Münchener Rück verdient wieder gut
Die äußerst komplizierte Situation mit den unklaren politischen Verhältnissen nach den Wahlen in Griechenland hat Anleger auch heute eher davon abgehalten, neues Geld in Aktien zu investieren. Die Furcht vor weiteren Rückschlägen ist deutlich spürbar. Charttechnikern zufolge sei ein Test der Marke von 6.200 Punkten beim DAX in den kommenden Wochen durchaus wahrscheinlich.
Für zusätzlichen Unmut sorgte der Chef der radikalen Linken in Griechenland, Alexis Tsipras. Nachdem die Konservativen es abgelehnt hatten, die Führung bei der Bildung einer Regierungskoalition zu übernehmen, fiel diese Aufgabe an die Partei von Alexander Tsipras. Dieser erklärte umgehend, dass die Zusagen seines Landes für den Erhalt des milliardenschweren Rettungspakets null und nichtig seien.
Der DAX baute seine Verluste aus und notierte am Nachmittag bei 6.456 Punkten mit 1,7 Prozent im Minus.
Derivateanleger, die noch Put-Optionsscheine und Short-Zertifikate auf den DAX in ihren Depots hielten, nahmen Gewinne mit. Gleichzeitig waren nun erst recht überwiegend Call-Optionsscheine und Long-Zertifikate gesucht. Der Euwax Sentiment Index lag in dieser Phase bei plus 44 Punkten.
Die Münchener Rück hat im ersten Quartal des laufenden Jahres
wieder gut verdient. Gründe hierfür sind geringere Belastungen
durch Naturkatastrophen und höhere Einnahmen an den
Kapitalmärkten. Der Nettogewinn betrug 782 Millionen Euro. Im
Vorjahr musste die Münchener Rück wegen der schweren Erdbeben
in Neuseeland und Japan Zusatzbelastungen in Höhe von drei
Milliarden Euro verkraften und hatte deshalb einen Verlust von
948 Millionen Euro verbucht. Im ersten Quartal dieses Jahres
lagen die Belastungen durch Großschäden lediglich bei 264
Millionen Euro. Der Aktienkurs gab dennoch um 3,0 Prozent auf
104,50 Euro nach. Konkurrent Swiss Re hatte mit einem Gewinn
von 1,14 Milliarden US-Dollar bzw. rund 875 Millionen Euro
fast doppelt so viel verdient wie von Analysten erwartet
wurde. Die Schweizer arbeiten augenscheinlich im Kerngeschäft
noch rentabler als die Münchener Rück. Eine Reihe von
Privatanlegern hält dennoch an Call-Optionsscheinen auf die
Münchener Rück fest.
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Cornelia Frey, Börse Stuttgart AG |
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