Risiko



11:34 24.06.12

Bei der Spekulation denkt man in erster Linie an das finanzielle Risiko. Hinter diesem Begriff verbirgt sich jedoch weit mehr als die Sorge um das Geld und gerade hier liegt auch eine der Ursachen, warum so viele Trader bei diesem Geschäft scheitern.

Wir haben bereits über Verluste gesprochen, und wie ein Trader damit aus mentaler Sicht am besten umgeht. Doch bevor es überhaupt zu einem finanziellen Ergebnis eines Trades kommen kann, (egal ob es ein Gewinn oder ein Verlust wird) muss der Trader ein Risiko eingehen, und dieses Risiko wollen wir nun gemeinsam definieren.

Arbeiten Sie mit einer guten Risikokontrolle, werden Sie in jedem Spekulationsgeschäft nicht mehr Geld verlieren, als Sie vorher geplant haben. Es können 50 oder 100 Euro sein, in jedem Fall wurde das finanzielle Risiko eines Trades bereits im Vorfeld abgesteckt. Der Betrag sollte daher aus mentaler Sicht keine Probleme mehr für einen Spekulanten darstellen. Doch jedes Mal, wenn Sie eine neue Position eröffnen, setzen Sie sich noch weiteren Risken aus.

Zuerst läuft der Trader Gefahr, dass er mit seiner Analyse nicht Recht hat, denn viele Trader versuchen, die Börsenkurse mit technischer Analyse vorherzusagen. Nähert man sich den Märkten auf diesem Weg, läuft man bei jeder neu eingegangenen Position Gefahr, eine falsche Prognose zu stellen. Einmal nicht recht zu haben ist noch zu verkraften. Wie steht es aber um einen Trader mit großem Ego, der drei oder viermal hintereinander unrecht hatte? Wagt er Trade Nr. 5 mit gleicher Gelassenheit, geht er wirklich das Risiko erneut ein, und kann er die Position mental effektiv begleiten? Oder begeht er, beeinflusst von seiner jüngsten Vergangenheit, stattdessen eine Dummheit nach der anderen, und verhaut so auch garantiert diesen Trade?



Wie sieht es beim Trading von hoch riskanten Aktien aus? Muss ein Trader wirklich Werte handeln, die entweder hoch volatil sind, zu Gaps neigen oder noch schlimmer – muss er Aktien stark angeschlagener Firmen traden? Nimmt er das Risiko tatsächlich auf sich? Wie schläft er, wenn er Aktien wie General Motors, Hypo Real Estate oder die Immofinanz über Nacht hält? Wenn sich der Trader pausenlos Sorgen macht und Schäfchen zählt, ist er zu viel Risiko eingegangen. Er wird auch hier dazu neigen, sich die Suppe mit unüberlegten Handlungen selbst zu versalzen.

Ein Trader muss auch das Risiko auf sich nehmen, bereits erzielte Gewinne wieder abzugeben, denn in den seltensten Fällen wird er am Allzeithoch verkaufen. Geschichten von anderen Tradern, die scheinbar immer am Tief kaufen und am Hoch Verkaufen, sind zwar in die Kategorie „Märchen“ einzuordnen, hinterlassen in der Psyche eines noch unreifen Spekulanten aber ihre Spuren. So denkt der angehende Trader über eine Position, die an sich gut gelaufen ist, vielleicht negativ, weil er 2% der Gesamtgewinne von gesamt 13% wieder an die Märkte zurückgeben musste.

Eine alte Weisheit lautet, dass man zuerst geben muss um nehmen zu können. Das gilt auch an der Börse. An den Märkten müssen wir zuerst ein Risiko eingehen, welches zu Verlusten führen kann, um danach unsere Gewinne einsammeln zu können. Die wenigsten Trader machen sich jedoch um die Vielfalt an existierenden Risken Gedanken. Einige davon wurden hier angesprochen, der Platz in dieser Kolumne würde jedoch nicht ausreichen, sie alle darzustellen. Stellen Sie sich daher die richtigen Fragen und identifizieren Sie Ihr ganz persönliches Risikoprofil. Erst wenn Sie alle Risiko – Komponenten kennen und akzeptieren, können Sie erfolgreich traden.

Autor Thomas Vittner    www.tradingredaktion.at


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Über den Autor
 
Autor: Thomas Vittner Thomas Vittner,
tradingredaktion.at

Thomas Vittner, geb. 1969 in Wien, hat den Beruf des Versicherungskaufmanns erlernt und war in diversen internationalen Konzernen in leitender Funktion als Underwriter und Produktmanager tätig. In mühevoller Kleinarbeit eignete sich Vittner sein Wissen über die Finanzmärkte als Autodidakt selbst an. Aus seinem Hobby wurde sein zweites Standbein und seine Erfolge zogen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich. Vittner agiert heute parallel und erfolgreich als Investor und Trader und schreibt regelmäßig Kolumnen in Fachzeitschriften und im Internet. Zudem veranstaltet er Seminare und Coachings über Trading.

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