Wochenausblick: Weiter im Krisenmodus



13:30 14.05.12

Die Zitterpartie um Griechenland setzt sich fort und wird nach Ansicht der meisten Analysten die B�rsen weiter fest im Griff haben. So mancher h�lt die niedrigeren Kurse aber f�r �bertrieben.

Auch in der vergangenen Woche bestimmten politische Schlagzeilen die M�rkte: W�hrend der Wahlsieg von Hollande in Frankreich kaum noch f�r Wimpernzucken sorgte, kamen die Querelen um die Regierungsbildung in Griechenland �berhaupt nicht gut an. Die B�rsen reagierten mit Verlusten, konnten sich dann aber erholen, der DAX ging sogar mit einem kleinen Plus von 0,3 Prozent aus der Woche.

Seit Erreichen des Jahreshochs im M�rz hat das deutsche Aktienbarometer allerdings mittlerweile rund 600 Punkte abgegeben. Auch der Euro schw�chelte und rutschte unter 1,29 US-Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit Januar. Die Renditen f�r die als sichere Bank geltenden Bundesanleihen sanken w�hrenddessen auf unter 1,5 Prozent – ein historisches Tief, der Bund-Future erreicht mit 143,30 Prozent einen neuen Rekordstand.

Kein „Sell in May“

Laut Markus Reinwand von der Helaba ist die Stimmung aber �bertrieben pessimistisch. Auch das typische Saisonmuster l�sst er als Verkaufsargument nicht gelten. „Zwar ist in den Sommermonaten h�ufig wenig bei Aktien zu holen“, erkl�rt der Analyst, in US-Wahljahren kehre sich das �bliche Muster aber meist um. „In den sechs Monaten vor der Wahl, also von Mai bis Oktober, liefen Aktien besser als in den sechs Monaten nach der Wahl, also von November bis April.“ Dies spreche, ebenso wie die bereits weit vorangeschrittene Korrektur, gegen die „Sell in May“-Strategie. „Vielmehr sollte der inzwischen ausgepr�gte Pessimismus im Sinne der Kontraindikation ebenso wie die g�nstige Bewertung mittelfristig neuen Spielraum f�r steigende Aktienkurse er�ffnen.“

Gute Wachstumszahlen n�tzen nichts

Die Weberbank ist da etwas anderer Meinung: Zwar h�lt sie an ihrer positiven Einsch�tzung der deutschen Konjunkturentwicklung fest. „Die Investoren fokussieren sich aber auf die Brandherde in der Eurozone“, bemerkt Sascha Rehbein. So erh�he sich von Tag zu Tag die Wahrscheinlichkeit eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone. „Am Kapitalmarkt wird aktuell nicht mehr das Ob eines Austritts diskutiert, sondern vielmehr das Wie.“ Unter diesen Voraussetzungen sieht er die kommenden Wochen weiterhin im Krisenmodus und erwartet am Rentenmarkt anhaltend hohe Nachfrage f�r deutsche Staatspapiere.

Chartbild deutet auf Kursverluste

Laut Landesbank Berlin ist aus technischer Sicht die seit Mitte M�rz bestehende Korrekturbewegungen noch nicht beendet. „Beim Dax droht zun�chst ein R�ckfall in Richtung der bei rund 6.200 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie“, erkl�ren die Charttechniker. Der Euro Stoxx 50 habe den gleitenden Durchschnitt bereits schon vor Wochen unterschritten, hier sei ein R�ckfall bis zum Jahrestief 2011 bei 1.936 Z�hler m�glich.

Facebook: Hype oder Chance?

ach der von Konjunkturseite eher ruhigen Vorwoche stehen in dieser Woche wieder zahlreiche wichtige Daten zur Ver�ffentlichung an, etwa die ZEW-Konjunkturerwartungen f�r Deutschland, die US-Einzelhandelsums�tze und der US-Einkaufsmanagerindex Empire State. W�hrend sich hierzulande so mancher bereits am Mittwoch in ein langes Wochenende verabschieden wird, steht am Freitag in den USA mit dem B�rsengang von Facebook ein echtes Highlight an: Es wird erwartet, dass das soziale Netzwerk am ersten Handelstag mit rund 100 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Kritikern zufolge geben das die Fundamentaldaten aber nicht her.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine

Montag, 14. Mai



��� 11.00 Uhr. EU: Industrieproduktion M�rz.

