Hält der EFSF die nächste Zahlung an Griechenland zurück?



17:22 09.05.12

Euwax

Spanien will Plan zur Banken-Sanierung vorlegen

Die �u�erst komplizierte Situation mit den unklaren politischen Verh�ltnissen nach den Wahlen in Griechenland bleibt auch heute bestehen. Der Chef des radikalen Linksb�ndnisses in Griechenland, Alexis Tsipras hatte gestern erkl�rt, dass die Zusagen seines Landes f�r den Erhalt des milliardenschweren Rettungspakets und die daf�r notwendigen harten Reformen null und nichtig seien. Zudem wolle er den Gl�ubigern das geliehene Geld nicht zur�ckzahlen. Damit zog Tsipras, der unmittelbar zuvor den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten hatte, den Unmut vieler europ�ischer Finanzexperten und Politiker auf sich. Die Zahlung der n�chsten Tranche der Hilfszahlungen ist ersthaft in Gefahr. Voraussetzung hierf�r ist die Bildung einer stabilen Regierung noch im Mai. Unter diesen Voraussetzungen werden Neuwahlen im Juni immer wahrscheinlicher. Es droht die Isolation Griechenlands und der Zusammenbruch des hochverschuldeten Staates mit unabsehbaren Folgen f�r die Eurozone.

Der Euro-Rettungsfonds EFSF will EU-Kreisen zufolge noch heute �ber die Freigabe der n�chsten Tranche aus dem Hilfspaket f�r Griechenland entscheiden. Die aktuelle Tranche der internationalen Hilfsgelder in H�he von 5,2 Milliarden Euro ist eigentlich am Donnerstag f�llig. Sie wurde bereits vor Wochen nach dem j�ngsten Fortschrittsbericht der Troika aus EU, IWF und EZB genehmigt. Dennoch sind aufgrund des Widerstands in Griechenland gegen das vereinbarte Sparprogramm Diskussionen dar�ber entflammt, ob es besser w�re, die Mittel vorerst zur�ckzuhalten.

Meldungen zufolge soll am Freitag in Spanien ein Plan zur Sanierung der Banken vorgelegt werden. Dieser k�nnte auch h�here R�ckstellungen f�r faule Immobilienkredite beinhalten. Die Aktienkurse in Spanien gaben deutlich nach.

Der DAX notierte am Nachmittag bei 6.420 Punkten mit 0,4 Prozent im Minus.

Derivateanleger, die noch Put-Optionsscheine und Short-Zertifikate auf den DAX in ihren Depots hielten, nahmen heute erneut Gewinne mit. Gleichzeitig waren nun wieder Call-Optionsscheine und Long-Zertifikate gesucht. Der Euwax Sentiment Index lag am Nachmittag bei plus drei�ig Punkten.



Der Euro rutschte auf 1,2930 US-Dollar. H�ndler hatten bereits heute Mittag vermutet, das bei einem Fall des Euro unter die Marke von 1,2950 US-Dollar viele Verkaufsoptionen f�llig werden w�rden. Dadurch geriete die Gemeinschaftsw�hrung zus�tzlich unter Druck.

Die Commerzbank-Aktie notierte am Nachmittag trotz eines Gewinneinbruchs im ersten Quartal bei 1,53 Euro mit 0,8 Prozent im Plus. Analysten zeigten sich hoch erfreut dar�ber, dass die Commerzbank inzwischen nicht nur die strengen Auflagen der EU-Bankenaufsicht EBA erf�llt, sondern der Aufbau des harten Kernkapitals schneller als gedacht voranschreitet. Beide Fakten dr�ngen heute das schwache Quartalsergebnis und den zur�ckhaltenden Ausblick in den Hintergrund.

Die Allianz ist �berraschend gut ins laufende Jahr gestartet. Der Umsatz stieg im ersten Quartal auf mehr als drei�ig Milliarden Euro an. Der operative Gewinn legte um vierzig Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zu. Der �berschuss kletterte um sechzig Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Analysten hatten hier 1,27 Millionen Euro erwartet. Dies wurde heute im Vorfeld der Hauptversammlung bekannt. Weitere Details folgen am 15. Mai. Die Allianz-Aktie notierte am Nachmittag bei 82,23 Euro mit 1,2 Prozent im Minus, nachdem der Kurs am Vormittag noch bis auf 84,24 Euro gestiegen war. Beim Derivatehandel gab es vorerst keinen eindeutigen Trend. In den vergangenen Tagen hatten Anleger aber bevorzugt Calls gekauft.

K+S musste im ersten Quartal einen Gewinnr�ckgang hinnehmen. Die Zahlen fielen dennoch besser aus, als Analysten dies erwartet hatten. So ging der Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um zw�lf Prozent auf 1,44 Milliarden Euro zur�ck. Der Betriebsgewinn fiel von 368 Millionen Euro im Vorjahr auf 281 Millionen Euro im ersten Quartal dieses Jahres. Konzernchef Norbert Steiner best�tigte zudem die Gesamtjahresprognose. Der milde Winter hatte f�r ein schwaches Gesch�ft mit Auftausalzen gesorgt. Allerdings hat die Nachfrage nach D�ngemitteln wieder Fahrt aufgenommen. K+S will sich k�nftig auf sein Kerngesch�ft mit Kali-D�ngemitteln und Salz konzentrieren. Das wenig eintr�gliche Gesch�ft mit Stickstoffd�ngemitteln konnte fr�her als erwartet abgesto�en werden. Gestern hatte der Konzern den Verkauf der Sparte mit einem Unternehmenswert von 140 Millionen Euro an den russischen Konzern EuroChem angek�ndigt. Durch die Ver�u�erung wird ein Buchgewinn in H�he von 70 bis 80 Millionen Euro erwartet. Ohne den Verkauf h�tte K+S die Stickstoff-Gesch�fte gem�� der Vertr�ge mit der ehemaligen Mutter BASF bis Ende 2014 fortf�hren m�ssen. Die K+S-Aktie zog phasenweise bis auf 36,70 Euro an, notierte am Nachmittag aber bei 36,03 Euro mit 0,4 Prozent im Minus. Einige Derivateanleger halten Calls in ihren Depots.


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Über den Autor
 
Autor: Cornelia Frey Cornelia Frey,
Börse Stuttgart AG

Cornelia Frey und Holger Scholze informieren abwechselnd um das Geschehen im Derivatebereich der Stuttgarter Börse. Neben Fernsehinterviews beim Nachrichtensender n-tv, berichten sie in Radiointerviews und den Marktberichten EUWAX Trends über das Geschehen bei Optionsscheinen & Co. Die Beiträge stellen keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten da. Unter dem Link https://www.boerse-stuttgart.de/rd/de/register können Sie Ihre E-Mail Adresse für den Versand der Marktberichte registrieren lassen. Die Berichte werden dann automatisch per E-Mail an Sie versandt.

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