Ist die Krise nun vorbei?



10:28 04.02.12

In den USA sind außerhalb der Landwirtschaft 243.000 neue Stellen geschaffen worden. Analysten hatten, wie gestern bereits berichtet, lediglich mit 170.000 Stellen gerechnet.

Wenn Sie sich die Tendenz der vorherigen Monate anschauen, erkennen Sie nun einen klaren, sich beschleunigenden Aufwärtstrend. Sollte diese Entwicklung anhalten, wäre das ein sehr bullishes Zeichen. Aber von einem "Stellenwunder " zu sprechen, ist selbstredend noch viel zu früh. Immer noch bleiben die Zahlen unter 300.000 und das ist auf Dauer einfach zu wenig.

Und wieder einmal haben die ADP-Daten vom Mittwoch nicht einmal von der Tendenz her richtig gelegen. Nach wie vor, trotz veränderter Berechnung, sollten Sie also zur Prognose eher auf anderen Daten zurückgreifen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren zum Beispiel ein besserer Indikator (siehe Steffens Daily von gestern).

DAX rennt davon

Werfen wir einen Blick auf den DAX, der nach der Veröffentlichung dieser Daten deutlich anzog:

Sie erkennen, dass nach dem Kampf um die 6.430er Marke und dem idealtypischen Bruch mit einem Retest von oben der DAX nun Dynamik aufbaut und in Richtung der anvisierten 7.000-Punkte-Marke läuft. In diesem Bereich könnte er sich noch einmal schwer tun zumal dann auch die obere Begrenzung des Aufwärtstrends (grün) in die Nähe rückt. Dazu noch einmal der Hinweis, dass dieser Aufwärtstrend noch nicht wirklich bestätigt ist trotzdem sollte er eine gewisse Relevanz zeigen.

Zudem sind die Märkte nach wie vor im stark überkauften Bereich eine Konsolidierung ist jederzeit zu erwarten. Die Frage ist nur, von welchem Niveau aus dies geschieht. Und das ist bei solchen Gegenbewegungen nach einem Crash immer äußerst schwer zu prognostizieren. Aus folgenden Gründen:



Der Markt macht keine Gefangenen

Wenn Sie sich die Bewegung seit Mitte Dezember anschauen, so erkennen Sie, dass es Nachzüglern gerade nicht leicht gemacht wird, noch in diesen Markt einzusteigen. Es ist die Situation, die wir Der Markt macht keine Gefangenen nennen. Er rennt also weiter und weiter, ohne nennenswerte Konsolidierungen, die man zu einem Einstieg nutzen könnte. Vor allem die institutionellen Anleger haben mit solchen Märkten Probleme. Sie werden geradezu in den Markt gezwungen, um nicht in eine erhebliche Underperformance zum DAX zu geraten. So nährt die Hausse die Hausse. Und genau das macht eine Prognose so schwierig, denn niemand weiß, wann die Profis entsprechend investiert sind.

Das Angst-Level

Eines können wir aber festhalten: Im Bereich zwischen 7.000 Punkten, dem wichtigen Widerstand, wie man im Chart erkennen kann, und 7.600 Punkten, dem Rally-Hoch aus der Aufwärtsbewegung, die dem 2008/9er Crash folgte, wird es sehr schwierig für den DAX.

Krise zu Ende?

Sollte der DAX tatsächlich dieses Hoch überwinden, wäre das eigentlich ein Zeichen dafür, dass die Krise in Europa, zumindest aus der Sicht der deutschen Wirtschaft, vorbei wäre. Und ich bin mir sicher, dass auf diesem Kursniveau einige institutionelle Anleger Muffensausen bekommen und lieber wieder vorsichtiger agieren. Aus diesem Grund wird es in diesem Bereich zu einem höheren Verkaufsdruck kommen. Wenn die Kurse einfach weiter steigen, trifft dieser Verkaufsdruck auf einen sehr stark überkauften Markt. In vielen Fällen führt das bei derart fundamental wichtigen Widerständen dazu, dass der Index erst einmal in eine Seitwärtsbewegung übergeht.

Besser wäre es, wenn der Markt bereits vorher in eine kleine Konsolidierung übergehen würde, um quasi Kraft zu sammeln.

Im DAX wird es also in den kommenden Tagen und Wochen gerade auch im Hinblick auf die Krise in der EU sehr spannend. Dabei weigere ich mich nach wie vor, Wasserstandsmeldungen abzugeben, wann denn nun der Schuldenschnitt in Griechenland erfolgen wird und in welchem Umfang hierzu laufen fast stündlich sich zum Teil widersprechende Nachrichten über den Ticker. Er wird zwar kommen, da besteht eigentlich keine Frage nur eben wann und in welchem Umfang

Viele Grüße

Jochen Steffens

(Quelle: www.stockstreet.de)

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Über den Autor
 
Autor: Jochen Steffens Jochen Steffens,
Stockstreet GmbH

Jochen Steffens ist als Chefredakteur diverser Fachpublikationen im Bereich Börse und als bekannter Kolumnist tätig. Seit mehr als zwölf Jahren arbeitet er als eigenverantwortlicher Daytrader mit dem Schwerpunkt Futurehandel. Als Geschäftsführer der Stockstreet GmbH ist er für die Börsenseite stockstreet.de verantwortlich. Dort gibt er den täglich erscheinenden Börsennewsletter: "Steffens Daily" heraus. Für mehr Information: www.stockstreet.de

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