Riskante Währungen wie die Lira und der Real sind wieder gefragt



08:15 04.02.12




Risk On, Risk Off“. Wie bei einem Kind, das mit einem Lichtschalter spielt, ist dies seit Monaten auch das Spiel an den Märkten. Stand die Eurokrise im Vordergrund, dann flohen die Investoren aus riskanten Anlagen, gab es Anzeichen für eine Stabilisierung der Weltkonjunktur, dann war wieder Risiko und damit die Aussicht auf Rendite gefragt. Das führte nicht nur zu einem Auf und Ab an den Aktienmärkten, sondern auch zu heftigen Kursschwankungen am Devisenmarkt. Eine Konstante dabei waren die Bewegungen in den US-Dollar und wieder aus ihm heraus. Die (immer noch) Weltleitwährung dient als sicherer Anlagehafen und war daher in den „Risk-Off“-Phasen gefragt.

Die Märkte gehen immer schneller
Früher dauerte es lange, bis sich die Investoren umorientierten und auf neue Marktbewegungen reagierten. Entsprechend waren auch die Schwankungen an den Märkten weniger stark. Auch heute ändern langfristig orientierte Investoren nicht alle paar Tage ihre Strategie. Allerdings haben die kurzfristig orientierten Akteure massiv an Einfluss gewonnen, das zeigt sich an den überall stark gestiegenen Umsätzen. Es wird ständig verkauft und gekauft. Halten und Liegen lassen, ist anscheinend nur etwas für Dinosaurier wie Warren Buffett. Doch auch heute bestimmen die langfristigen Investoren noch die Kursrichtung an den Märkten, denn sie orientieren sich an den fundamentalen Rahmenbedingungen. Die starken Kursschwankungen werden lediglich für günstige Zeitpunkte zum Einstieg und Ausstieg genutzt. Die Volatilität an den Märkten ist wie ein statistisches Rauschen, hinter dem man den Trend erkennen muss.

Der Schalter steht auf „Risk On“
Seit Jahresbeginn liegt der Schalter wieder auf „Risk On“. Die Aktienmärkte legten kräftig zu, der US-Dollar kam sogar gegenüber dem Euro unter Verkaufsdruck und riskante, aber hohe Renditen versprechende Währungen wie die Türkische Lira, der Südafrikanische Rand, der Ungarische Forint, der Polnische Zloty, der Brasilianische Real und andere waren wieder gefragt. Und wie immer geht das nicht allmählich. Die Herde rennt blökend in eine Richtung und kleiner will der letzte sein und einen Trend verpassen. Die entsprechenden Wechselkurse gegenüber dem Euro stürzten rasch auf die tiefsten Stände seit Mitte 2011. Die massiven wirtschaftlichen Probleme, mit denen z.B. die Türkei, Ungarn oder Südafrika zu kämpfen haben, spielen plötzlich keine Rolle mehr.

The Trend Is Your Friend
Dieser Trend wird sich nicht ungebrochen so fortsetzen. Es wird wieder Phasen geben, in denen die Anleger erneut aus dem Risiko fliehen. Anlässe dafür lassen sich viele denken. Doch der grundlegende Trend bleibt: Die Eurokrise wird nicht zu einer globalen Finanzkrise werden wie 2008 und die Weltwirtschaft rutscht nicht in eine Rezession. Diese Erkenntnis hat sich in den letzten Wochen und Monaten an den „Trading Desks“ breit gemacht und wird dafür sorgen, dass wieder mehr Risiko gesucht wird. Mögliche Rückschläge können Sie daher zum Einstieg in Währungen wie die Türkische Lira, den Brasilianischen Real oder den Polnischen Zloty nutzen.


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