DAX SENTIMENT INDEX: Europas Wochenende der Entscheidungen



11:31 28.06.12

Mit einem "bis dass der Tod uns scheidet" werden langfristige Gemeinschaften üblicherweise besiegelt. Bundeskanzlerin Merkel nutzte gestern die Umkehrung dieses Schwurs, um eine andere Art der Gemeinschaft konsequent auszuschließen. Nein, Eurobonds, also eine Vergemeinschaftung der europäischen Staatsschulden, wird es mit ihr wohl nie geben. "Solange ich lebe", soll sie gesagt haben. Damit stirbt für diejenigen, die fest auf eine vollständige Verschmelzung aller europäischen Haushalte gesetzt haben, die Hoffnung im wahrsten Sinne des Wortes zuletzt. Hingegen werden Merkels Unterstützer, allen voran Bundesbankpräsident Weidmann, der Kanzlerin vermutlich ein langes Leben wünschen.


Gut gewählter Zeitpunkt
Von den laufenden EU-Querelen relativ unbeeindruckt zeigten sich indes die von der Börse Frankfurt befragten Fondsmanager. Dies könnte zum einen daran liegen, dass viele von ihnen auf den Ausgang des anstehenden EU-Gipfels in Brüssel warten. Zum anderen schauten eine ganze Reihe Händler mit Genugtuung auf die Berichtswoche zurück. Denn vergangene Woche entschieden sich zahlreiche Marktteilnehmer, die Gegenbewegung des DAX auf mehr als 6.400 Punkte zum Ausstieg zu nutzen. So gesehen fühlen sich diese Akteure flexibel, zumal sie mit ihrer Entscheidung ein gutes Timing vorweisen konnten - der DAX fiel seit seinem Korrekturhoch am vergangenen Donnerstag um fast 5 Prozent.


Verkäufe aus dem Ausland
Die Verluste, die der DAX seit Mitte letzter Woche einfuhr, waren trotz ihrer Deutlichkeit nicht attraktiv genug, um potenzielle Käufer aus der Reserve zu locken; nur 2 Prozent der vormals Neutralen griffen bei tieferen Kursen zu. Neue Bären zeigten sich hingegen nicht, weshalb wir davon ausgehen, dass diesmal vorwiegend ausländische Adressen, vielleicht auch einige kurzfristig agierende Marktteilnehmer für den Abschwung verantwortlich waren. Die Schwäche des Euro, die sich parallel zum DAX-Abschwung entfaltete, bekräftigt diese These.


Wochenende der Entscheidungen
Es scheint, die Händler fühlten sich in ihren Positionen wohl. Auffällig ist allerdings, dass wenige ein gutes Wort für den Aktienmarkt übrig haben. Fallen die Kurse, ist der Markt eben einfach schwach, was in diesem tristen Umfeld jedem einleuchtend erscheinen dürfte. Steigt der Markt aber plötzlich - so wie das vor einer Woche der Fall war - ist hingegen, von "störender Volatilität" die Rede. Ungewöhnlich ist zudem die Einstellung, mit der Aktieninvestoren, aber auch viele andere Finanzmarktteilnehmer in die anstehenden EU-Gipfelverhandlungen gehen. Kaum jemand sieht dem Termin - wie bei früheren Treffen oft der Fall - hoffnungsvoll entgegen. Dazu passt letztendlich auch die leicht untergewichtete Ausrichtung der befragten Händler. Fallen am Montag die Kurse aufgrund der Gipfelentscheidungen, ist man somit gut vorbereitet. Gäbe es aber positive Überraschungen, dürfte dies keine Glücksgefühle auslösen. Für einen gewissen Ausgleich könnte der Verlauf der laufenden Fußball-EM sorgen. Denn auch für das Turnier gilt: Spätestens am Wochenende weiß man, wer in Europa das Sagen hat.


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Joachim Goldberg kommentiert regelmäßig das Marktgeschehen aus Sicht der Behavioral Finance, eine verhaltenswissenschaftliche Disziplin, die Psychologie und Ökonomie vereint. Jeden Montag gibt der WGZ Newsletter „Goldbergs Wochenausblick“ einen kurzen Ausblick auf die Themen der kommenden Handelswoche und wird sowohl den DAX® als auch den EURO STOXX 50® analysieren. An jedem 3. Donnerstag des Monats beleuchtet der WGZ Newsletter „Goldbergs Thema des Monats“ ein ausgewähltes Sonderthema. Die Publikationen werden unter wgz-zertifikate.de kostenlos bereitgestellt. Jetzt abonnieren!

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