Aktueller Wochenrückblick



07:49 05.02.12

Mit einem deutlichen Kursgewinn von 3,9 Prozent hat der DAX die vergangene Handelswoche beendet. Der Deutsche Aktienindex kletterte um 255 Punkte nach oben und ging bei einem Indexstand von 6.767 Punkten ins Wochenende. Damit wurde die charttechnische Marke von 6.700 mühelos durchbrochen. Auch das nachhaltige Durchbrechen der 200-Tage-Linie gilt unter Charttechnikern als positives Signal und spricht für weitere Kursgewinne.

Zu Wochenbeginn startete der Handel zunächst verhalten. Die Unsicherheit über das Rettungspaket Griechenland war groß. Dann sorgte Frankreich mit einer Reduzierung der Wachstumsprognosen für Verunsicherung. Zur Wochenmitte drehte sich jedoch das Blatt. Die Aktienmärkte haussierten, nachdem sich eine Lösung in der Krise Griechenlands abzuzeichnen scheint und mehrere positive Konjunkturdaten veröffentlicht wurden. Der DAX kletterte auf den höchsten Stand dieses Jahres. Zahlreiche institutionelle Marktteilnehmer sind derzeit unterinvestiert und werden von der guten Marktentwicklung überrascht. Diese steigen auf dem aktuellen Kursniveau ein und sorgen für weiter steigende Kurse.

Am Freitag sorgten die Arbeitsmarktdaten in den USA für eine regelrechte Überraschung. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen fiel doppelt so hoch aus als von Analysten erwartet. Dies ist ein Signal für eine gut laufende Wirtschaft in den vereinigten Staaten. Nach der Veröffentlichung dieser Daten ging es mit den Aktienkursen erneut stark nach oben.



Positive Analystenkommentare haben den Kurs der RWE-Aktie deutlich anziehen lassen. Morgan Stanley hat die RWE-Aktie auf die Empfehlungsliste genommen. RWE-Aktien gelten nach Aussage der Analysten als besonders günstig bewertete Aktie unter den europäischen Versorgern. Die Aktie des in den vergangenen Wochen stark gebeutelten Energieversorgungsunternehmens legte in der letzten Handelswoche 9,7 Prozent auf 31,59 Euro zu. Die positive Konjunkturentwicklung hat sich vor alle bei den konjunktursensiblen Aktien positiv in der Aktienkursentwicklung wiedergespiegelt. Besonders stark profitierten davon auch die Automobilhersteller. BMW-Aktien legen 8,3 Prozent im Wochenverlauf zu. Bei Daimler beträgt der Gewinn immerhin 6,5 Prozent und Volkswagen verteuerten sich um 4,2 Prozent. Aktien des Speicherchipherstellers infineon legten um 6,8 Prozent zu. Auch wenn die Daten des ersten Quartals rückläufig waren, lagen die Ergebnisse über den Erwartungen. Selbst bei einem schwachen Geschäft gelang es dem Chiphersteller Gewinne zu schreiben und die Aussichten sind bereits wieder positiv.

Mit den Aktien von Henkel und Fresenius gab es lediglich zwei Aktien, die im Wochenverlauf leicht nachgaben. Allerdings liegt der Kursverlust bei unter 1 Prozent. Zu den Wochenverlierern mit einem Kursgewinn von lediglich 0,7 Prozent zählen auch die Papiere der Deutschen Telekom, die mit einem Kurs von 8,8 Prozent ins Wochenende gingen.

Mit Spannung wird in der kommenden Woche die Entscheidung im Schuldenpoker Griechenlands erwartet. Sollte es hier zu keinen negativen Überraschungen kommen, dürfte es mit den Aktienkursen weiter steil nach oben gehen. Sollten jedoch Überraschungen das Marktgeschehen beeinflussen, könnten die Kurse schnell in den Keller fallen. Negatives Potential könnte auch die Entwicklung im Atomstreit mit dem Iran entwickeln. Falls es hier zu einer Zuspitzung der Lage kommt, könnte der DAX schnell Verluste einfahren.

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Über den Autor
 
Autor: Jürgen Schwenk Jürgen Schwenk,
Herausgeber Bullenbrief

Während seines Studiums mit dem Schwerpunkt Bank lernte Jürgen Schwenk verschiedene Abteilungen einer Großbank kennen. Nachdem es ihm gerade der Umgang im Privatkundengeschäft mit der Wertpapierberatung angetan hatte, wurde der Grundstein für sein umfangreiches Börsenwissen gelegt. Im Studium vertieft er die Fachrichtung rund um die Wertpapiere und schrieb schließlich in diesem Fach im Jahr 2000 seine Diplomarbeit über "Elektronische Handelsplattformen als Konkurrenz zu traditionellen Börsen". Heute ist dies mit dem außerbörslichen Handel bereits Realität geworden. Nachdem Jürgen Schwenk bei der ehemaligen Hypo Bank und der fusionierten HypoVereinsbank genügend Praxis gesammelt hatte, wechselte er beruflich direkt an den Puls der Börse und lies sich in Frankfurt am Main nieder. Dort analysierte er neben den Börsenentwicklungen für die Bullenbrief-Ausgaben die Entwicklungen und Risiken von Deka-Fonds. Inzwischen blickt der Autor auf professionelle Börsenerfahrung seit 1997 zurück, die geschickt und unterschwellig in die wöchentlichen Börsenbrief-Ausgaben einfließen.

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