Charttechniker: Markt hat noch Luft nach unten – Autowerte verlieren
Erstmals seit Anfang Januar ist der Deutsche Aktienindex heute unter die Marke von 6000 Punkten gefallen. Gegen 12:00 Uhr notiert das Barometer bei 5968 Punkten, ein Minus von 1,3 Prozent. Zwar hält sich der DAX als einer der ganz wenigen Aktienmärkte in Europa im positiven Bereich auf Sicht dieses Jahres. Doch das Plus seit Jahresanfang schmilzt zusehends zusammen und liegt bei nur noch anderthalb Prozent.
Wer nach den deutlichen Verlusten vom Freitag, als der Markt in Folge schwacher US-Arbeitsmarktzahlen mehr als drei Prozent verloren hatte, auf eine technische Gegenreaktion gehofft hatte, sieht sich getäuscht. Überhaupt machen die Charttechniker derzeit wenig Hoffnung. Sie sehen wenig Grund dafür, dass der laufende Ausverkauf kurzfristig enden müsse. Erst im Bereich von 5640 Punkten gebe es wieder eine stabile Unterstützung, so heißt es.
Zu beachten ist, dass der Aktienmarkt in London heute und morgen wegen der Feiern rund um das britische Thronjubiläum geschlossen ist. Damit fehlt dem Kontinent eine wichtige Leitbörse. Zu den größten Verlieren in Deutschland zählen die Autowerte. VW, Daimler und BMW geben zwischen 2,5 und drei Prozent ab.
Die US-Arbeitsmarktdaten machen Analysten zufolge immer deutlicher, dass die Vereinigten Staaten auf die nächste Rezession zusteuern. Immer lauter wird deswegen nun der Ruf nach den Notenbanken. Aber das gilt nicht nur für die USA, wo ja zu Jahresende Präsidentschaftswahlen anstehen, sondern auch für Europa, wo neben den konjunkturellen Befürchtungen auch die Angst vor einem Zerbrechen des Euro zunimmt. Nach Angaben der Financial Times Deutschland drängt zudem Bundeskanzlerin Merkel die spanische Regierung, Hilfsgelder des Euro-Rettungsfonds EFSF anzunehmen. Sie erhofft sich damit eine Beruhigung der Märkte.
Bemerkenswert ist heute, dass die Privatanleger an der Börse Stuttgart sich nicht wie sonst üblich antizyklisch zur jeweiligen Marktbewegung verhalten. Obwohl der DAX deutlich im Minus liegt, setzen die Euwax-Trader überwiegend auf DAX-Puts. Das Sentiment liegt daher zur Mittagszeit im negativen Bereich.
Bei den Knock-Out-Produkten ist ein Call auf den Silberpreis
stark gefragt. Anleger reagieren damit auf die Kaufempfehlung
eines Börsenbriefs. Sie kaufen ein Papier mit Basispreis 20,31
US-Dollar. Ebenfalls gesucht ist ein Put auf die Aktie der
Deutschen Bank.
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Cornelia Frey, Börse Stuttgart AG |
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