Linde mit Milliarden-Übernahme – Aktie von Rhön-Klinikum bricht ein
Wie lange hält die Begeisterung der Börsen über die jüngsten Beschlüsse des EU-Gipfels? Zuletzt hatten politische Börse ja ziemlich kurze Beine und Kursgewinne verpufften recht schnell. Zum heutigen Wochenstart sieht es allerdings bislang so aus, als könne der Aktienmarkt seine Gewinne nicht nur behaupten, sondern sogar weiter ausbauen. Bis auf 6520 Punkte ging es in der Spitze. Gegen 12.00 Uhr steht der DAX bei 6469 Punkten, ein Plus von 0,8 Prozent.
Größte Gewinner sind HeidelbergCement mit 2,1 Prozent sowie SAP, Commerzbank und Deutsche Bank mit jeweils zwei Prozent.
Unter Druck steht dagegen die Aktie von Linde. Der Hersteller von Industriegasen hat eine Milliardenübernahme in den USA bekanntgegeben. Für 4,6 Mrd. US-Dollar will Linde den Sauerstoffgeräte-Hersteller Lincare übernehmen und zahlt dafür einen Aufschlag von 20 Prozent auf den letzten Börsenkurs des an der Nasdaq gehandelten Unternehmens. Zur Finanzierung will Linde unter anderem eine Kapitalerhöhung in Höhe von 1,5 Mrd. EUR vornehmen. Diese Aussicht drückt auf den Kurs der Linde-Aktie. Sie verliert 3,1 Prozent und ist damit größter Verlierer im DAX.
In der zweiten Reihe verliert die Aktie von Rhön-Klinikum 10,3 Prozent auf 16,94 Euro. Nur 84 Prozent der Aktionäre hatten das Übernahmeangebot angenommen. Damit ist das Takeover vorerst gescheitert. Allerdings hat Fresenius angekündigt, weitere Optionen zu prüfen.
Der Blick wird in dieser Woche auf amerikanische Konjunkturdaten sowie auf die Sitzung des EZB-Zentralbankrats am Donnerstag gerichtet sein. Bereits heute nachmittag wird der ISM Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht. Am Freitag folgen dann die Arbeitsmarktdaten für den Juni. Dabei liegt die Durchschnittserwartung bei 89.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft.
Von der EZB erwarten viele Marktteilnehmer eine Senkung der Leitzinsen auf ein Rekordtief. Die meisten Beobachter gehen von einer Kürzung um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent aus. Fraglich bleibt allerdings, inwiefern ein solcher Schritt tatsächlich zu einer Stimulierung führen kann.
Die Anleger an der Euwax trauen den Kursgewinnen beim DAX nicht so richtig. Sie kaufen
überwiegend DAX-Puts und setzen
somit auf eine Gegenbewegung beim DAX.
Das Euwax Sentiment lag insbesondere im frühen Handel sehr
deutlich im Minus und erholt sich nur langsam.
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Cornelia Frey, Börse Stuttgart AG |
Cornelia Frey und Holger Scholze informieren abwechselnd um das Geschehen im Derivatebereich der Stuttgarter Börse. Neben Fernsehinterviews beim Nachrichtensender n-tv, berichten sie in Radiointerviews und den Marktberichten EUWAX Trends über das Geschehen bei Optionsscheinen & Co.
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