Fundamentaler Ausblick für den US-Dollar: Neutral

Der US Dollar (Ticker: USDOLLAR) fiel und stieg, schließlich schloss der Dow Jones FXCM Dollar-Index am vergangenen Freitag mit dem höchsten Wert der vergangenen beiden Wochen. Unglaublich schwankende Finanzmarktbewegungen machten es schwer sich auf eine konsistente Tendenz festzulegen. Es gibt jedoch Hinweise, dass der US-Dollar deutlich an Boden gegenüber dem bisher hohen Stand des Euros (EUR/USD Höchstwert) gewonnen hat.
Die kommende Woche verspricht ein Wiederaufleben eines globalen und US-amerikanischen wirtschaftlichen Eventrisikos, eine weitere Volatilität des US Dollars scheint alles andere als sicher. Die große Frage ist, ob die Stärke des US-Dollars in der zweiten Wochenhälfte der Start einer größeren Trendumkehr ist. Die am Freitag veröffentlichte US-Lohnstatistik (ex Landwirtschaft) dürfte sehr wahrscheinlich das Interesse der Händler wecken, aber echte Trends werden typischerweise beim Trading zum Wochenbeginn gemacht. Es wird wichtig sein zu beobachten, wie der Dollar in die erste volle Märzwoche startet; die Anfangsphase jedes Zeitraums bestimmt in den meisten Fällen die weitere Kursentwicklung während der gesamten Periode.
Was könnte einen deutlichen US-Dollar-Ausbruch auslösen und zu weiterer Stärke führen? Einfach gesagt, entwickelt sich die Sichere-Hafen-Währung immer dann gut, wenn sich die „Risiken“ schlecht entwickeln. Wenn sich also spekulative Investments wie Aktien oder Rohstoffe deutlich schwächer entwickeln, dürfte der US-Dollar fester tendieren. Wenn der S&P-500-Index jedoch seinen Anstieg hin zu neuen mehrjährigen Höchstständen fortsetzt, dann darf man einen schwächeren US-Dollar erwarten.
Vor die Wahl gestellt, würde jeder rationale Investor nach dem Investment mit dem höchsten Ertrag im Verhältnis zum Risiko suchen. In der Währungswelt bedeutet dies, nach Währungen mit den höchsten kurzfristigen Zinsen und relativer Sicherheit zu suchen. Wenn Händler eine geringe Verlustgefahr sehen, werden sie sich an der höchsten Rendite – derzeit der australische Dollar – ausrichten und gegen die niedrigste: der Dollar. Der S&P 500 Volatilitätsindex notiert derzeit auf seinem niedrigsten Stand seit 2008. Marktübergreifende Korrelationen deuten darauf hin, dass der US Dollar weiter niedrig notiert bei einer breiten Reserviertheit. Hohe Renditen sind oft zweischneidig, plötzliche Stimmungsschwankungen könnten den AUD/USD Wechselkurs kräftig drücken.
Jede besonders deutliche Überraschung bei der US-Lohnstatistik (ex Landwirtschaft) könnte die nächsten Schritte diktieren. Die Erwartungen an die Arbeitsmarktzahlen, die in Kürze folgen, sind hoch; ein deutliches Absinken der einheimischen Arbeitslosigkeit und ein mäßiges Jobwachstum haben den Ausblicken für die amerikanische Wirtschaftsleistung Auftrieb gegeben. Doch Erwartung kann oft zur Enttäuschung werden und alle Zahlen, die deutlich unter den Konsenserwartungen liegen, könnten die allgemeine Marktstimmung verändern.
Wir sind in der Vergangenheit von deutlichen Verlusten des US Dollars bei einer positiven Euro/US Dollar-Stimmung und Extrempositionierung ausgegangen. Die aktuellen Daten der CFTC Commitment of Traders zeigen jedoch, dass Großspekulanten und Händler einseitige Wetten und Sicherungsgeschäfte reduziert haben. Der starke Rückzug aus Dollar-Long-Positionen und Euro-Short-Positionen könnte vorbei sein, und tatsächlich sehen wir bereits Anzeichen eines deutlichen EUR/USD Höchstwertes.
Wir von DailyFX verweisen immer auf die Kursentwicklung des Marktes. Ungeachtet der besten Logik oder gegenteiligen Argumenten, werden Finanzmärkte weit länger irrational bleiben, als die meisten Händler solvent bleiben können. The US S&P und das allgemeine „Risiko“ waren weiter höher, trotz der hohen Gefahr einer weltweiten wirtschaftlichen Abschwächung und der anhaltenden Krise in der Euro-Zone. Aber die Märkte werden letztlich aufholen und wir werden aufmerksam nach klaren Zeichen einer Kurswende Ausschau halten. Die vergangene Woche könnte der Anfang einer deutlichen Trendwende bei den Finanzmärkten und dem Dollar selbst sein.
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