Commerzbank will Krisentochter Eurohypo abwickeln
Die schwierigen Verhandlungen um ein zweites milliardenschweres Hilfspaket für Griechenland und die dafür notwendigen Einschnitte scheinen nun endlich voran zu kommen. Regierungskreisen zufolge soll nun offenbar ein schriftlicher Entwurf der bisher ausgehandelten Punkte zusammengestellt werden. Dieser werde dann den Spitzenpolitikern zur Unterschrift vorgelegt. Die Einigung der griechischen Parteien gilt als Voraussetzung für weitere internationale Hilfen.
Der DAX baute einen Großteil seiner heutigen Verluste ab und lag nun bei 6.758 Punkten nur noch mit 0,1 Prozent im Minus. Der Euro gewann rund 1,5 US-Cent und stieg auf 1,3260 US-Dollar.
Die Mehrheit der kurzfristig orientierten Marktteilnehmern hatte heute vor allem auf bald wieder steigende Kurse des DAX gesetzt. Der Euwax Sentiment Index lag größtenteils oberhalb der Nulllinie. Nachdem der DAX seine Tagesverluste tatsächlich aufgeholt hatte, setzten allerdings Gewinnmitnahmen bei Call-Optionsscheinen und Long-Zertifikaten ein.
Die Commerzbank will offenbar ihre Krisentochter Eurohypo abwickeln und damit den wohl größten Klotz am Bein so schnell wie möglich abschütteln. Die gewerbliche Immobilienfinanzierung der Eurohypo soll dabei um mehr als die Hälfte auf ein Volumen von nur noch 25 bis 30 Milliarden Euro eingedampft werden. Der verbleibende kleine Kern könnte dann vollständig im Konzern aufgehen. Die Commerzbank will sich dafür anscheinend mit der Eurohypo aus den USA und anderen Ländern zurückziehen und auf einige wenige Länder in Europa beschränken. Die EU-Kommission hatte im Gegenzug für die Genehmigung der milliardenschweren Staatshilfen für die Commerzbank einen Verkauf der Eurohypo bis zum Jahr 2014 gefordert. Ein solcher Verkauf scheint aufgrund der andauernden Verluste und der enormen Größe des Unternehmens derzeit aber unmöglich zu sein. Die EU-Kommission müsste den alternativen Plänen der Commerzbank jedoch erst ihre Zustimmung erteilen. Das Geldinstitut habe deshalb EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia um Erlaubnis gebeten. Von den Börsianern wird die Idee bereits honoriert. Die Aktie kletterte um 3,2 Prozent auf 1,95 Euro.
Die schweizer Großbank UBS hat mit ihrem Ergebnis für das Jahr 2011 die Erwartungen der Analysten verfehlt. Der Reingewinn ging auf 4,23 Milliarden Schweizer Franken zurück. Ein Jahr zuvor waren es noch 7,5 Milliarden Schweizer Franken. Trotz der Krise konnte die UBS im Wealth Management bei vermögenden Anlegern 3,1 Milliarden Schweizer Franken einsammeln. Die Aktie lag heute Nachmittag bei 13,02 CHF mit 1,4 Prozent im Minus.
Die Analysten der WestLB haben das Kursziel für die K+S-Aktie
von 58 auf 50 Euro gesenkt. Möglicherweise hängt diese
Korrektur der Einschätzung mit der unklaren konjunkturellen
Situation zusammen. Denn die schwächere Kali-Nachfrage der
Bauern machte zuletzt auch dem K+S-Konkurrenten und
Düngemittelhersteller Potash zu schaffen. Der Aktienkurs von
K+S kletterte heute allerdings weiter und lag am Nachmittag
bei 40,60 Euro mit 1,5 Prozent im Plus. Hier hat die aktuelle
Kältewelle in Europa offensichtlich auch die Phantasie der
Anleger geweckt, die nun eine zunehmende Nachfrage nach
Streusalz erwarten. Derivateanleger hatten bereits vor einigen
Tagen damit begonnen, zunehmend Knock-out-Calls und
Call-Optionsscheine auf K+S zu kaufen.
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