Wochenausblick: Spanische Sonnenfinsternis



11:44 23.07.12

Nach dem Kurseinbruch am Freitagnachmittag wird auch f�r die neue Woche nichts Gutes erwartet. Nachrichten aus Madrid und Athen dr�cken auf die Stimmung.

Der f�r Spanien „Schwarze Freitag“ mit heftigen Kursverlusten an der Madrider B�rse sowie Rekordzinsen f�r zehnj�hrige Staatsanleihen hat auch dem DAX einen verlustreichen Wochenausklang beschert. Ausl�ser war der Hilferuf der finanzschwachen Region Valencia in Richtung Zentralregierung. Auch die kommenden Tage stehen unter keinen guten Vorzeichen: So fordert neben Valencia nun auch Murcia Finanzhilfen von Madrid, weitere Regionen k�nnten folgen.

Geldhahn soll zugemacht werden

Daneben tr�bt sich auch der Himmel �ber Griechenland immer mehr ein: Presseberichten zufolge wollen sich sowohl der IWF als auch die deutsche Regierung an zus�tzlichen Hilfen f�r Athen nicht mehr beteiligen. Die Troika aus EU, EZB und IWF soll am morgigen Dienstag nach Griechenland aufbrechen. „Ein abschlie�ender Bericht steht zwar erst im September an“, erkl�rt HSBC Trinkaus, das Ergebnis scheine aber nicht allzu positiv auszufallen. „Auch Bundeswirtschaftsminister Philipp R�sler sieht wohl nur noch geringe Chancen auf eine erfolgreiche Sanierung der griechischen Staatsfinanzen und scheint skeptisch bez�glich eines Verbleibs in der W�hrungsunion.“

Zahlreiche Warnzeichen an den M�rkten

Der Euro-Bund-Future hatte schon zuvor h�chste Alarmstufe angezeigt, am Freitag kletterte das f�r den deutschen Anleihenmarkt richtungsweisende Barometer dann auf 145,7 Prozent, heute Morgen sind es schon 146,06 Prozent. Damit ist das Rekordhoch von 146,89 Prozent in greifbare N�he ger�ckt. „Der Bund-Future d�rfte heute weitere Zuw�chse verzeichnen“, kommentiert HSBC Trinkaus, im Wochenverlauf sei mit einem Test des historischen Hochs zu rechnen. Auch der Euro zeigt die Zuspitzung der Krise an: Heute Morgen fiel die Gemeinschaftsw�hrung sogar unter die Marke von 1,21 US-Dollar – den tiefsten Stand seit gut zwei Jahren.
Der DAX, der aufgrund der Kursgewinne bis zum Freitagmittag die Woche noch mit einem Plus von 1,1 Prozent beendet hatte, notiert am Montagmorgen bei 6.541 Punkten rund 1,3 Prozent im Minus.
In der neuen Woche stehen unter anderem Einkaufsmanagerindizes f�r die Eurozone, das ifo-Gesch�ftsklima f�r Deutschland und die erste Sch�tzung f�r das US-amerikanische Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal auf der Agenda. Daneben nimmt die Berichtssaison an Fahrt auf, auch diverse DAX-Unternehmen legen ihre B�cher offen. Eindeutig positive Impulse erwarten Analysten aber nicht. „Mehrheitlich wird eher mit negativen �berraschungen gerechnet“, kommentiert etwa die Helaba.

Stimmung bleibt getr�bt

F�r Berndt Fernow von der Landesbank Baden-W�rttemberg waren die j�ngsten Kursgewinne eher auf die niedrige Erwartungshaltung und entsprechend defensive Positionierung der Anleger zur�ckzuf�hren. „Ein Stimmungsumschwung ist nicht zu erkennen, beispielsweise fiel der Sentimentindex von Cognitrend wieder zur�ck“, argumentiert der Investmentanalyst. Die bis zum Freitag freundliche Tendenz sei wohl der Eindeckung von Short-Positionen vor dem Eurex-Verfall geschuldet gewesen. „In den Sommermonaten werden die B�ume nicht in den Himmel wachsen.“

DAX zu weit vorgeprescht

Laut Landesbank Berlin wurde bereits teilweise ein freundlicher Verlauf der Berichtssaison in Deutschland eingepreist. „Die Risiken von Seiten der Konjunktur und der Schuldenkrise haben aber keineswegs abgenommen“, betonen die Analysten. Die Wahrscheinlichkeit f�r eine Gegenbewegung habe zugenommen, wenngleich die �ppige Liquidit�t weiter stark dagegenwirke und die aufw�rts gerichtete Kurstendenz seit Anfang Juni noch vorantreiben k�nne. „Hierf�r m�ssten die Unternehmensberichte �ber das zweite Quartal aber positiv �berraschen.“

