DAX: Lohnt sich jetzt noch der Einstieg?



08:16 04.02.12

Man kann nur staunen, wenn man den Blick auf den DAX wirft und feststellt, dass in der vergangenen Woche auch der Widerstand bei 6.500 Punkten mühelos überwunden wurde. Nach wie vor liest man in den Zeitungen Abgesänge auf den Euro, auf einzelne Euro-Staaten oder die Wirtschaft und Aktien im Allgemeinen. Ich lese das zwar nicht gerne, bin aber dennoch irgendwie froh, dass die Pessimisten nach wie vor auf die Pauke hauen, denn das zeigt mir, dass viele Anleger nicht in Aktien investiert sind und daher auch keine verkaufen können. Das ist mit ein Grund für den Kursanstieg der letzten Wochen.

Positive Nachrichten aus China und den USA
Natürlich gibt es auch noch „handfeste“ Gründe für den Kursanstieg. So legte der ISM-Einkaufsmanagerindex in den USA kräftig auf 54,1 Punkte zu. Auch wenn die Erwartungen damit knapp verfehlt wurden, signalisiert der ISM-Index dennoch eine spürbare Beschleunigung der US-Wirtschaft im ersten Quartal. Viele Volkswirte trauen dem Braten jedoch nicht und halten dies für eine Übertreibung. Dementsprechend sind viele BIP-Prognosen möglicherweise zu pessimistisch. Auch in China ist der Einkaufsmanagerindex überraschend gestiegen – fast wie auf Bestellung zum Besuch von Bundeskanzlerin Merkel in Peking.

Entspannung an den Rentenmärkten
Von den Rentenmärkten kamen in dieser Woche ebenfalls ermutigende Signale. Spanien konnte problemlos 4,56 Mrd. Euro einsammeln und auch italienische Papiere waren gefragt. Die Renditen für die Anleihen beider Länder gaben spürbar nach und sind derzeit so niedrig wie seit Herbst 2011 nicht mehr. Zwar ist das Zinsniveau vor allem in Italien mit knapp unter sechs Prozent immer noch sehr hoch, aber die Zeichen stehen auf eine weitere Entspannung, was vor allem der EZB zu verdanken ist. Die Europäische Zentralbank flutet die Banken mit Liquidität, welche diese zum Kauf von Staatsanleihen nutzen. Allerdings gab es in dieser Woche auch einige enttäuschende Nachrichten, vor allem von den Quartalsberichten der Unternehmen, diese hielten sich aber im Rahmen.

Deutsche Bank und Münchener Rück
Die Deutsche Bank ist im vierten Quartal aufgrund von Einbußen im Investmentbanking in die Verlustzone gerutscht. Bei den Anlegern kam dies nicht gut an, auch weil eine Prognose für 2012 nicht gemacht wurde. Die Aktie konnte sich zwar im positiven Marktumfeld dennoch behaupten, Sie sollten aber vor einem Einstieg in den meiner Ansicht nach attraktiven Finanzwert einen Rücksetzer abwarten. Viele teure Naturkatastrophen haben der Münchener Rück 2011 das Geschäft verhagelt. Dazu kam noch die Staatsschuldenkrise. Der Gewinn 2011 brach um fast drei Viertel ein. Das alles war aber keine Überraschung, zudem soll die Dividende  dennoch unverändert bleiben. Das half der Aktie weiter nach oben. Nach dem Ausbruch über die Widerstandszone bei 100,00/101,50 Euro bleibt die Charttechnik positiv. Der Titel nimmt die Marke von 110 Euro ins Visier.

Fazit
Der DAX bleibt weiterhin auf Erholungskurs, insbesondere nach dem Ausbruch über 6.500 Punkte. Große Kursschwankungen sind jedoch jederzeit möglich, insbesondere bei neuen Nachrichten von der Euro-Schuldenkrise. Das Tempo des Kursaufschwungs dürfte jedoch bald etwas nachlassen, da die Markttechnik eine Überhitzung beim DAX signalisiert. Kleinere Rücksetzer können dabei durchaus zum Einstieg genutzt werden.




Erfolgreiche Investments wünscht

Ihr
Stefan Böhm
Chefredakteur DaxVestor
http://www.dax-vestor.de



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Über den Autor
 
Autor: S. Böhm S. Böhm,
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Der DaxVestor ist Deutschlands großer DAX-Börsenbrief und legt seinen Fokus auf Aktien, Optionsscheine und Hebelzertifikate. Es wird eine reines DAX-Musterdepot geführt, welches von Stefan Böhm gemanaged wird. Der diplomierte Volkswirt verfügt über langjährige Erfahrung und ausgezeichnete Referenzen im Bereich Aktien und Derivate. Mehr Informationen über das vielfältige Leistungsangebot und weitere Zusatzleistungen erhalten Sie unter www.dax-vestor.de.

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