Der Analyst von AC Research, Sven Krupp, hat heute eine Analyse zur HOCHTIEF-Aktie (ISIN DE0006070006/ WKN 607000) veröffentlicht und stuft den Titel von "halten" auf "akkumulieren" herauf. Lesen Sie hier die Originalfassung der Analyse:
HOCHTIEF zählt zu den größten Baukonzernen der Welt. 92% der Umsätze generiert das Unternehmen im Ausland. Über die Töchter Turner und Leighton (ISIN AU000000LEI5/ WKN 856187) ist HOCHTIEF zum Beispiel in den USA bzw. Australien (Raum Asien/Pazifik) hervorragend positioniert. Inzwischen ist der spanische Baukonzern ACS (ISIN ES0167050915/ WKN A0CBA2) mit 50% an HOCHTIEF beteiligt.
HOCHTIEF hat gestern Zahlen für das erste Quartal 2012
veröffentlicht.
Demnach ist es zu einem Umsatzanstieg um 13,3% auf 5,57 Mrd.
Euro gekommen und
der Auftragsbestand erreichte mit 50,26 Mrd. Euro einen neuen
historischen
Höchststand. Er liegt um 10,2% (währungsbereinigt 2,7%) über
dem vergleichbaren
Vorjahreswert von 45,61 Mrd. Euro.
Die Ergebnisentwicklung des
Konzerns ist im
Berichtszeitraum aufgrund der Probleme bei der Tochter
Leighton (ISIN AU000000LEI5/
WKN 856187)
deutlich hinter den gesteckten Zielen zurückgeblieben: Mit
-90,9 Mio. Euro hat
sich das EBT im Vergleich zum Vorjahr (-444,8 Mio. Euro) zwar
wesentlich
verbessert. Das Ziel, in die Gewinnzone zurückzukehren, ist
jedoch noch
verfehlt worden. Der auf die HOCHTIEF-Aktionäre entfallende
anteilige
Konzernverlust beläuft sich auf -34,1 Mio. Euro, nach zuvor
-169,5 Mio. Euro.
Die Zielvorgaben für das
Geschäftsjahr 2012 wurden
jedoch bestätigt. Unternehmensangaben zufolge wird sich der
Auftragseingang
etwas unterhalb des Vorjahrs und der Auftragsbestand unterhalb
des
Rekordniveaus 2011 normalisieren. Gleiches gilt auch für die
Umsatzerlöse. Aus dem
operativen Geschäft erwartet die Geschäftsführung ein Ergebnis
vor Steuern
leicht unter 550 Mio. Euro und einen Konzerngewinn knapp unter
180 Mio. Euro.
Die publizierten Quartalszahlen sind unserer Ansicht nach gemischt ausgefallen. Während die Ergebnisentwicklung erwartungsgemäß schwach war, hat der hohe Anstieg bei den Auftragseingängen positiv überrascht. Positiv ist auch zu werten, dass der Ausblick für das Gesamtjahr 2012 bekräftigt wurde, obwohl zuletzt erneut Verzögerungen beim Flughafenprojekt von Leighton in Brisbane gemeldet wurden.
Bei HOCHTIEF lohnt ein Blick nach vorne, denn die Aussichten sind keinesfalls so schlecht wie es zuletzt den Anschein gehabt haben mochte. Trotz der aktuellen Probleme bei Leighton dürfte HOCHTIEF in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben. Und da sich die Weltwirtschaft zunehmend stabilisiert und somit ab der zweiten Jahreshälfte wieder ein Anziehen der Weltkonjunktur realistisch erscheint, halten wir sogar ein Übertreffen der Zielvorgaben für möglich. Denn die Auftragsbestände liegen auf Rekordhoch. Für zusätzliche Wachstumsfantasie sorgt der Einstieg des HOCHTIEF-Konzerns in den Energie-Infrastrukturmarkt, der aufgrund der bevorstehenden Energiewende mittelfristig vielversprechend erscheint.
Der Aktienkurs von HOCHTIEF hat seit Beginn des Jahres deutlich verloren und im aktuellen Kursniveau sollte inzwischen der zuletzt schwache Nachrichtenfluss eingepreist sein. Kommt es zu der erwarteten Wirtschaftsbelebung ab der zweiten Jahreshälfte 2012 und nicht zu weiteren Problemen bei Leighton, halten wir Kurse um 40 Euro für ein interessantes Einstiegsniveau. Denn es hat den Anschein, als ob der Titel hier einen Boden ausbildet. Mit einem KGV 2013e von gut 11 erscheint die HOCHTIEF-Aktie zudem nicht hoch bewertet.
Daher stufen wir die HOCHTIEF-Aktie von "halten" auf "akkumulieren" herauf. (Originalfassung der Analyse vom 09.05.2012)
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Sven Krupp |
Sven Krupp ist als Analyst und Wirtschaftsredakteur für das Anleger- und Finanzportal www.aktiencheck.de tätig. Regelmäßig verfasst er Analysen zu den Themen "Aktien", "Anleihen" und "Fonds". Der Börsenexperte verfügt inzwischen über eine Markterfahrung von zwei Jahrzehnten und stellt nun sein Wissen auch stock-world zur Verfügung.
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