DAX: Kurze Erholung schon vorbei?



11:25 23.06.12

Die Vorfreude auf die Sitzung der US-Notenbank am vergangenen Mittwoch war groß. Vor allem an der Wall Street erhoffte man sich weitere Geldspritzen in Form von Anleihekäufen, die den Märkten wieder Auftrieb geben könnten. Die Fed lieferte zwar, aber sie lieferte in den Augen vieler Anleger zu wenig. Die Aktienkurse gaben daher wieder nach. Die Stimmung verschlechterte sich zudem durch schwache Konjunkturdaten aus den USA, Europa und China. Besonders der amerikanische Philly Fed Index enttäuschte mit einem Abrutschen auf -16,6 Punkte. Und auch das ifo-Geschäftsklima für Deutschland gab stärker als erwartet nach.

 

US-Notenbank steht „Gewehr bei Fuß“

Doch zurück zur US-Notenbank: Sie baut ihr „Operation-Twist“ genanntes Programm zwar aus, schloss darin aber nicht den Kauf von Hypotheken ein. Und von einem großen Quantitative-Easing-Programm 3 (QE3) war schon gar nicht die Rede. Zur Erinnerung: Ende 2010 löste QE2 eine monatelange Rallye an den Börsen aus. Was die Marktteilnehmer trotzdem halbwegs positiv stimmte, war die Aussicht darauf, dass es in den nächsten Monaten mehr von der Droge „billiges Geld“ geben könnte. Denn: Die Fed senkte ihre Wachstumsprognosen und zeigte sich insgesamt skeptischer. Sollte sich also die Lage verschlimmern, dann stünden die Notenbanker bereit.

 

Mehr Liquidität reicht nicht

Skepsis ist natürlich angebracht: Die Geldspritzen der Notenbanken werden die Probleme nicht lösen, vor allem nicht die Eurokrise. Aber sie werden durchaus positive Wirkungen entfalten, für die Wirtschaft und für die Börsen. Das gilt besonders für die Zinssenkungen in den Schwellenländern, aber eben auch für die Liquiditätsmaßnahmen in den USA, der Eurozone, Japan und Großbritannien. Was jetzt wichtig wäre, wäre eine Beruhigung an der „Eurofront“. Die gab es erst einmal mit der Regierungsbildung in Athen. Und auch eine Auktion spanischer Anleihen lief besser als erwartet. Doch zur Entwarnung gibt es überhaupt keinen Grund, neue Hiobsbotschaften sind jederzeit möglich. Was sich aber in den letzten Tagen geändert hat: Das Vertrauen der Marktteilnehmer darin, dass die Politiker die Krise lösen wollen und können, ist durch den G20-Gipfel, die Wahl in Griechenland und die Aktionen der Notenbanken wieder etwas gestiegen. Immerhin!

 

Fazit

Nachdem die Wahl in Griechenland am vergangenen Montag noch skeptisch aufgenommen wurde, konnte der DAX anschließend deutlich steigen. Am Donnerstag wurde sogar der Widerstand bei 6.430 Punkten getestet. Doch der Index konnte sich vor allem wegen gestiegener Konjunktursorgen nicht behaupten. Wichtige Unterstützungen liegen nun bei 6.250, 6.100 und 6.000 Punkten.



 

 

Erfolgreiche Investments wünscht

 

Ihr

Stefan Böhm

Chefredakteur DaxVestor

http://www.dax-vestor.de



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Über den Autor
 
Autor: S. Böhm S. Böhm,
DaxVestor

Der DaxVestor ist Deutschlands großer DAX-Börsenbrief und legt seinen Fokus auf Aktien, Optionsscheine und Hebelzertifikate. Es wird eine reines DAX-Musterdepot geführt, welches von Stefan Böhm gemanaged wird. Der diplomierte Volkswirt verfügt über langjährige Erfahrung und ausgezeichnete Referenzen im Bereich Aktien und Derivate. Mehr Informationen über das vielfältige Leistungsangebot und weitere Zusatzleistungen erhalten Sie unter www.dax-vestor.de.

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