Man kann nur staunen, wenn man den Blick auf den DAX wirft und feststellt, dass in der vergangenen Woche auch der Widerstand bei 6.500 Punkten mühelos überwunden wurde. Nach wie vor liest man in den Zeitungen Abgesänge auf den Euro, auf einzelne Euro-Staaten oder die Wirtschaft und Aktien im Allgemeinen. Ich lese das zwar nicht gerne, bin aber dennoch irgendwie froh, dass die Pessimisten nach wie vor auf die Pauke hauen, denn das zeigt mir, dass viele Anleger nicht in Aktien investiert sind und daher auch keine verkaufen können. Das ist mit ein Grund für den Kursanstieg der letzten Wochen.
Positive Nachrichten aus China und
den USA
Natürlich
gibt es auch noch „handfeste“ Gründe für den Kursanstieg. So
legte der ISM-Einkaufsmanagerindex
in den USA kräftig auf 54,1 Punkte zu. Auch wenn die Erwartungen
damit knapp
verfehlt wurden, signalisiert der ISM-Index dennoch eine
spürbare
Beschleunigung der US-Wirtschaft im ersten Quartal. Viele
Volkswirte trauen dem
Braten jedoch nicht und halten dies für eine Übertreibung.
Dementsprechend sind
viele BIP-Prognosen möglicherweise zu pessimistisch. Auch in
China ist der
Einkaufsmanagerindex überraschend gestiegen – fast wie auf
Bestellung zum
Besuch von Bundeskanzlerin Merkel in Peking.
Entspannung an den Rentenmärkten
Von den
Rentenmärkten kamen in dieser Woche ebenfalls ermutigende
Signale. Spanien
konnte problemlos 4,56 Mrd. Euro einsammeln und auch
italienische Papiere waren
gefragt. Die Renditen für die Anleihen beider Länder gaben
spürbar nach und
sind derzeit so niedrig wie seit Herbst 2011 nicht mehr. Zwar
ist das
Zinsniveau vor allem in Italien mit knapp unter sechs Prozent
immer noch sehr
hoch, aber die Zeichen stehen auf eine weitere Entspannung, was
vor allem der
EZB zu verdanken ist. Die Europäische Zentralbank flutet die
Banken mit
Liquidität, welche diese zum Kauf von Staatsanleihen nutzen.
Allerdings gab es
in dieser Woche auch einige enttäuschende Nachrichten, vor allem
von den
Quartalsberichten der Unternehmen, diese hielten sich aber im
Rahmen.
Deutsche Bank und Münchener Rück
Die
Deutsche Bank ist im vierten Quartal aufgrund von Einbußen im
Investmentbanking
in die Verlustzone gerutscht. Bei den Anlegern kam dies nicht
gut an, auch weil
eine Prognose für 2012 nicht gemacht wurde. Die Aktie konnte
sich zwar im
positiven Marktumfeld dennoch behaupten, Sie sollten aber vor
einem Einstieg in
den meiner Ansicht nach attraktiven Finanzwert einen Rücksetzer
abwarten. Viele
teure Naturkatastrophen haben der Münchener Rück 2011 das
Geschäft verhagelt.
Dazu kam noch die Staatsschuldenkrise. Der Gewinn 2011 brach um
fast drei
Viertel ein. Das alles war aber keine Überraschung, zudem soll
die
Dividende dennoch unverändert bleiben.
Das half der Aktie weiter nach oben. Nach dem Ausbruch über die
Widerstandszone
bei 100,00/101,50 Euro bleibt die Charttechnik positiv. Der
Titel nimmt die
Marke von 110 Euro ins Visier.
Fazit
Der DAX
bleibt weiterhin auf Erholungskurs, insbesondere nach dem
Ausbruch über 6.500
Punkte. Große Kursschwankungen sind jedoch jederzeit möglich,
insbesondere bei
neuen Nachrichten von der Euro-Schuldenkrise. Das Tempo des
Kursaufschwungs
dürfte jedoch bald etwas nachlassen, da die Markttechnik eine
Überhitzung beim
DAX signalisiert. Kleinere Rücksetzer können dabei durchaus zum
Einstieg
genutzt werden.
Erfolgreiche Investments wünscht
Ihr
Stefan Böhm
Chefredakteur
DaxVestor
http://www.dax-vestor.de
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S. Böhm, DaxVestor |
Der DaxVestor ist Deutschlands großer DAX-Börsenbrief und legt seinen Fokus auf Aktien, Optionsscheine und Hebelzertifikate. Es wird eine reines DAX-Musterdepot geführt, welches von Stefan Böhm gemanaged wird. Der diplomierte Volkswirt verfügt über langjährige Erfahrung und ausgezeichnete Referenzen im Bereich Aktien und Derivate. Mehr Informationen über das vielfältige Leistungsangebot und weitere Zusatzleistungen erhalten Sie unter www.dax-vestor.de.
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