Wochenausblick: Bullen lassen sich nicht kleinkriegen



12:37 13.02.12

Nachrichten aus Griechenland sorgen immer wieder für Dellen in der Kursentwicklung, heftigere Rückschläge bleiben aber aus. Gute Konjunkturdaten und üppige Liquidität lassen Anleger zugreifen.

Nachdem am Wochenende auch das Parlament in Athen die umstrittenen Sparmaßnahmen gebilligt hat, gehen die meisten Marktbeobachter davon aus, dass das zweite Hilfspaket der EU-Länder am Mittwoch durchgewinkt wird. Allerdings wird bezweifelt, dass Griechenland damit gerettet ist. Die Ansteckungsgefahr für andere Länder sei aber gesunken.

Ideale Zeit für Dividendentitel

Für Markus Reinwandt von der Helaba spielt das zähe Ringen um die Sparmaßnahmen in Griechenland für Aktien ohnehin nur noch eine untergeordnete Rolle. „So zeigt die Korrelationsanalyse, dass der DAX, anders als noch im Herbst, inzwischen nicht mehr negativ auf eine Spreadausweitung bei griechischen Staatsanleihen reagiert.“ Entscheidend sei, dass sich die Risikoaufschläge der großen Länder Italien und Spanien – wie zuletzt geschehen – zurückbildeten. Damit ergibt sich Reinwandt zufolge insgesamt eine Kombination aus nachlassender Risikoaversion, anhaltend niedrigen Zinsen und gleichzeitig anziehenden Frühindikatoren. „Erfahrungsgemäß ist dies für Aktien die beste Phase.“

Weiter Aufwind für Aktien

Auch die DekaBank ist zuversichtlich: „In der europäischen Schuldenkrise wird immer mehr akzeptiert, dass Griechenland ein Sonderfall ist, in den übrigen Staaten jedoch Fortschritte gemacht werden.“ Zinssenkungen in Emerging Market-Ländern sowie eine hohe Grunddynamik hielten die Konjunkturängste in Schach. „Vor diesem Hintergrund und insbesondere mit einer extrem expansiven Geldpolitik mit hoher Liquiditätsversorgung erhalten die Aktienmärkte weiteren Rückenwind.“ Allerdings dürfe man nicht übersehen, dass in den USA und in Euroland große Strukturschwächen noch für einige Zeit aufs Wachstum drücken könnten.

Charttechnik mahnt

Die Commerzbank weist darauf in, dass die Aufwärtsdynamik beim DAX zuletzt etwas nachgelassen hat. „Die Tagesbewegungen deuten an, dass die Unsicherheit über den weiteren Verlauf zunimmt.“ Es seien zwar neue Hochstände erreicht worden, meist hätten diese aber nicht gehalten werden können. „Es ist nicht auszuschließen, dass in dieser Woche die Marke von 7.000 Punkten getestet wird, die Chancen dafür werden aber zunehmend geringer.“ Die abnehmende Trenddynamik deute darauf hin, dass ein Test der Ausbruchslinie bei rund 6.400 Punkten bevorstehe.

Nach der ersten Verlustwoche in diesem Jahr mit Einbußen von gut 1 Prozent notiert der DAX heute Morgen bei 6.757 Punkten knapp 1 Prozent im Plus.

Griechenland wird auch in den kommenden Tagen wieder die Gemüter bewegen, anders als in der Vorwoche stehen aber auch wichtige Makrodaten zur Veröffentlichung an, etwa der ZEW-Konjunkturindex für Deutschland und die EU-BIP-Zahlen für das vierte Quartal sowie US-Industrieproduktion und -einzelhandelsumsätze. Darüber hinaus geht die Berichterstattungssaison weiter, etwa legen Deutsche Börse, L 'Oréal, MAN, ThyssenKrupp, BNP Paribas, Tui und Société Générale ihre Bücher offen.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine


Montag, 13. Februar

    Quartalszahlen:Bilfinger Berger, Deutsche Börse, L`Oréal.
    0.50 Uhr. Japan: BIP 4. Quartal.

