mehr bis zu den Hochs des vergangenen Sommers zu erkennen. Das meist zuverlässige strategische Langfristziel der P & F Technik liegt sogar bei heute kaum vorstellbaren 7.700 Punkten.
Falls Sie sich für die altbewährte P & F Technik und den inneren Markt interessieren, beachten Sie bitte auch meinen kostenlosen Informationsbrief.
Nun aber wünsche ich Ihnen ein schönes und angesichts der Temperaturen erfrischendes Wochenende.
Mit herzlichen Grüßen aus dem Rheinland,
Ihr Klaus Buhl
Libra Invest GmbH
www.libra-invest.de
klaus.buhl@libra-invest.de
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Klaus Buhl, Libra Invest GmbH |
Klaus Buhl verfügt über mehr als 15 Jahre praktische Erfahrung in der Investmentbranche u.a. als Analyst, Fondsmanager, Händler und Kommentator. Diese Erfahrung setzt er für seine Kunden in speziellen und unkorrelierten Depots um.
Darüber hinaus betreibt er das Portal www.libra-invest.de, das Ihnen praktische Tipps gegen Manipulationsversuche der Finanzindustrie gibt und Ihnen durch einen alternativen Investment-Ansatz eine völlig neue Perspektive auf die Märkte bietet.
Die Investment-Philosophie von Klaus Buhl fokussiert sich auf die Identifizierung von Risikophasen, sowie auf marktneutrale und Absolut-Return-Konzepte. Vor allem aktive Trader und nicht nur "normale Anleger" sollten nämlich stets Ihr verdientes Kapital in trockene Tücher bringen. Erfahren Sie mehr unter www.libra-invest.de!
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