Volatilitätsgefahr für US Dollar durch Euro und Marktstimmung



13:01 27.02.12

Fundamentaler Ausblick für den US-Dollar:Neutral


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Zum vergangenen Wochenschluss am Freitag erkämpfte sich der Dow Jones FXCM Dollar Index in der dritten aufeinanderfolgenden Woche einen Zuwachs. Eigentlich ist dies der dauerhafteste Bullentrend der Benchmark-Währung seit dem 26. November 2010. Jedoch würden nur wenige behaupten, dass dies ein außerordentlicher Run für den Dollar oder ein selbstttragender Trend sei. Was fehlt? Überzeugungskraft. Diesem Index mangelt es ganz klar an einem Momentum für einen Anstieg. Und wenn wir uns die großen Währungen anschauen, dann wird es offensichtlich, dass die Performance des Dollars uneinheitlich ist, bis hin zu einem hohen Risiko eines beträchtlichen Absturzes. Wir schauen auf die fundamentalen und stimmungs-basierten Faktoren, die den Aktivitätenumfang und die Kursrichtung des Dollars in der kommenden Woche bestimmen.


Für die liquideste Währung der Welt gibt es im wesentlichen zwei Faktoren, die sowohl Drosselung als auch Tragfähigkeit steuern: Allgemeine Risikoappetittrends und die Wahrnehmung der Finanzkraft in der Euro-Zone. Marktstimmungstrends (diese bestimmen den allgemeinen Kapitalfluss im System) gehören wohl zu den einflussreicheren Katalysatoren, aber diesem besonderen Drive fehlt immer noch die Überzeugungskraft. Im Gegensatz dazu dominiert Europa die Schlagzeilen und hat dazu geführt, dass der Dollar wieder ins Hintertreffen geraten ist, indem das Wechselkursverhältnis EUR/USD (zu Gunsten des Euro) wieder umgepolt wurde.


Es ist offensichtlich, dass die Euro-Probleme mit Griechenland noch nicht hinter uns liegen, aber es steht zu erwarten, dass die Gefahr für die Eurozone abnimmt. Nachdem Griechenland zugestimmt hat, zusätzliche Stimulierungsmaßnahmen zu ergreifen und die EU ein zweites Rettungspaket – zumindest im Grundsatz - beschlossen hat, ist die Gefahr einer unmittelbaren Krise abgewendet. Diese Marktentspannung schafft Spekulanten Spielräume, um Short-Positionen abzubauen und erlaubt es Investoren, die früh in Marktphasen einsteigen (early adopters), sich für eine weitere Aufwertung zu positionieren, da mit weiteren Schritten zu rechnen ist, die die Euro-Zone wieder weiter weg vom Rand des Abgrunds bringen. Trotzdem gibt es immer noch ein hohes Risiko, dass das Wiederaufleben des Marktvertrauens erneut in sich zusammenfällt. An diesem Wochenende wird erwartet, dass der IWF seine Zusage 30 Milliarden Euro zum griechischen Rettungspaket beizutragen, erneuert. Außerdem steht noch der Schuldentausch mit den privaten Gläubigern bevor (hier ist ein freiwilliger Beitrag von 75% notwendig). Und man sollte nicht außer acht lassen, dass mögliche negative Wachstumsausblicke dazu führen könnten, dass Politiker die Anstrengungen konterkarieren.




Nicht nur die Nachrichten aus Griechenland, sondern auch eine weitere Euro-zentrierte Maßnahme müssen Dollar-Händler im Blick haben: das zweite LTRO (längerfristiges Refinanzierungsgeschäft) der EZB. Diese Maßnahme soll die Wirtschaft stimulieren – ähnlich wie die QE-Programme der Fed und das Anleihekaufprogramm der Bank of England. Die Geschichte hat gezeigt, dass Stimulierungsmaßnahmen durchaus einen zeitweiligen aber kraftvollen Auftrieb für Risikoappetittrends bieten können. Es kann durchaus sein, dass die Rallye der vergangenen Woche bei europäischen Währungen (Euro, Pfund, Franken) stark von der Entlastung, die nach der Kapitalspritze am 29. Februar erwartet wird, beeinflusst war. Trotzdem ist es interessant zu sehen, dass die allgemeinen Risikotrends (die ich gerne mit Aktienindizes wie dem S&P 500 und Carry Trades bemesse) deutlich unter dem Run des Euro lagen. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Rallyes für EUR/USD, GBP/USD und SFR/USD (der Kehrwert von USD/SFR) übertrieben sind. Oder vielleicht, dass die Händler außerhalb der regionalen Währungen eine Bestätigung erwarten.


Sollte es zu einem direkten Konflikt kommen, würden Risikotrends geschickt einen Euro-basierten fundamentalen Antrieb für eine Einflussnahme auf den Dollar überwinden. Jedoch könnte es gut sein, dass die Griechenland-Maßnahmen und LTRO allgemeine Risikotrends bedingen. Dennoch, mit Blick auf die neue Woche, entwickelt sich die Performance dieser beiden Makro-Themen klar auseinander. Alles was es braucht, ist ein kleiner Anfall von Panik, um diese umsatzarmen Märkte zu erschüttern.

Bezüglich des planmäßigen Ereignisrisikos auf der US-Agenda, haben wir nur begrenzte Erwartungen mit Blick auf das, was als dauerhafter Einflussfaktor für den US-Dollar wirken kann. Indikatoren wie die Umfrage zur Konsumentenstimmung, Auftragszahlen für Gebrauchsgüter und der ISM-Produktions-Index dienen zum feinen Abgleich mit längerfristigen Trends. Was die politischen Ziele betrifft verweise ich auf den Konjunkturbericht der US-Fed sowie Ben Bernankes Statements zur Notenbankpolitik.


John Kicklighter, DailyFX Analyst

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Über den Autor
 
Autor: Jens Klatt Jens Klatt,
Chefanalyst von DailyFX

FXCM Deutschland ist ein Tochterunternehmen des 1999 gegründeten Forex-Brokers Forex Capital Markets (FXCM). Der weltweit aktive Broker ist auf private sowie institutionelle Märkte ausgerichtet. Auf der FXCM-Plattform können Trader mit Forex- und mit CFD-Produkten (Rohöl, Gold, Silber und Aktienindizes) handeln. Monatlich werden derzeit mehr als 365 Mrd. USD auf FXCM-Plattformen umgesetzt. FXCM ist damit einer der größten Broker im Retail-Devisenhandel. www.fxcm.de

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