Keine Entwarnung für die Bullen



10:17 22.06.12

Die Fed hat, wie von uns erwartet, kein neues Ankaufprogramm für US-Staatsanleihen (QE3) angekündigt. Aber die Fed betont, dass sie, sofern notwendig, weitere Schritte zur Unterstützung der US-Wirtschaft vornehmen werde. Es kam somit tatsächlich, wie gestern schon vermutet, zu der verbalen Maßnahme. Schön, die Märkte können nun tatsächlich weiter darauf setzen, dass QE3 doch noch kommt.

Um aber auf die negativeren Vorzeichen zu reagieren, hat die Fed angekündigt, die Operation Twist, also den Austausch von Anleihen kürzerer Laufzeit gegen Papiere längerer Laufzeit, noch bis zum Jahresende fortzuführen. Dazu werden insgesamt 267 Mrd. Dollar investiert.

Dieser Schritt soll dazu führen, dass die langfristigen Zinsen weitern gesenkt werde oder niedrig bleiben, damit die Wirtschaft, aber vor allem auch die Banken, sich besser refinanzieren können.

Fed reagiert - vorhersehbar

Interessant ist, dass nun auch die Fed insgesamt etwas skeptischer ist. Sie sehen, auch die Fed kocht nur mit dem Wasser der US-Konjunkturdaten. Und es ist herrlich mitzuerleben, wie nahe man den Entscheidungen der Fed kommen kann, wenn man nur sehr aufmerksam die Konjunkturzahlen analysiert. Wie Sie wissen, weisen wir auf diese Verschlechterung bereits seit Monaten hin.

Wie reagierte der Markt?

Der Markt reagierte, ich möchte es mal so ausdrücken: irritiert er weiß nicht so recht, was er mit diesen Aussagen anfangen soll. Auf der einen Seite kann er weiter auf QE3 spekulieren, auf der anderen Seite verschlechtern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den USA. Die Fortführung der Operation Twist wirkt sich natürlich leicht stützend aus, aber die Frage steht natürlich im Raum, ob nicht jetzt schon mehr getan werden müsste.  Entsprechend unentschlossen war zunächst die Reaktion, heute allerdings scheint der Markt wieder unter Druck zu geraten.

S&P500 scheitert an wichtigem Widerstand

Die Situation ist dabei aus charttechnischer Sicht nicht ungefährlich. Dazu der S&P500 Chart:

Diesen Chart kennen Sie bereits, er zeigt den hoch relevanten Widerstand bei 1.360 Punkten. Und genau an dieser wichtigen Marke ist der S&P500 jetzt erneut gescheitert. Damit fluktuiert der S&P seit Anfang des Jahres um diese Marke. Sollte er jetzt nachhaltig an dieser Marke scheitern, wird es für den US-Leitindex kritisch. Besonders, wenn er auch noch das jüngste Bewegungstief bei 1266,7 Punkte nach unten auflöst. Hier müssen wir nun sehr vorsichtig werden!



Dax weiter im Bärenmodus

Der DAX (siehe nächster Chart) konnte zwar den Aufwärtstrendkanal der Target-Trend-Methode nach oben auflösen (aber wie beschrieben, hätte dieses Signal durch das Überwinden der oberen Rechteckkante bestätigt werden müssen, was aber nicht geschehen ist), aber der Abwärtstrend nach klassischer Charttechnik, hier die blaue Linie, wurde heute genau getroffen. Seitdem fallen die Kurse. Es handelt sich um einen punktgenauen Test. Damit bleibt das bearishe Bild (nach beiden Methoden) weiterhin unverändert bestehen! Auch das ist eine eher kritische Entwicklung:

 

Kurz: Es gibt noch keine Entwarnung für die Bullen.

Viele Grüße

Jochen Steffens

(Quelle: www.stockstreet.de)


 


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Über den Autor
 
Autor: Jochen Steffens Jochen Steffens,
Stockstreet GmbH

Jochen Steffens ist als Chefredakteur diverser Fachpublikationen im Bereich Börse und als bekannter Kolumnist tätig. Seit mehr als zwölf Jahren arbeitet er als eigenverantwortlicher Daytrader mit dem Schwerpunkt Futurehandel. Als Geschäftsführer der Stockstreet GmbH ist er für die Börsenseite stockstreet.de verantwortlich. Dort gibt er den täglich erscheinenden Börsennewsletter: "Steffens Daily" heraus. Für mehr Information: www.stockstreet.de

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