Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die
Unternehmensanleihe (ISIN XS0438813536/ WKN A0Z15N) von Deutsche
Lufthansa (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) weiterhin für eine sehr
interessante Alternative für den europäischen Corporate
Bonds-Sektor.
Die Anleihe der Airline sei mit einem Kupon von 6,50% ausgestattet,
laufe noch bis zum 07.07.2016 und weise eine anlegerfreundliche
Stückelung von 1.000 Euro auf. Bei einem aktuellen Kurs von 111,63%
biete die Anleihe eine jährliche Rendite von 3,23%. Sowohl die
Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's
mit "Ba1" bewertet. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's
bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten ein erhebliches
Kreditrisiko.
Die Deutsche Lufthansa zähle zu den weltweit führenden
Fluggesellschaften. Insgesamt umfasse der Konzernverbund weltweit
etwa 400 Tochter- und Beteiligungsunternehmen.
Die Fluggesellschaft habe gestern Passagierzahlen für den Monat Mai
publiziert. Unternehmensangaben zufolge sei bei der Lufthansa
Passage im Berichtsmonat ein Plus von 0,1% auf 6,781 Millionen
Fluggäste ausgewiesen worden. Der Sitzladefaktor habe sich im
Vorjahresvergleich um 0,8 Prozentpunkte auf 77,4% reduziert. Auf
Konzernebene sei die Zahl der beförderten Passagiere um 0,3% auf
9,227 Millionen gestiegen. Der Sitzladefaktor habe sich im
Vorjahresvergleich um 0,1 Prozentpunkte auf 77,9% verringert.
Nach Einschätzung der Analysten von Anleihencheck Research sind die
publizierten Passagierzahlen vor dem Hintergrund des schwierigen
Marktumfelds gut ausgefallen. Während sich das Passagiergeschäft
robust gezeigt habe, habe sich das Frachtgeschäft enttäuschend
entwickelt.
Für das Gesamtjahr 2012 gehe der Konzern unverändert von einem
Umsatzwachstum gegenüber 2011 aus. Der operative Gewinn werde im
mittleren dreistelligen Millionen-Euro Bereich erwartet.
Mittlerweile erscheine diese Guidance schwerer zu erreichen zu sein.
Denn die Lage in Europa habe sich weiter eingetrübt und könnte durch
die sich erneut zuspitzende Euro-Schuldenkrise weiter belastet
werden.
Bis 2014 möchte die Unternehmensführung die operative Rendite der
Fluggesellschaft langfristig auf 8% steigern. Das neue Sparziel von
1,5 Mrd. Euro wolle Vorstandschef Christoph Franz unter anderem über
einen Personalabbau in noch unbekannter Größenordnung sowie eine
straffere Konzernstruktur erreichen, bei der einige Konzerntöchter
Teile ihrer bisherigen Eigenverantwortung abgeben müssten.
Die Analysten von Anleihencheck Research begrüßen das neue
Renditeziel, auch wenn es hinsichtlich der aktuell schwierigen
Rahmenbedingungen zunehmend ambitioniert erscheine. Mithilfe des
Effizienzprogramms "SCORE" könnte es dem Management aber durchaus
gelingen, die Zielvorgaben zu erreichen. Denn in der Vergangenheit
habe das Management der Deutschen Lufthansa immer wieder bewiesen,
dass es Kosten optimieren und Synergien heben könne.
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Sven Krupp |
Sven Krupp ist als Analyst und Wirtschaftsredakteur für das Anleger- und Finanzportal www.aktiencheck.de tätig. Regelmäßig verfasst er Analysen zu den Themen "Aktien", "Anleihen" und "Fonds". Der Börsenexperte verfügt inzwischen über eine Markterfahrung von zwei Jahrzehnten und stellt nun sein Wissen auch stock-world zur Verfügung.
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