Letzter Ausweg Notenpresse - Goldpreis vor neuer Rallye?



11:08 23.07.12

Auch heute d�rfte man im Frankfurter Eurotower nicht gerade erfreut sein �ber das, was aus Washington �ber das Wochenende zu h�ren war. Der Druck des Internationalen W�hrungsfonds (IWF) auf die Europ�ische Zentralbank (EZB), mehr gegen die Euro-Krise zu tun, wird un�bersehbar gr��er. Erst geben die Kollegen aus �bersee der EZB in ihren IWF-Berichten detaillierte Anweisungen, wie sie eine weitere Eskalation der Krise in der Eurozone verhindern kann. �ber das Wochenende nun machen Meldungen die Runde, der IWF wolle sich aus dem milliardenschweren Hilfsprogramm f�r Griechenland zur�ckziehen. Das w�rde eine Pleite des Landes noch im September bedeuten, ein Austritt der Griechen aus dem Euro w�re nur noch sehr schwer zu verhindern. Es sei denn, die EZB springt wieder einmal als Feuerwehr ein und stundet die eigentlich Ende August f�lligen 3,8 Milliarden Euro in einer Art Tauschgesch�ft mit neuen kurzfristig ausgegebenen griechischen Staatsanleihen wiederum als Sicherheit f�r neue Hilfen.

Nichts anderes fordert auch der IWF, aber dann in gro�em Stil. F�r die Rettung der Eurozone m�sse mehr Geld auf den Tisch, hei�t es aus Washington. Die Ratschl�ge reichen von einer Wiederaufnahme der Aufk�ufe der Staatsanleihen der Krisenl�nder, �ber die „Dicke Bertha“, also einer Neuauflage der billionenschweren Liquidit�tsspritzen f�r die Banken, bis hin zu einer Kopie des „Quantitative Easing“ (QE) der US-Notenbank Fed, also dem Aufkauf von Staatsanleihen nicht nur der Probleml�nder, sondern aller Euro-Staaten, mit dem eindeutigen Ziel, mehr Liquidit�t in die M�rkte zu pumpen. Und soweit ist man in Frankfurt in meinen Augen von diesem Schritt auch nicht mehr entfernt: Denn wenn Spanien oder Italien erst richtig ins Wanken geraten und der Rettungsschirm dann ein paar Hundert Milliarden zu klein ist, muss die EZB einspringen. Und sie wird es dann auch tun – denn das ist dann die einzige Ma�nahme, den Euro noch zu retten. Der Weg daf�r wird nun seitens des IWF, seitens der Politik und selbst in Andeutungen einiger Notenbanker Schritt f�r Schritt vorbereitet.

Und auch in den USA ist man gar nicht mehr soweit weg von einer weiteren geldpolitischen Lockerungsma�nahme, einem QE3. Zwar hat sich US-Notenbankpr�sident Ben Bernanke sehr zur�ckhaltend ge�u�ert, aber damit keinesfalls den Weg f�r einen solchen Schritt versperrt. Sollten sich die Wirtschaftsaussichten – speziell die Lage am Arbeitsmarkt – weiter eintr�ben, sei die Fed bereit f�r weitere Ma�nahmen. Und Bernanke lobte ausdr�cklich die Erfolge der Pakete Eins und Zwei, seit 2009 hat die Fed im Rahmen dieses Programms Anleihen im Volumen von rund einer Billion US-Dollar gekauft. Spannend wird es an den beiden kommenden Freitagen. An diesem Freitag wird die erste Sch�tzung f�r das BIP-Wachstum der USA im zweiten Quartal ver�ffentlicht. Alles, was unter den schon revidierten erwarteten 1,4 Prozent liegt, d�rfte den Spekulationen um QE3 dann neue Nahrung verleihen. Folgt dann eine Woche sp�ter eine weitere Entt�uschung vom US-Arbeitsmarkt in den zur Ver�ffentlichung anstehenden NFPs (Non-Farm-Payroll, geschaffene Stellen au�erhalb der Landwirtschaft), w�re das eine n�chste, vielleicht dann eindeutige Indikation f�r Ben Bernanke, seine f�r diesen Fall angek�ndigten Ma�nahmen einzuleiten.



Mit jeder weiteren Versorgung der M�rkte mit frischem Geld auf beiden Seiten des Atlantiks w�chst unweigerlich die Inflationsgefahr. Der beste Schutz vor der Inflation ist das Gold. Mit immer wahrscheinlicheren und konkreteren Pl�nen f�r weitere geldpolitische Lockerungsma�nahmen sehe ich das Edelmetall vor einer neuen Rallye in Richtung der alten Hochs bei 1.920 US-Dollar.

Wie sollte sich der Anleger also jetzt im Gold positionieren? Um das Risiko f�r den Fall, noch zu fr�h auf diese Bewegung gesetzt zu haben, zu minimieren, bietet sich eine von mir schon oft an dieser Stelle erw�hnte Strategie an: Der Anleger handelt Gold in Euro. Der Anleger kauft auf der Handelsplattform von FXCM CFDs auf Gold, welches aktuell bei 1.575 USD notiert und baut gleichzeitig eine Short-Position im W�hrungspaar EUR/USD auf, verkauft also Euro im gleichen Umfang. Dadurch profitiert er von einem weiter steigenden US-Dollar und sichert somit die Gold-Position ab. Denn steigt der Dollar, kommt in der Regel der Goldpreis unter Druck. Mit dieser Strategie war man zumindest in den vergangenen Monaten sehr gut gegen einen fallenden Goldpreis abgesichert.

Es gibt dann zwei Szenarien: Versch�rft sich die Eurokrise weiter und kehrt die Unsicherheit an die M�rkte zur�ck, wird der US-Dollar weiter gesucht sein und der Euro unter Druck kommen. Dies erh�ht dann aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Zentralbanken wie oben beschrieben die Notenpresse anwerfen, was wiederum dem Goldpreis helfen sollte. Entspannt sich die Krise dagegen, geht das Geld aus dem US-Dollar zur�ck in den Euro, und dies w�rde aufgrund der Korrelation dann dem Goldpreis helfen. Interessant ist dann die sehr einfach m�gliche schrittweise Reduzierung der Dollar-Position, um sowohl von einem dann wieder steigenden Euro und dem damit einhergehenden steigenden Goldpreis zu profitieren. �ber diesen Weg l�sst sich das Risiko eines Gold-Engagements zum jetzigen Zeitpunkt und im sp�teren Verlauf gut steuern.

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Autor: Jens Klatt Jens Klatt,
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