Auch bei ETF-Anlegern gehen die Meinungen auseinander, ob
Aktien-Indexfonds derzeit gekauft oder besser verkauft werden
sollten. Eindeutig ist, dass Schwellenländer-ETFs wieder besser
ankommen als im vergangenen Jahr.
Das Dahinplätschern der Aktienkurse in den vergangenen Tagen sorgte
bei manchen Investoren für Shopping-Laune, andere nutzen die
vergleichsweise hohen Kurse zum Kasse machen. „Wir hatten letzte
Woche 60 Prozent Zuflüsse“, meldet etwa Bernardus Roelofs von Flow
Traders. In der Woche davor seien es allerdings noch 70 Prozent
gewesen. Die Unsicherheit um Griechenland sei eben immer noch da.
Die Deutsche Bank meldet für die vergangene Woche sogar einen
Verkaufsüberhang. „Erst seit gestern steigen Anleger wieder ein“,
ergänzt Sidi Kleefeld. Dabei geht nach wie vor viel um. „Das
Geschäft hat sich auf hohem Niveau eingependelt“, erklärt Kleefeld.
Flow Traders spricht von „überdurchschnittlichen und nochmals
gestiegenen Umsätzen“.
Aktien-ETFs: Mal hü, mal hott
Schwergewichte sind weiterhin DAX- und Euro Stoxx 50-Tracker,
eindeutige Trends fehlen aber. Laut Roelofs trennten sich Investoren
etwa vom iShares DAX (WKN 593393) und vom iShares Euro Stoxx 50 (WKN
593395) und legten sich statt dessen den iShares S&P 500 (WKN
264388 ) sowie den db x-trackers MSCI World (WKN DBX1MW ) ins
Portfolio. Kleefeld zufolge standen vergangene Woche DAX- und Euro
Stoxx 50-Indexfonds eher auf den Abgabelisten, seit gestern werde
aber wieder zugegriffen, vor allem beim Euro Stoxx-Tracker. Wie
Gregor Hamme von der Unicredit Group erläutert, waren auch Stoxx
600-ETFs (WKN 263530) sehr gefragt. „Vor allem aber zogen
DAX-Indexfonds. Der DAX war in diesem Jahr ja auch Outperformer“,
bemerkt der von London aus tätige Market Maker.
Der bald anstehende Dividendenregen veranlasst darüber hinaus
offenbar viele Anleger, sich in entsprechenden Strategiefonds zu
engagieren. „Außerhalb Deutschlands startet die Dividendensaison
bereits. Zum Beispiel ist heute die Ausschüttung von BP, RoyalDutch
Shell und Unilever“, erklärt Hamme. Beliebt sei daher etwa der
iShares Stoxx Europe Select Dividend 30 (WKN 263529). Dieser bietet
Zugang zu den 30 europäischen Aktien aus dem Stoxx Europe 600 mit
den höchsten Dividendenzahlungen.
Emerging Markets finden wieder mehr Zuspruch
Unterdessen ist das Interesse an den 2011 oft verschmähten
Schwellenländer-ETFs in diesem Jahr klar gestiegen, wie Händler
einhellig berichten. Das bestätigt auch der Blick auf die
Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf
Handelstage: Hier belegt etwa der db x-trackers MSCI Emerging
Markets (WKN DBX1EM) den sechsten Platz, im vergangenen Jahr
tauchten Schwellenländer-ETFs eher auf unteren Rängen auf. „Wir
hatten einen guten Start ins neue Jahr“, bemerkt Stefano Valenti von
der Unicredit Group. Besonders ETFs mit brasilianischen Aktien seien
begehrt. Der iShares MSCI Brazil (WKN A0HG2M) konnte in den
vergangenen drei Monaten um 16 Prozent zulegen.
Daneben laufen auch ETFs für marktbreite Indizes gut, etwa Produkte
von iShares (WKN A0HGZT) oder der Deutschen Bank (WKN DBX1EM). „Die
Umsätze in ETFs mit asiatischen Aktien sind geringer, hier wird
besonders auf China und Korea gesetzt“, fügt der Händler mit Blick
auf den db x-trackers FTSE China 25 (WKN DBX1FX) und den iShares
MSCI Korea (WKN A0HG2L) hinzu. Flow Traders hat auch Zuflüsse beim
iShares MSCI Taiwan (WKN A0HG2K) beobachtet.
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