Spanien will Plan zur Banken-Sanierung vorlegen
Die äußerst komplizierte Situation mit den unklaren politischen Verhältnissen nach den Wahlen in Griechenland bleibt auch heute bestehen. Der Chef des radikalen Linksbündnisses in Griechenland, Alexis Tsipras hatte gestern erklärt, dass die Zusagen seines Landes für den Erhalt des milliardenschweren Rettungspakets und die dafür notwendigen harten Reformen null und nichtig seien. Zudem wolle er den Gläubigern das geliehene Geld nicht zurückzahlen. Damit zog Tsipras, der unmittelbar zuvor den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten hatte, den Unmut vieler europäischer Finanzexperten und Politiker auf sich. Die Zahlung der nächsten Tranche der Hilfszahlungen ist ersthaft in Gefahr. Voraussetzung hierfür ist die Bildung einer stabilen Regierung noch im Mai. Unter diesen Voraussetzungen werden Neuwahlen im Juni immer wahrscheinlicher. Es droht die Isolation Griechenlands und der Zusammenbruch des hochverschuldeten Staates mit unabsehbaren Folgen für die Eurozone.
Der Euro-Rettungsfonds EFSF will EU-Kreisen zufolge noch heute über die Freigabe der nächsten Tranche aus dem Hilfspaket für Griechenland entscheiden. Die aktuelle Tranche der internationalen Hilfsgelder in Höhe von 5,2 Milliarden Euro ist eigentlich am Donnerstag fällig. Sie wurde bereits vor Wochen nach dem jüngsten Fortschrittsbericht der Troika aus EU, IWF und EZB genehmigt. Dennoch sind aufgrund des Widerstands in Griechenland gegen das vereinbarte Sparprogramm Diskussionen darüber entflammt, ob es besser wäre, die Mittel vorerst zurückzuhalten.
Meldungen zufolge soll am Freitag in Spanien ein Plan zur Sanierung der Banken vorgelegt werden. Dieser könnte auch höhere Rückstellungen für faule Immobilienkredite beinhalten. Die Aktienkurse in Spanien gaben deutlich nach.
Der DAX notierte am Nachmittag bei 6.420 Punkten mit 0,4 Prozent im Minus.
Derivateanleger, die noch Put-Optionsscheine und Short-Zertifikate auf den DAX in ihren Depots hielten, nahmen heute erneut Gewinne mit. Gleichzeitig waren nun wieder Call-Optionsscheine und Long-Zertifikate gesucht. Der Euwax Sentiment Index lag am Nachmittag bei plus dreißig Punkten.
Der Euro rutschte auf 1,2930 US-Dollar. Händler hatten bereits heute Mittag vermutet, das bei einem Fall des Euro unter die Marke von 1,2950 US-Dollar viele Verkaufsoptionen fällig werden würden. Dadurch geriete die Gemeinschaftswährung zusätzlich unter Druck.
Die Commerzbank-Aktie notierte am Nachmittag trotz eines
Gewinneinbruchs im ersten Quartal bei 1,53 Euro mit 0,8
Prozent im Plus. Analysten zeigten sich hoch erfreut darüber,
dass die Commerzbank inzwischen nicht nur die strengen
Auflagen der EU-Bankenaufsicht EBA
erfüllt, sondern der Aufbau des harten Kernkapitals schneller
als gedacht voranschreitet. Beide Fakten drängen heute das
schwache Quartalsergebnis und den zurückhaltenden Ausblick in
den Hintergrund.
K+S musste im ersten Quartal einen Gewinnrückgang
hinnehmen. Die Zahlen fielen dennoch besser aus, als
Analysten dies erwartet hatten. So ging der Umsatz im
Vergleich zur Vorjahresperiode um zwölf Prozent auf 1,44
Milliarden Euro zurück. Der Betriebsgewinn fiel von 368
Millionen Euro im Vorjahr auf 281 Millionen Euro im ersten
Quartal dieses Jahres. Konzernchef Norbert Steiner
bestätigte zudem die Gesamtjahresprognose. Der milde Winter
hatte für ein schwaches Geschäft mit Auftausalzen gesorgt.
Allerdings hat die Nachfrage nach Düngemitteln wieder Fahrt
aufgenommen. K+S will sich künftig auf sein Kerngeschäft mit
Kali-Düngemitteln und Salz konzentrieren. Das wenig
einträgliche Geschäft mit Stickstoffdüngemitteln konnte
früher als erwartet abgestoßen werden. Gestern hatte der
Konzern den Verkauf der Sparte mit einem Unternehmenswert
von 140 Millionen Euro an den russischen Konzern EuroChem
angekündigt. Durch die Veräußerung wird ein Buchgewinn in
Höhe von 70 bis 80 Millionen Euro erwartet. Ohne den Verkauf
hätte K+S die Stickstoff-Geschäfte gemäß der Verträge mit
der ehemaligen Mutter BASF bis
Ende 2014 fortführen müssen. Die K+S-Aktie zog phasenweise
bis auf 36,70 Euro an, notierte am Nachmittag aber bei 36,03
Euro mit 0,4 Prozent im Minus. Einige Derivateanleger halten
Calls in ihren Depots.
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Cornelia Frey, Börse Stuttgart AG |
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