Ich gebe es ganz offen zu. Obwohl ich wirklich viel Zeitung lese und
mich umfassend im Internet informiere, bin ich auf das umstrittene
Abkommen gegen Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzungen
(Anti-Counterfeiting Trade Agreement, ACTA) erst durch die
Demonstrationen aufmerksam geworden. Meine Entrüstung darüber ist
deshalb umso größer.
Nicht nur weil ich das Abkommen mit seiner Gefahr für die Freiheit
des Internets als eine Beschneidung meiner Grundrechte sehe und es
damit anti-demokratische Züge trägt. Sondern weil auch das
Zustandekommen in europäischen Hinterzimmern mit geheimen
Nebenabsprachen mehr als bedenklich ist. Angesichts dessen kann man
nun nicht mehr umhin, als von einer Diktatur der EU-Kommission zu
sprechen und zu warnen. Dass dieses Abkommen von 22 der 27
EU-Staaten unterzeichnet wurde, zeigt den geistig-moralischen
Zustand Europas. Wie kann das sein?
Interessant zu beobachten ist, wie die Regierungen immer wieder
versuchen, die Freiheit des Internets, das sie einfach nicht unter
Kontrolle bekommen, zu beschneiden. Hier in Deutschland versuchte
man es in der Vergangenheit auf sehr perfide Weise, in dem man die
Kinderpornografie vorschob. Wohl wissend, dass dagegen kein
vernünftiger Mensch etwas haben kann und man sich, wenn man dagegen
argumentiert, automatisch als Befürworter der Kinderpornografie
dasteht. Was natürlich nicht richtig ist und eine Unglaublichkeit
darstellt. Man muss nämlich sehr wohl gegen Letzteres sein und kann
trotzdem für ein freies Internet eintreten. Jetzt versuchte man die
Unendlichkeit des Webs mit dem Hebel Urheberrecht und Produktschutz
zu knacken.
Das erinnert, Sie verzeihen mir den Verlgeich, stark an Putins
Russland und Jintaos China. Wollen wir wie dort in Zukunft auch
leere Seiten im Internet haben, weil der zuletzt versagende
Verfassungsschutz diese, aus welchen Gründen auch immer, nicht für
verfassungsgemäß hält? Wobei unser Bundesverfassungsgericht zuletzt
wiederholt die Regierung bremsen musste.
Nein meine Leser. Derzeit läuft etwas bedenklich schief. Und zwar im
politischen System. Dabei sind die, die das sehen, kritisieren und
anklagen nicht irgendwelche Extreme. Die Kritik und der Protest
kommen mitten aus der Gesellschaft und der Bevölkerung. Viele lassen
sich die aufoktroyierten Regeln, die wir – wenn sie zu unseren
Ungunsten sind, einhalten müssen – ganze Staaten sie aber bei Bedarf
brechen, nicht mehr gefallen.
Zudem haben wir Bürger die zunehmende Geheimnistuerei, die wohl
Methode hat, endgültig satt. Bei solch entscheidenden Themen wie ESM
und die Freiheit des Internets sollten die Bürger dieses Landes ein
Mitspracherecht haben.
Sie erinnern sich, dass das Bundesverfassungsgericht die Absicht der
Bundesregierung die Entscheidungen für die Hilfszahlungen an andere
europäische Länder im mehrfachen Milliardenbereich in einen kleinen
Haushaltszirkel von nur (ich glaube es waren) 9 Personen zu
verlegen, gestoppt hat.
Vieles aber bekommen wir gar nicht so richtig mit. So will ich Ihnen
gerne von einem meiner Leser berichten, der verzweifelt versucht im
offiziellen Berlin eine Antwort auf die Frage zu bekommen, ob ob die
fehlerhafte Bilanz der FMS Wertmanagement (AöR) den gesetzlichen
Anforderungen gem. § 243 Abs. 1 HGB entsprochen hat?
Sie erinnern sich vielleicht noch an die 55 Mrd. Euro, die plötzlich
bei der Bad Bank der Hypo Real Estate entdeckt wurden. Statt sich zu
entrüsten, hat sich der Bundesfinanzminister über diese
Falschbuchung, mit der Deutschland in Höhe einer Neuverschuldung
eines Jahres plötzlich geringer verschuldet war, als bisher
angenommen. Wobei das eine Katastrophe ist, da die Tatsache, dass
dies rein zufällig hochpoppte zeigt, wie schlecht es um die Systeme
bestellt ist. Zudem darf man ruhig Zweifel anmelden, ob das wirklich
keiner gemerkt hat. Schließlich handelt es sich nicht um Peanuts.
Als ehemaliger Prüfer kann ich mir schwer vorstellen, dass dies
unentdeckt geblieben sein soll. Das ging und geht meines Erachtens
nicht mit rechten Dingen zu.
Nun will ich Ihnen einmal zeigen, wie ernst man dieses berechtigte
Anliegen eines unbescholtenen Bürgers in diesem Lande nimmt. So hat
der finanzpolitische Sprecher der Grünen, Herr Dr. Gerhard Schick,
der Mitglied im Finanzausschuss und stellvertretendes Mitglied im
Haushaltsauschuss ist, meinem Leser auf seine Frage mit Mail vom 30.
Januar 2012 wie folgt geantwortet:
„Danke für die mir cc zugegangene Mail an Frau Merkel.
Ich bemühe mich derzeit darum, dass der Bundesbank-Bericht zur
HRE-Fehlbuchung zur Veröffentlichung freigegeben wird. Das ist
bisher nicht vorgesehen, obwohl fast alle dort niedergelegten
Informationen m.E. veröffentlichbar wären. Aus diesem Bericht
könnten Sie den Vorgang und seine Aufarbeitung gut nachvollziehen.“
Dass er auf die folgenden, aus meiner Sicht ebenfalls fachlich
berechtigten Fragen, seitens der zuständigen Behörden keine Antwort
bekommt, ist skandalös und spricht Bände:

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Norbert Lohrke, Globalyze Invest AG |
Diplom-Volkswirt Norbert Lohrke betreibt seit 2004 www.globalyze.de mit seiner einzigartigen voll-automatisierten fundamentalen Aktienauswahl. Daraus resultieren renditeträchtige Produkte wie Top10 Plus, Top Flop, Value Börsenbrief und der Aktienfonds Globalyze QuantValue (A1JL1H). Nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrungen aus Wirtschaftsprüfung und Bewertung sowie seiner kritischen Betrachtungsweise ist der Investmentprofi einer der meistgelesenen Wirtschaftsautoren im deutschsprachigen Raum. Sein Slogan? „Rendite ist kein Zufall“
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