Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe
(ISIN DK0009922320/ WKN A0T3VK) von Dänemark weiterhin für eine
interessante Alternative für sehr sicherheitsorientierte Anleger.
Die Währungsanleihe, emittiert vom Königreich Dänemark, sei mit
einem Kupon von 4,50% ausgestattet, laufe noch bis zum 15.11.2039
und weise eine Stückelung von 0,01 auf. Bei einem aktuellen Kurs von
151,13% biete das Papier eine jährliche Rendite von nur noch 2,01%.
Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur
Moody's mit der Bestnote von "Aaa" bewertet. Damit bestehe nach
Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des
Emittenten nur ein minimales Kreditrisiko.
Auch wenn sich seit Beginn des neuen Jahres die Lage an den
Finanzmärkten spürbar entspannt habe, gebe es zahlreiche
Fragezeichen hinsichtlich der weiteren Konjunkturentwicklung und der
weiteren Entwicklung der Euro-Schuldenkrise. Für Anleger, die
weiterhin dem Euro und den Aktienmärkten gegenüber pessimistisch
eingestellt seien, könnten daher u.a. Fremdwährungsanleihen von
erstklassigen Emittenten interessant sein.
Im Gegensatz zu Norwegen und Schweden leide Dänemark immer noch
unter den Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise.
So sei nach den Rezessionsjahren 2008 und 2009 kein nennenswertes
Wachstum mehr generiert worden. Zum Beispiel habe das
Wirtschaftswachstum in 2011 bei 0,9% und damit unter dem Schnitt der
EU-Länder von 1,6% gelegen. Die Analysten der Helaba würden erst für
2013 wieder eine Eins vor dem Komma erwarten. Die dänische
Zentralbank sehe das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr bei 1,2% und
in 2013 bei 1,6%. Die Analysten von Anleihencheck Research sind
mittelfristig ebenfalls zuversichtlich gestimmt, zumal erste
Anzeichen einer Stabilisierung der Weltwirtschaft zu erkennen sind.
Auch wenn die jüngsten Daten der europäischen Statistikbehörde
Eurostat zur Vorsicht mahnen würden: Zwar sei das preis- und
saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt im gemeinsamen Währungsraum
zum Jahresbeginn stabil geblieben, doch ohne Deutschlands Beitrag in
Höhe von 0,5% gg. VQ wäre das BIP in der Eurozone um 0,2%
zurückgegangen.
Ein Grund für das unterdurchschnittliche Wachstum Dänemarks könnte
im Platzen der Immobilienblase liegen. Die Immobilienpreise seien
seit Mitte der 90er-Jahre sukzessive gestiegen. Zudem befinde sich
die Arbeitslosenquote mit zuletzt über 7% auf einem sehr hohen
Niveau. Zwar liege die Staatsverschuldung mit knapp 50% des BIPs auf
einem relativ niedrigen Stand, doch habe sich diese in den letzten
Quartalen spürbar erhöht. Hier hätten sich vor allem die hohen
Ausgaben für die Staatsbediensteten sowie der Bankensektor, der
aufgrund der Immobilienkrise Unterstützung von der Regierung
erhalten habe, negativ bemerkbar gemacht.
Die Analysten von Anleihencheck Research sind aber der Meinung, dass
die dänische Regierung die innenpolitischen Probleme (Erneuerung des
Rentensystems, hohe Arbeitslosenquote) in den Griff bekommen wird,
um wieder auf den Wachstumskurs vor 2008 zurückzukehren. Die
Ratingagenturen seien ähnlicher Ansicht, denn nach wie vor zähle
Dänemark zu den wenigen Ländern, die noch ein "Aaa" erhalten würden.
Insgesamt erscheint den Analysten von Anleihencheck Research die
o.a. Anleihe von Dänemark als eine durchaus interessante
Anlagealternative für risikoscheue Anleger. Aufgrund der zuletzt
starken Kursanstiege von dänischen Staats- und Währungsanleihen
halte man vor allem die langlaufenden Papiere für interessant.
Jedoch gelte es, ein mögliches Währungsrisiko zu beachten. Dies
könnte aber auch die Rendite der Währungsanleihe steigern, sollte
die Dänische Krone gegenüber dem Euro weiter aufwerten. Aktuell sehe
man zumindest aber keinen deutlichen Abwärtsdruck für die dänische
Währung, die sich in den letzten Jahren sowie so in einer sehr engen
Handelsspanne bewegt habe. (Analyse vom 15.05.2012)
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Sven Krupp |
Sven Krupp ist als Analyst und Wirtschaftsredakteur für das Anleger- und Finanzportal www.aktiencheck.de tätig. Regelmäßig verfasst er Analysen zu den Themen "Aktien", "Anleihen" und "Fonds". Der Börsenexperte verfügt inzwischen über eine Markterfahrung von zwei Jahrzehnten und stellt nun sein Wissen auch stock-world zur Verfügung.
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