Fonds: Kein Käuferstreik



08:32 16.05.12

Dass der Kurseinbruch der vergangenen Wochen Fondsanleger völlig verschreckt, kann nicht behauptet werden. Händler sehen durchaus Zuflüsse in Aktienfonds. Sehr umsatzstark ist der Handel im Immobilienfonds CS Euroreal eine knappe Woche vor der Entscheidung über dessen eventuellen Auflösung.

Trotz der negativen Tendenzen an den Aktienmärkten durch die anhaltende Unsicherheit um Griechenland haben Anleger Fonds, auch Aktienfonds, durchaus noch auf dem Radar. „Käufe und Verkäufe halten sich die Waage“, berichtet Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler. Wenn es auffällige Bewegungen gebe, dann seien dies aber eher Abgaben. „Die Käufer kommen wieder“, meint unterdessen Matthias Präger von der Baader Bank. Nach der Verkaufswelle der vergangenen Wochen stiegen einige Anleger jetzt wieder ein – auch wenn die Tendenz insgesamt eher uneinheitlich sei.

Weiterer Schicksalstag für die Immobranche

Weiter im Fokus stehen offene Immobilienfonds. Nach der in der vergangenen Woche angekündigten Auflösung des SEB Immoinvest (WKN 980230) gilt die Aufmerksamkeit nun vor allem dem CS Euroreal (WKN 980500): Am 21. Mai, also am kommenden Montag, will das Management den Fonds für einen Tag öffnen und auf diese Art – wie bereits vom SEB Immoinvest vorexerziert – die Anleger über das Schicksal entscheiden lassen.

Im Vorfeld wollen offenbar zahlreiche Investoren ihre Anteilsscheine noch über die Börse loswerden. „Die Umsätze im CS Euroreal sind hoch. Der Kurs hat nochmals nachgegeben“, erklärt Wöllnitz. Es gebe aber auch Käufer. Aktuell wird der Anteilsschein an der Börse Frankfurt unter 38 Euro gehandelt, vor gut zwei Wochen waren es noch über 42 Euro.

Ruhe eingekehrt beim SEB Immoinvest

Um den SEB Immoinvest ist es hingegen stiller geworden. „Der Kurs ist zwar abermals gesunken. Im Moment liegt er mit 33,50 Euro aber über dem Tiefstkurs von rund 32 Euro.“ Unauffällig gestaltet sich auch der Handel mit anderen Immobilienfonds, etwa dem KanAm Grundinvest (WKN 679180) und dem Degi International (WKN 800799), die sich bereits in Auflösung befinden, aber auch den nach wie vor offenen Fonds Deka-ImmobilienGlobal (WKN 748361), Deka-ImmobilienEuropa (WKN 980956) oder HausInvest (WKN 980701).

Glaube an Aktien ist da



Gleichzeitig werden klassische Aktienfonds wieder gekauft, wie Präger meldet, etwa der Cominvest Fondak (WKN 847101), der DWS Deutschland (WKN 849096) und der Dexia Equities Europe (WKN 989646). Auch in international aufgestellten Publikumsfonds wie dem DWS Top Dividende (WKN 984811), dem Flossbach von Storch Aktien Global (WKN 989975) und dem Carmignac Investissement (WKN A0DP5W) deckten sich Investoren ein. Der Veri-Valeur von Veritas Investment (WKN 976320), der GAM Star European Equity (WKN 593169) und der M&G Global Basics (WKN 797735) stünden hingegen auf den Verkaufslisten.
Daneben meldet ICF Kursmakler Abgaben im JPM EU Strategic Value (WKN 933913), der auf Aktien europäischer Unternehmen setzt. Laut Wöllnitz lockt aber offenbar Russland: „In Fonds mit russischen Aktien sehen wir durchweg Zuflüsse“, erklärt der Spezialist und verweist etwa auf den Pioneer Russia Stock (WKN 594867). Hier hoffen Anleger wahrscheinlich auf eine Erholung: Der Fonds hat seit Mitte März nämlich deutlich Federn lassen müssen, die Gewinne aus den ersten Wochen dieses Jahres sind so gut wie dahin.

Mäßiges Geschäft mit Asien-Fonds

Wie bereits in den Vorwochen waren Anleger auch in den vergangenen Tagen uneins, ob ein Engagement in asiatischen Aktien sich lohnt oder nicht. Die Baader Bank meldet jedenfalls Zu- und Abflüsse: Etwa überzeugte der Baring Hongkong China (WKN 972840) offenbar, während der Aberdeen Global Asian Smaller Companies (WKN A0HMM5) und der JF China (WKN 973778) abgestoßen wurden.

Minenfonds: Wieder Zuflüsse

Bei den zuletzt eher unbeliebten Minenfonds wagen sich einige Anleger nun wieder vor, wie Präger meldet. Dabei schwächeln die meisten Rohstoffpreise weiter. Etwa geht es für den Goldpreis seit Mitte März bergab, seit Anfang Mai sogar rapide, zuletzt rutschte der Preis für eine Feinunze sogar unter die Marke von 1.600 US-Dollar.
Manchen Investoren scheint das aber zu weit zu gehen: Präger zufolge stiegen Anleger etwa im Craton Capital Precious Metal (WKN 964907) und im Falcon Gold Equity (WKN 972376) ein. Der LO Funds World Gold Expertise (WKN 813929) sei hingegen weiter verkauft worden. Minenfonds entwickeln sich zwar nicht unbedingt parallel zu Rohstoffpreisen, doch hat auch der LO Funds World Gold Expertise in den vergangenen Wochen kräftig an Wert verloren. Auf Sicht von drei Monaten verzeichnet er mittlerweile ein Minus von über 25 Prozent.

Lieber keine Rentenfonds

In Mischfonds wie dem Flossbach von Storch SICAV (WKN A0M430) war, wie üblich, viel los, ICF Kursmakler meldet für die vergangenen Woche aber Handel in beide Richtungen. Im Bereich der Rentenfonds standen Produkte mit internationalen Anleihen wie der UniRenta (WKN 849102) eher auf den Verkaufslisten, wie ICF Kursmakler registriert hat. Auch Rentenfonds mit hochverzinslichen Anleihen seien eher abgestoßen worden, etwa der Goldman Sachs Global High Yield (WKN 989584).

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