DAX-Analyse: Hoffnung auf ein glimpfliches Ende des Schuldendramas



13:30 13.02.12

WGZ Cognitrend Report - das Marktgeschehen aus dem Blickwinkel der verhaltensorientierten Forschung

Hoffnung auf ein glimpfliches Ende des Schuldendramas

Deutschlands Privatanleger sind wieder ein wenig zuversichtlicher: Laut einer Umfrage von J.P. Morgan Asset Management rechnet ein Drittel aller Bundesbürger in den nächsten sechs Monaten mit steigenden Aktienkursen an den heimischen Börsen. Im November noch hatte sich lediglich jeder fünfte Deutsche optimistisch gezeigt. Auch die Investment- Profis (siehe Sentiment-Erhebung vom vergangenen Mittwoch) haben sich von der beachtlichen DAXPerformance in den letzten Wochen beeindrucken lassen und vielfach ihre skeptische Haltung ad acta gelegt. Diese Umfragen bestätigen einmal mehr, wie wenig sich die Börsianer noch vom Euro-Schuldendrama verschrecken lassen. Sie haben sich schlichtweg an die schlechten Nachrichten gewöhnt. Und gleichzeitig wohl auch die Hoffnung genährt, dass die Folgen der Schuldenkrise für Deutschland verkraftbar bleiben. Zumindest lockerte die Europäische Zentralbank wieder einmal ihre Sicherheitsanforderungen, um den Banken in einigen Ländern die Liquiditätsbeschaffung zu erleichtern - vor allem beim nächsten Dreijahrestender. Sieben der 17 nationalen Notenbanken werden künftig auch Einzelkredite als Pfand akzeptieren, wofür der EZB von vielen Seiten heftige Kritik entgegenwehte. Doch Zentralbank- Chef Mario Draghi beschwichtigte: "Ja, wir nehmen mehr Risiken in Kauf. Aber diese Risiken haben wir sehr gut im Griff." So können diese Kredite etwa nur mit hohen Abschlägen eingereicht werden. Die Bundesbank ist dennoch alles andere als erfreut: Sie monierte, die Bankenfinanzierung würde immer marktferner. Auf weitere Zugeständnisse ließ sich die EZB allerdings nicht ein. Sie lehnt es strikt ab, Verluste aus einem griechischen Schuldenschnitt zu übernehmen. Allenfalls Gewinne, die sie aus dem Erwerb von Staatsanleihen erzielt, könnte sie an die Euroländer weiterreichen.

Derweil scheint sich in Deutschland die Überzeugung breit zu machen, dass selbst eine griechische Zahlungsunfähigkeit beherrschbar wäre. Immerhin hatten die Akteure rund um den Globus in den letzten Monaten viel Zeit, ein solches Szenario teilweise einzukalkulieren und entsprechende Vorkehrungen zu treffen.



Der DAX hatte sich während der vergangenen Woche immer näher an unseren 6.870er Potenzialpunkt herangepirscht (Spielraum darüber 7.005 Zähler). Am Freitag ging er jedoch erst einmal auf Tauchstation. Wir halten dennoch an unserem positiven Ausblick fest, denn der Leitindex bleibt vorerst gut unterstützt bei 6.560 und 6.480 Zählern.

Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit.

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Über den Autor
 
Autor: Joachim Goldberg Joachim Goldberg,
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Joachim Goldberg ist Geschäftsführender Gesellschafter des renommierten Frankfurter Analysehauses Cognitrend. Der erfahrene Banker und regelmäßige Gast bei n-tv ist eine Koryphäe auf dem Gebiet des so genannten Behavioral Finance. In Zusammenarbeit mit der WGZ BANK kommentieren Goldberg und sein Team unter www.wgzbank-zertifikate.de börsentäglich die Stimmung an den Aktienmärkten und leiten daraus Kauf- und Verkaufsempfehlungen für private Anleger ab. Abgerundet wird das informative Angebot der WGZ BANK durch den wöchentlich erscheinenden WGZ Cognitrend REPORT, der das Marktgeschehen aus dem Blickwinkel der verhaltensorientierten Forschung herausstellt.

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