Hellas und kein Ende: Nachdem am gestrigen
Tag die Einigung der griechischen Regierungsparteien zu den von
der Troika geforderten Spar- und Reformmaßnahmen schon nahezu in
trockenen Tüchern war, scheinen heute die ersten
Koalitionsmitglieder dem Druck der Straße nachgeben zu wollen.
Die im rechten Spektrum anzusiedelnde Regierungspartei LAOS
scheint im Vorfeld der Wahlen in Griechenland innenpolitisch
Punkte sammeln zu wollen und kündigt an, dem vereinbarten
Sparpaket die parlamentarische Zustimmung zu verweigern. Nach
unbestätigten Meldungen haben die vier Minister der LAOS-Partei
dem Regierungschef Papademos bereits ihren Rücktritt angeboten:
Politische Verantwortung sieht anders aus. Zwar verfügen die
verbleibenden Regierungsparteien immer noch über eine
ausreichende Mehrheit, um den Reformpakt passieren zu lassen,
jedoch soll es auch unter den Sozialisten bereits Kandidaten
geben, die gegen das Reformprogramm votieren wollen.
Die aus IWF, EZB und EU bestehende Troika fordert von den drei
Regierungsparteien die verbindliche Zusage, das Sparpaket auch
nach einer Neuwahl mitzutragen und entprechend umzusetzen. Ohne
schriftliche Zusage bleibt das zweite Hilfspaket im Wert von 130
Mrd. Euro auf Eis. In diesem Fall wäre Griechenland de fakto
pleite. Die Aktienmärkte quittieren die hellenische Rolle
rückwärts mit erhöhtem Abgabedruck: Dax und Dow geben deutlich
nach.
Der deutsche Aktienindex notiert bei aktuell 6.699 Zählern
1,3 Prozent schwächer. Der Euro Stoxx verliert 1,4 Prozent auf
2.486 Punkte. Die Europäische Gemeinschaftswährung gibt um 0,7
Prozent auf derzeit 1,3189 US-Dollar nach. Der US-Leitindex
DowJones liegt im frühen Handel bei momentan 12.774 Punkten 0,9
Prozent hinten. Der breiter gefasste S&P notiert bei 1.340
Treffern (minus 0,9 Prozent). Die Goldunze präsentiert beim Preis
von 1.721 US-Dollar einen Abschlag von 0,4 Prozent.
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