Nachrichten aus Griechenland sorgen immer wieder für Dellen in
der Kursentwicklung, heftigere Rückschläge bleiben aber aus. Gute
Konjunkturdaten und üppige Liquidität lassen Anleger zugreifen.
Nachdem am Wochenende auch das Parlament in Athen die umstrittenen
Sparmaßnahmen gebilligt hat, gehen die meisten Marktbeobachter davon
aus, dass das zweite Hilfspaket der EU-Länder am Mittwoch
durchgewinkt wird. Allerdings wird bezweifelt, dass Griechenland
damit gerettet ist. Die Ansteckungsgefahr für andere Länder sei aber
gesunken.
Ideale Zeit für Dividendentitel
Für Markus Reinwandt von der Helaba spielt das zähe Ringen um die
Sparmaßnahmen in Griechenland für Aktien ohnehin nur noch eine
untergeordnete Rolle. „So zeigt die Korrelationsanalyse, dass der
DAX, anders als noch im Herbst, inzwischen nicht mehr negativ auf
eine Spreadausweitung bei griechischen Staatsanleihen reagiert.“
Entscheidend sei, dass sich die Risikoaufschläge der großen Länder
Italien und Spanien – wie zuletzt geschehen – zurückbildeten. Damit
ergibt sich Reinwandt zufolge insgesamt eine Kombination aus
nachlassender Risikoaversion, anhaltend niedrigen Zinsen und
gleichzeitig anziehenden Frühindikatoren. „Erfahrungsgemäß ist dies
für Aktien die beste Phase.“
Weiter Aufwind für Aktien
Auch die DekaBank ist zuversichtlich: „In der europäischen
Schuldenkrise wird immer mehr akzeptiert, dass Griechenland ein
Sonderfall ist, in den übrigen Staaten jedoch Fortschritte gemacht
werden.“ Zinssenkungen in Emerging Market-Ländern sowie eine hohe
Grunddynamik hielten die Konjunkturängste in Schach. „Vor diesem
Hintergrund und insbesondere mit einer extrem expansiven Geldpolitik
mit hoher Liquiditätsversorgung erhalten die Aktienmärkte weiteren
Rückenwind.“ Allerdings dürfe man nicht übersehen, dass in den USA
und in Euroland große Strukturschwächen noch für einige Zeit aufs
Wachstum drücken könnten.
Charttechnik mahnt
Die Commerzbank weist darauf in, dass die Aufwärtsdynamik beim DAX
zuletzt etwas nachgelassen hat. „Die Tagesbewegungen deuten an, dass
die Unsicherheit über den weiteren Verlauf zunimmt.“ Es seien zwar
neue Hochstände erreicht worden, meist hätten diese aber nicht
gehalten werden können. „Es ist nicht auszuschließen, dass in dieser
Woche die Marke von 7.000 Punkten getestet wird, die Chancen dafür
werden aber zunehmend geringer.“ Die abnehmende Trenddynamik deute
darauf hin, dass ein Test der Ausbruchslinie bei rund 6.400 Punkten
bevorstehe.
Nach der ersten Verlustwoche in diesem Jahr mit Einbußen von gut 1
Prozent notiert der DAX heute Morgen bei 6.757 Punkten knapp 1
Prozent im Plus.
Griechenland wird auch in den kommenden Tagen wieder die Gemüter
bewegen, anders als in der Vorwoche stehen aber auch wichtige
Makrodaten zur Veröffentlichung an, etwa der ZEW-Konjunkturindex für
Deutschland und die EU-BIP-Zahlen für das vierte Quartal sowie
US-Industrieproduktion und -einzelhandelsumsätze. Darüber hinaus
geht die Berichterstattungssaison weiter, etwa legen Deutsche Börse,
L 'Oréal, MAN, ThyssenKrupp, BNP Paribas, Tui und Société Générale
ihre Bücher offen.
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine
Montag, 13. Februar
Quartalszahlen:Bilfinger Berger, Deutsche Börse, L`Oréal.
0.50 Uhr. Japan: BIP 4. Quartal.
Dienstag, 14. Februar
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