Der neue Markt ist lange her, die Aktienkultur in Deutschland hat durch
diese Ära jedoch nachhaltig einen Rückschlag erlitten und somit auch
einen Schaden davongetragen. Dabei liegt gerade in Zeiten von historisch
niedrigen Zinsen im festverzinslichen Bereich, bei den Staatsanleihen
und bei weiteren Zinsangeboten bei näherer Betrachtung eine Anlageklasse
deutlich vorne - nämlich die Aktie. Vor allem die dividendenträchtigen
Titel sind einen zweiten und dritten Blick wert. Der "Rosa Riese" aus
Bonn kommt gleich mit einer Reihe von Argumenten daher. Ein Grund mehr,
sich das einmal genauer anzusehen.
Substanz - vor und nach dem Börsengang
Es gab Zeiten, da warb z.B. Manfred Krug solo oder mit seinem Kollegen
aus der Krimireihe "Tatort" für die Volksaktie Telekom. Das war der
Börsengang mit den "T-Aktien" im Jahr 1996. Lange ist es nun her. Am
06.03.2000 notierte das Papier bei 103,50 EUR. Wie so manch anderes
Wertpapier, war auch hier gehörig Luft in der Aktie - hessisch
ausgedrückt kann man wohl von "uffgepumpt" sprechen. Heute möchte Krug
auf sein damaliges Engagement wohl eher weniger angesprochen werden.
Doch auch hier sei einmal gesagt: Mit der Aktie konnten Sie damals aber
auch gutes Geld verdienen. Das alte Problem war wie immer die Gier. Man
muss Gewinne eben auch mitnehmen können. Es gab Anreize das Papier zu
halten, die Telekom bot Bonusaktien als Variante der Gratisaktie an, um
Aktionäre im Papier zu halten - heute würde dies vermutlich noch
schlechter funktionieren, nachdem es auch steuerlich keinen Anreiz mehr
gibt. Lange Investitionen in Aktien lohnen sich nur in Zeiten vor der
Abgeltungssteuer. Bonusaktien sind übrigens Anteile einer
Aktiengesellschaft, die dann an Aktionäre nach vorher festgelegten
Kriterien, wie z.B. nach Haltedauer, ausgegeben werden. Die Bonusaktien
kommen dabei nicht aus einer Kapitalerhöhung. Damals lief das unter dem
Programm namens "Treuaktien". Irgendwoher muss das Geld doch dann aber
herkommen? Natürlich hat diese Taktik letztendlich ebenso Einfluss auf
die Marktkapitalisierung - der Wert je Anteilsschein wird ohnehin
dadurch verwässert. Dies also zur verkürzten Vorgeschichte.
Deutsche Telekom als Schwergewicht
Eines bleibt jedoch klar hervorzuheben: Die Deutsche Telekom ist ein
gigantischer Player und dies nicht nur in Deutschland. Noch im Februar
kommen die neuen Zahlen für 2011. Auf 2010 betrachtet erreichte man mit
rund 247.000 Mitarbeitern in 50 Ländern etwa einen Umsatz von 62
Milliarden Euro. Die Gesellschaft ist ein Schwergewicht im DAX30 und hat
dort eine Gewichtung von etwas mehr als 5 Prozent. Damit liegt sie
deutlich in den Top-10 der deutschen Standardwerte gemäß
Indexgewichtung. Nur Siemens, BASF, SAP, Bayer, Daimler, Allianz und
E.On haben schwereres Gewicht. Siemens und BASF kratzen allerdings
einsam an der Marke von 10 und 9 Prozent.
Telekom mit hoher Dividendenrendite
Die Deutsche Telekom ist an den Börsen derzeit mit einer
Marktkapitalisierung von 38,40 Milliarden Euro zum Zeitpunkt dieser
Analyse bewertet. Dies entspricht dem Kurs von EUR 8,88 via
XETRA-Handelsplatz für den Freitag, den 10.02.2012 zum Zeitpunkt der
US-Markteröffnung. Gerechnet auf den Kurs und die zu erwartende
Dividende von 0,70 EUR für das Geschäftsjahr 2011 errechnet sich eine
beeindruckende Dividendenrendite von sage und schreibe rund 7,8 Prozent.
Vor kurzem lag sie noch über der 8er-Marke. In den aktuellen Zeiten um
Eurokrise und Bankenchaos von allen Seiten, schwebt die Aktie des Rosa
Riesen vom Rhein sanft durch die Börsenlandschaft. Mittlerweile hat sie
beinahe den Anmut eines sehr stark defensiven Wertes in der DAX-Familie.
Während die Versorger, die diesen Platz historisch bisher einnahmen,
stärker durch den Atomkonsens und seinen Nachwehen litten, läuft die
Deutsche Telekom weiter ruhig und stieg z.B. in den vergangenen 10 Tagen
konsequent auf beinahe 9,00 EUR an. Mit der aktuellen Bewertung an den
Märkten kann man nicht von einer Übertreibung reden.
Investmentbanken geben der Telekom weiteres "Go"
Die aktuellen Empfehlungen der Investmentbanken zeigen ebenso in die
richtige Richtung, nämlich nach oben. Die neuesten Einstufungen der
amerikanischen Großbanken für das Bonner Unternehmen von der Citigroup
und der Bank of America Merrill Lynch lauten auf "buy/kaufen", Morgan
Stanley rät zu "overweight/übergewichten" und die Franzosen schieben den
Regler noch ein Stück weiter gen "outperform"
Einstieg eigentlich jederzeit möglich
Als Investor oder je nach Zeithorizont auch als Trader können Sie
theoretisch mit vielen Instrumenten am Erfolg oder auch am Scheitern der
Aktie des rosa Riesen teilhaben. Ob Sie nun Capped-Bonus-Zertifikate,
Bonus-Zertifikate, Discount-Zertifikate, Aktienanleihen, Calls oder Puts
auf die Telekom handeln - viel ist hier möglich. Auch CFDs sind groß im
Angebot. Das reinste Investment als solches ist und bleibt aber die
Aktie selbst. Nun können Sie sich überlegen noch auf den Zug
aufzuspringen oder in der nächsten Kursdelle zu kaufen. Wenn dann am
23.02.2012 die Resultate für 2011 publik werden und am 24.02.2012 die
Konferenzrunden anfangen, hat das Papier entweder schon ein kleines
Kursfeuer entfacht oder ist durch doch leichte, den Kurs dämpfende
Zahlen ein wenig am absinken. In jedem Fall wird auf Sicht bis zum
Dividendentermin zur Hauptversammlung am 24.05.2012 der Titel noch
weiteres Potenzial haben. Bei dieser Dividendenrendite wird das kein
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Dirk Friczewsky, Tradingstrategien |
Dirk Friczewsky ist Trader und Analyst bei Friczewsky Financial Markets.
Aktien, Anleihen, Devisen, Indizes und Rohstoffe werden einem
Marktscreening mittels der Technischen Analyse unterzogen und daraus
nachhaltige Tradingstrategien entwickelt. Je nach Marktlage sind die
Trading-Setups für Daytrading oder für mittelfristige bis langfristige
Investitionen geeignet. Mehr Informationen unter www.friczewsky.com.
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