Daimler erzielt Rekordgewinn – Dividende wird angehoben
Nach einem zähen Verhandlungsmarathon haben die Spitzenvertreter der drei Regierungsparteien Griechenlands die harten Sparauflagen der Europäischen Union (EU) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) akzeptiert. Damit wurde eine entscheidende Hürde für weitere milliardenschwere Hilfen überwunden. Am Abend wollen nun die Finanzminister der Euro-Zone bewerten, ob die Zusagen tatsächlich ausreichen. Die Fraktionen des Bundestages werden am Freitag darüber beraten. Griechenland benötig bis Mitte März dringend frisches Kapital, sonst wäre eine Staatspleite kaum noch abzuwenden.
Am Nachmittag waren aber auch aktuelle Daten vom US-Arbeitsmarkt veröffentlicht worden. Dabei stellten in der Vorwoche 358.000 Menschen erstmals einen Antrag auf US-Arbeitslosenhilfe. Analysten hatten mit 370.000 Anträgen gerechnet.
Der DAX reagierte auf all' diese Fakten mit einem Zwischenspurt und erreichte bei 6.838 Zählern ein neues Jahreshoch. Etwas später setzten am Aktienmarkt Gewinnmitnahmen ein, die den Kurs des deutschen Börsenbarometers auf 6.785 Punkte zurückführten. Damit lag er aber immer noch 0,5 Prozent im Plus.
Die Mehrheit der kurzfristig orientierten Marktteilnehmer hatte nach einer kurzen Aufwärtsbewegung am Morgen erst einmal Put-Optionsscheine und Short-Zertifikate auf den DAX gekauft. Der Euwax Sentiment Index lag in dieser Phase bei minus 39 Punkten. Als der DAX dann aber rund 40 Punkte tiefer notierte, kam es hier schon wieder zu Gewinnmitnahmen. Danach war kaum noch ein klarer Anlegertrend erkennbar. Am Nachmittag wurde aber wieder auf steigende Kurse gesetzt. Jetzt lag der Euwax Sentiment Index bei plus 35 Punkten.
Daimler hat im abgelaufenen Jahr von der boomenden Pkw- und Lkw-Nachfrage profitiert. Dabei konnte der operative Gewinn um fast ein Viertel auf einen neuen Rekordwert von knapp neun Milliarden Euro gesteigert werden. Daran werden nun auch die Aktionäre beteiligt. Der Vorstand schlägt eine Anhebung der Dividende um 35 Cent auf 2,20 Euro vor. Der Aktienkurs kletterte um 4,4 Prozent auf 46,58 Euro. An der Euwax war es gestern schon zu verstärkten Käufen bei Call-Optionsscheinen auf Daimler gekommen. Diese setzten sich heute fort.
Die Credit Suisse musste für das vierte Quartal 2011 allerdings einen unerwartet hohen Verlust von 637 Millionen Schweizer Franken hinnehmen. Der Jahresgewinn ging um 62 Prozent auf 1,953 Milliarden Schweizer Franken zurück. Deshalb soll die Dividende von 1,30 CHF im Vorjahr auf 0,75 CHF gekürzt werden. Die Aktie fiel heute um 2,6 Prozent auf 24,58 Euro.
Die Aktien der Commerzbank legten hingegen weiter zu. Der Kurs stieg hier um 2,6 Prozent auf 2,15 Euro. Die Deutsche Bank notierte bei 34,96 Euro mit 1,4 Prozent im Plus. Hier kam es heute auch zu einigen Gewinnmitnahmen bei Calls.
Der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco Systems legte gestern in den USA nachbörslich hervorragende Zahlen vor. So konnte der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 10,6 Prozent auf 11,5 Milliarden US-Dollar gesteigert werden. Der Nettogewinn stieg auf 2,2 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 1,5 Milliarden US-Dollar). Der Kurs der Aktie kletterte im deutschen Handel zeitweise um 1,6 Prozent auf 15,49 Euro. Später schmolzen die Kursgewinne aber wieder zusammen.
Der EZB-Rat hat den Leitzins in
der Euro-Zone wie erwartet bei 1,0 Prozent belassen.
Zusätzliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Staatsschuldenkrise
wurden nicht beschlossen. Allerdings bleibt weiter die Frage
offen, ob sich die EZB an der
Umschuldung Griechenlands beteiligen werde. Es soll Vorschläge
geben, dass die EZB beispielsweise
auf die Zinsgewinne ihrer Gechäfte mit griechischen
Staatsanleihen verzichten könnte. Der Euro notierte am
Nachmittag bei 1,3300 US-Dollar. An der Euwax waren
Knock-out-Calls auf die Gemeinschaftswährung gesucht.
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