Technisch angeschlagen

Aus technischer Sicht hat der DAX im Moment nur noch begrenztes Aufw�rtspotenzial, meint Christoph Geyer von der Commerzbank. „Der DAX befindet sich seit Anfang Juni in einem Aufw�rtstrendkanal, wobei die j�ngste Anstiegsbewegung deutlich dynamischer als beim Dow Jones war“, erkl�rt der Charttechniker. Auch die obere Trendkanalbegrenzung sei fast wieder erreicht worden, das zweimalige Abprallen an der Trigger-Linie beim MACD sei ein deutlicher St�rkebeweis gewesen. „Die leicht anziehenden Ums�tze sind ebenfalls positiv zu werten.“ Allerdings habe der Stochastikindikator eine deutliche Divergenz gebildet. „Sollte der Dow Jones erwartungsgem�� leichter in die Woche starten, wird sich auch der DAX gegen diese Schw�che nicht wehren k�nnen.“

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine



Montag, 23. Juli

��� Quartalszahlen Philips, McDonalds, Texas Instruments

Dienstag, 24. Juli

��� Quartalszahlen SAP, Apple, UPS
��� 9.30 Uhr. Deutschland: Einkaufsmanagerindex Juli. Die Helaba erwartet keine gro�e Ver�nderung gegen�ber dem Juni: F�r das verarbeitende Gewerbe prognostiziert sie unver�ndert 45 Punkte, f�r die Dienstleistungen 49,6 nach 49,9 Punkten.
��� 10.00 Uhr. EU: Einkaufsmanagerindex Juli. Laut DekaBank werden nach dem unerwarteten Anstieg im Juni sowohl der Index f�r das verarbeitende Gewerbe als auch der f�r die Dienstleister im Juli weiterhin im Rezessionsbereich verharren. Zus�tzlich zur Eurokrise scheine die laue Konjunktur in der Eurozone nun noch von einer Abschw�chung der weltwirtschaftlichen Aktivit�t beeintr�chtigt zu werden.

Mittwoch, 25. Juli

��� Quartalszahlen Daimler, ArcelorMittal, Boeing
��� 10.00 Uhr. Deutschland: ifo-Gesch�ftsklimaindex Juli. Das wirtschaftliche Umfeld hat sich der DekaBank zufolge eingetr�bt: Globale Fr�hindikatoren wiesen nach unten und zeigten, dass das Sicherheitsnetz der deutschen Firmen zur Kompensation der Eurolandnachfrage l�chriger geworden sei. Ein weiterer R�ckgang der Stimmung deutscher Unternehmen im Juli sei daher wahrscheinlich.
��� 10.30 Uhr. Gro�britannien: BIP 2. Quartal. Anders als in den USA kann laut HSBC Trinkaus in Gro�britannien kaum von einer Erholung der Konjunktur gesprochen werden. Vielmehr befinde sich die britische Wirtschaft bereits wieder in einer Rezession, auch f�r das zweite Quartal unterstellen die Analysten einen R�ckgang um 0,2 Prozent.
��� 16.00 Uhr. USA: Neubauverk�ufe Juni.

Donnerstag, 26. Juli


��� Quartalszahlen Siemens, BASF, Praktiker, Puma, Deutsche B�rse, Unilever, Royal Dutch Shell, ABB, Roche, L´Oreal, LVMH, Exxon Mobil
��� 14.30 Uhr. USA: Auftragseing�nge langlebiger Wirtschaftsg�ter Juni. Die Vorgaben sind aufgrund der Entwicklung bei Boeing freundlich, erkl�rt die Helaba. Es zeichne sich ein erneutes Auftragsplus ab, selbst ohne den schwankungsanf�lligen Transportsektor.

Freitag, 27. Juli


��� Quartalszahlen Linde, Total, Renault, Barclays
��� 14.00 Uhr. Deutschland: Verbraucherpreise Juli. Umfragen zufolge ist von einem leichten Zuwachs um 0,3 Prozent gegen�ber dem Mai auszugehen. Die Jahresrate w�rde damit bei 1,7 Prozent verharren.
��� 14.30 Uhr. USA: BIP 2. Quartal. Laut DekaBank hat sich das Wachstum in den vergangenen drei Monaten weiter verlangsamt. Schrumpfende Einzelhandelsums�tze deuteten auf nachgelassene Konsumaktivit�t hin, auch die Industrieproduktion habe an Schwung verloren. Somit erwarten die Analysten nur noch eine annualisierte Wachstumsrate von 1,1 Prozent.

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