Dänemark-Anleihe: In den derzeit unsicheren Zeiten sehr beliebt



08:27 16.05.12

Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN DK0009922320/ WKN A0T3VK) von Dänemark weiterhin für eine interessante Alternative für sehr sicherheitsorientierte Anleger.

Die Währungsanleihe, emittiert vom Königreich Dänemark, sei mit einem Kupon von 4,50% ausgestattet, laufe noch bis zum 15.11.2039 und weise eine Stückelung von 0,01 auf. Bei einem aktuellen Kurs von 151,13% biete das Papier eine jährliche Rendite von nur noch 2,01%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit der Bestnote von "Aaa" bewertet. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten nur ein minimales Kreditrisiko.

Auch wenn sich seit Beginn des neuen Jahres die Lage an den Finanzmärkten spürbar entspannt habe, gebe es zahlreiche Fragezeichen hinsichtlich der weiteren Konjunkturentwicklung und der weiteren Entwicklung der Euro-Schuldenkrise. Für Anleger, die weiterhin dem Euro und den Aktienmärkten gegenüber pessimistisch eingestellt seien, könnten daher u.a. Fremdwährungsanleihen von erstklassigen Emittenten interessant sein.

Im Gegensatz zu Norwegen und Schweden leide Dänemark immer noch unter den Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise. So sei nach den Rezessionsjahren 2008 und 2009 kein nennenswertes Wachstum mehr generiert worden. Zum Beispiel habe das Wirtschaftswachstum in 2011 bei 0,9% und damit unter dem Schnitt der EU-Länder von 1,6% gelegen. Die Analysten der Helaba würden erst für 2013 wieder eine Eins vor dem Komma erwarten. Die dänische Zentralbank sehe das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr bei 1,2% und in 2013 bei 1,6%. Die Analysten von Anleihencheck Research sind mittelfristig ebenfalls zuversichtlich gestimmt, zumal erste Anzeichen einer Stabilisierung der Weltwirtschaft zu erkennen sind. Auch wenn die jüngsten Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat zur Vorsicht mahnen würden: Zwar sei das preis- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt im gemeinsamen Währungsraum zum Jahresbeginn stabil geblieben, doch ohne Deutschlands Beitrag in Höhe von 0,5% gg. VQ wäre das BIP in der Eurozone um 0,2% zurückgegangen.

Ein Grund für das unterdurchschnittliche Wachstum Dänemarks könnte im Platzen der Immobilienblase liegen. Die Immobilienpreise seien seit Mitte der 90er-Jahre sukzessive gestiegen. Zudem befinde sich die Arbeitslosenquote mit zuletzt über 7% auf einem sehr hohen Niveau. Zwar liege die Staatsverschuldung mit knapp 50% des BIPs auf einem relativ niedrigen Stand, doch habe sich diese in den letzten Quartalen spürbar erhöht. Hier hätten sich vor allem die hohen Ausgaben für die Staatsbediensteten sowie der Bankensektor, der aufgrund der Immobilienkrise Unterstützung von der Regierung erhalten habe, negativ bemerkbar gemacht.

Die Analysten von Anleihencheck Research sind aber der Meinung, dass die dänische Regierung die innenpolitischen Probleme (Erneuerung des Rentensystems, hohe Arbeitslosenquote) in den Griff bekommen wird, um wieder auf den Wachstumskurs vor 2008 zurückzukehren. Die Ratingagenturen seien ähnlicher Ansicht, denn nach wie vor zähle Dänemark zu den wenigen Ländern, die noch ein "Aaa" erhalten würden.

Insgesamt erscheint den Analysten von Anleihencheck Research die o.a. Anleihe von Dänemark als eine durchaus interessante Anlagealternative für risikoscheue Anleger. Aufgrund der zuletzt starken Kursanstiege von dänischen Staats- und Währungsanleihen halte man vor allem die langlaufenden Papiere für interessant. Jedoch gelte es, ein mögliches Währungsrisiko zu beachten. Dies könnte aber auch die Rendite der Währungsanleihe steigern, sollte die Dänische Krone gegenüber dem Euro weiter aufwerten. Aktuell sehe man zumindest aber keinen deutlichen Abwärtsdruck für die dänische Währung, die sich in den letzten Jahren sowie so in einer sehr engen Handelsspanne bewegt habe. (Analyse vom 15.05.2012)




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Über den Autor
 
Autor: Sven Krupp Sven Krupp
Sven Krupp ist als Analyst und Wirtschaftsredakteur für das Anleger- und Finanzportal www.aktiencheck.de tätig. Regelmäßig verfasst er Analysen zu den Themen "Aktien", "Anleihen" und "Fonds". Der Börsenexperte verfügt inzwischen über eine Markterfahrung von zwei Jahrzehnten und stellt nun sein Wissen auch stock-world zur Verfügung.

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