Nicht nur Stabilität soll das im Frühjahr vorgestellte neue
Währungssymbol der Türkischen Lira symbolisieren, sondern in Form
der zwei aufwärts gerichteten Striche auch den konstanten
Wachstumstrend der türkischen Wirtschaft. Das unterscheidet das neue
Zeichen auch vom Euro, wo die beiden waagerechten Striche aktuell
wohl eher Stagnation symbolisieren. Aber neben dieser grafischen
Spielerei sprechen auch die harten Fakten in meinen Augen aktuell
für weiteres Potenzial der Türkischen Lira gegenüber dem Euro.
Seit dem Tief im August vergangenen Jahres hat die Lira gegenüber
dem Euro schon 15 Prozent zugelegt, notiert aktuell bei 2,21
EUR/TRY. Weiteres Aufwärtspotenzial ist demnach vorhanden. Denn vor
zehn Jahren notierte das Währungspaar noch bei 1,30 EUR/TRY,
seitdem hat die Lira ganze 70 Prozent gegenüber dem Euro abgewertet.
Und das, obwohl sich die Türkei, die im Jahr 2001 nur knapp den
Staatsbankrott abwenden konnte, in den Folgejahren zu einem
Vorzeigekandidaten innerhalb Europas gewandelt hat. 2001 noch mit
rund 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verschuldet, wurde
diese Quote inzwischen mehr als halbiert, dank eines beeindruckenden
durchschnittlichen jährlichen Wirtschaftswachstums von 5,3 Prozent.
Im vergangenen Jahr stieg das BIP sogar um 8,5 Prozent, damit war
die Türkei die am stärksten wachsende Volkswirtschaft innerhalb
Europas. Das Land am Bosporus profitiert dabei von einem ganz
wesentlichen Faktor, seiner sehr jungen Bevölkerung: Ein Viertel der
Türken ist noch keine 15 Jahre alt. Zum Vergleich: In den USA liegt
dieser Anteil bei nur 20 Prozent, in Deutschland und Japan bei
gerade einmal 13 Prozent.
Zwar leidet das Land aktuell auch unter der Verfassung seines
wichtigsten Handelspartners, der Euro-Zone. Auch die Probleme des
unmittelbaren Nachbarn Griechenland gehen nicht spurlos an der
Türkei vorüber. Eine länger andauernde Rezession in Europa würde
auch die türkische Wirtschaft stärker beeinträchtigen und die
erwartete sanfte Landung sehr viel heftiger ausfallen lassen. Das
BIP-Wachstum in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres lag
zwar mit 3,2 Prozent im Jahresvergleich noch über den Erwartungen,
zeigt aber auch erste Anzeichen von Schwäche. Und die Schuldenkrise
in Europa ist erst im zweiten Quartal so richtig eskaliert.
Allerdings gelingt es der Türkei, sich zunehmend auch auf andere
Absatzregionen wie Asien und den Nahen Osten zu konzentrieren. Damit
sinkt die Abhängigkeit von Europa. 2009 exportierte die Türkei noch
die Hälfte aller produzierten Waren nach Europa, heute liegt dieser
Anteil nur noch bei 40 Prozent.

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Torsten Gellert, Managing Director von FXCM Deutschland |
FXCM Deutschland ist ein Tochterunternehmen des 1999 gegründeten Forex-Brokers Forex Capital Markets (FXCM). Der weltweit aktive Broker ist auf private sowie institutionelle Märkte ausgerichtet. Auf der FXCM-Plattform können Trader mit Forex- und mit CFD-Produkten (Rohöl, Gold, Silber und Aktienindizes) handeln. Monatlich werden derzeit mehr als 365 Mrd. USD auf FXCM-Plattformen umgesetzt. FXCM ist damit einer der größten Broker im Retail-Devisenhandel. www.fxcm.de
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