Dienstag, 15. Mai

��� Quartalszahlen Allianz, ThyssenKrupp, Merck, Salzgitter, Air Berlin
��� 8.00 Uhr. Deutschland: BIP 1. Quartal.
��� 11.00 Uhr. EU: BIP 1. Quartal. Die konjunkturelle Entwicklung in der Eurozone bleibt auch im ersten Quartal 2012 gespalten, meint die DekaBank. W�hrend in L�ndern wie Deutschland, �sterreich oder Finnland das Bruttoinlandsprodukt angestiegen sei, sei es in den meisten Peripheriel�ndern, allen voran Griechenland und Italien, gesunken. Eine erfreuliche �berraschung k�nne aus Portugal kommen. In der Summe ergibt sich den Analysten zufolge der zweite R�ckgang des BIP in Folge.
��� 11.00 Uhr. Deutschland: ZEW Konjunkturerwartungen Mai. Laut HSBC Trinkaus werden in der ZEW-Umfrage im Mai erstmals in diesem Jahr weder die Einsch�tzung zur gegenw�rtigen Lage noch die Erwartungen ein Monatsplus aufweisen.
��� 14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise April. Die Jahresrate werde wohl mit 2,3 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2011 fallen, erkl�rt die DekaBank. Der Benzinpreis sei zwar noch gestiegen, aber schw�cher als sonst saisonal �blich.
��� 14.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsatz April. Im April sollten die Einzelhandelsums�tze wegen des r�ckl�ufigen Benzinpreises von niedrigeren Tankstellenums�tzen belastet worden sein, bemerkt die Helaba. Die Zahl der verkauften Pkws habe hingegen zugelegt.
��� 14.30 Uhr. USA: New York Empire State Index Mai. Die Bloomberg-Sch�tzungen liegen hier bei 9 Punkten nach 6,6 im Vormonat. Der Index ist ein Ma� f�r die aktuelle wirtschaftliche Lage und die Einsch�tzung der n�chsten sechs Monate im produzierenden Gewerbe des Staates New York. Ein Wert �ber 0 signalisiert eine positive Wirtschaftsentwicklung.

Mittwoch, 16. Mai

��� Quartalszahlen EADS
��� 14.30 Uhr. USA: Wohnbaubeginne, -genehmigungen April. Sechs Jahre nach dem H�hepunkt des Baubooms Anfang 2006 kann laut Helaba von einer Verbesserung der Lage keine Rede sein. Statt von einer Wende k�nne man bisher nur von einer Seitw�rtsbewegung auf extrem niedrigem Niveau sprechen. Die Analysten prognostizieren f�r die Baubeginne annualisiert 680.000 und f�r die Baugenehmigungen 720.000.
��� 15.15 Uhr. USA: Industrieproduktion April. Die DekaBank erwartet ein Plus von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Die Versorger h�tten von einem witterungsbedingten Nachholeffekt profitiert, die Autoindustrie sei kr�ftig gewachsen.�
��� 20.00 Uhr. USA: Protokoll der Notenbanksitzung vom 25. April.

Donnerstag, 17. Mai

��� Feiertag (Christi Himmelfahrt): An der B�rse Frankfurt wird aber gehandelt.
��� 16.00 Uhr. USA: Philadelphia Fed Index Mai. Umfragen zufolge wird mit 10 Punkten gerechnet, ein leichtes Plus nach 8,5 Punkten im April. Der Index der Philadelphia Federal Reserve Bank z�hlt zu den wichtigsten Fr�hindikatoren f�r den US-Markt, ein positiver Indexstand deutet auf eine weitere Expansion der US-Wirtschaft hin.

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