Dienstag, 14. Februar



    Quartalszahlen: MAN, ThyssenKrupp.
    11.00 Uhr. Deutschland: ZEW Konjunkturerwartungen Februar. Die ZEW-Umfrage für Deutschland sollte laut Helaba mit einem weiteren Anstieg die Trendwende bestätigen.
    11.00 Uhr. EU: Industrieproduktion Dezember. Die Bloomberg-Konsensschätzungen liegen hier bei -1,2 Prozent im Monatsvergleich.
    14.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsatz Januar. Die Einzelhändler könnten nach Ansicht der HSBC zum Jahresstart ein Umsatzplus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat verbucht haben.

Mittwoch, 15. Februar

    Quartalszahlen: BNP Paribas, Danone, PSA Peugeot Citroen, Puma, Tui.
    8.00 Uhr. Deutschland: BIP 4. Quartal. Laut DekaBank brachte der Dezember einige Überraschungen, allerdings zum Schlechteren hin. Einzelhandels-, Produktions- und Außenhandelsdaten hätten enttäuscht. Die Analysten rechnen mit einem Rückgang um saisonbereinigt 0,4 Prozent im Monatsvergleich.
    11.00 Uhr. EU: BIP 4. Quartal. Für den gesamten EU-Wirtschaftsraum erwarten die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt ein BIP-Minus von 0,4 Prozent. Besonders Italien und Spanien hätten das Wachstum gebremst.
    14.30 Uhr. USA: New York Empire State Index Februar. Umfragen zufolge setzt sich die Erholung fort, im Schnitt wird mit 14,2 nach 13,5 Punkten gerechnet. Der New York Empire State Index ist ein Maß für die aktuelle wirtschaftliche Lage und die Einschätzung der nächsten sechs Monate im produzierenden Gewerbe des Staates New York. Ein Wert über 0 signalisiert eine positive Wirtschaftsentwicklung.
    15.15 Uhr. USA: Industrieproduktion Januar. Die Daten zur Industrieproduktion sollten die zuletzt besseren Stimmungsumfragen bestätigen, meint die HSBC. Nach dem Dezemberplus von 0,4 Prozent erwarten die Analysten für den Januar einen Zuwachs um 0,7 Prozent im Monatsvergleich.
    20.00 Uhr. USA: Protokoll der US-Notenbanksitzung vom 25. Januar.

Donnerstag, 16. Februar

    Quartalszahlen: ABB, Axa, General Motors, Nestlé, Renault, Société Générale.
    14.30 Uhr. USA: Baubeginne/Baugenehmigungen Januar. Neben der nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit bleibt der Immobilienmarkt in den USA der HSBC zufolge weiter Schwachstelle. Zwar zeigten die Daten wahrscheinlich, dass das Schlimmste überwunden sei. Von Normalität könne aber noch keine Rede sein.
    16.00 Uhr. USA: Philadelphia Fed Index Februar. Nach der Erholung der US- Frühindikatoren in den vergangenen Monaten und vor dem Hintergrund der noch immer spürbaren Bremseffekte wäre eine Seitwärtsphase alles andere als überraschend, meint die Commerzbank. Der Index der Philadelphia Federal Reserve Bank zählt zu den wichtigsten Frühindikatoren für den US-Markt. Ein positiver Indexstand deutet auf eine weitere Expansion der US-Wirtschaft hin.

Freitag, 17. Februar

    14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise Januar. Die Inflationsrate in den USA ist laut DekaBank zu Beginn des neuen Jahres weiter abwärtsgerichtet. Die Analysten erwarten einen Rückgang von 3 auf 2,8 Prozent im Jahresvergleich. Gegenüber dem Vormonat sei aber wieder mit einem kräftigeren Zuwachs zu rechnen, bedingt vor allem durch den Benzinpreisanstieg.



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