Das am gestrigen Abend veröffentlichte FOMC-Sitzungsprotokoll der US-Notenbank fällt nicht nach dem Geschmack der Anleger aus. Von der Absicht der Notenbanker, auf Sicht neue Geldlockerungsmaßnahmen in Angriff nehmen zu wollen, keine Spur. Vor dem Hintergrund einer schleppenden Konjunkturerholung in den USA, hatten Anleger genau auf derartige Impulse gehofft – und wurden enttäuscht. Anleger hatten sich deutlichere Hinweise auf weitere Maßnahmen zur Konjunkturbelebung und ein neuerliches Anleihenkaufprogramm "QE3" erhofft. Allerdings will der, für die US-amerikanische Geldpolitik verantwortliche, Offenmarktausschuss in diesem Kontext nur bei einer weiteren Abschwächung der wirtschaftlichen Lage aktiv werden. Die Märkte reagieren prompt: die weltweit wichtigsten Aktienindizes legen in der Folge den Rückwärtsgang ein.
Vor diesem
Hintergrund können die unerwartet stark zurückgegangenen
US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe den Markt nur kurzeitig
stützen. Summa summarum überwiegt die Enttäuschung über die
Federal Reserve. Unter den Anlegern macht sich zusehens
Ernüchterung breit. Doch gibt es immer zwei Seiten der Medaille.
Da die US-Notenbanker derzeit keinen unmittelbaren
Handlungsbedarf sehen, scheinen sie die konjunkturelle Erholung
in den Vereinigten Staaten weitaus solider einzuschätzen, als
von der Mehrheit angenommen. Und aufgeschoben ist nicht
aufgehoben. Die Fed hält ihr Pulver trocken und damit ein
mögliches „QE3“ bis auf weiteres in der Hinterhand.
Am späten Nachmittag
notiert der Dax bei 6.400 Punkten 0,8 Prozent schwächer. Der
EuroStoxx verliert 1,1 Prozent auf 2.222 Zähler. Die Europäische
Gemeinschaftswährung gibt 0,5 Prozent auf 1,2183 US-Dollar ab.
Der US-Leitindex DowJones präsentiert bei 12.518 Zählern einen
Abschlag von 0,7 Prozent. Die Goldunze verbilligt sich bei 1.557
US-Dollar um 1,3 Prozent.
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