Sparziel: Drei Milliarden Euro – DAX
schwächelt am Nachmittag
Die Deutsche Bank tritt nach einem enttäuschenden zweiten Quartal auf die Kostenbremse. Rund 1900 Stellen will Deutschlands größte Bank streichen, darunter 1500 im Bereich Investmentbanking. Damit will die Bank drei Milliarden Euro einsparen. Sie reagiert damit, wie es hieß, auf ein schleppendes Finanzmarktgeschäft. Zuvor hatte die Deutsche Bank einen Gewinneinbruch in ihrem Investment Banking bekanntgegeben.
Die Aktie der Deutschen Bank reagierte positive auf die Einsparpläne. Nachdem sie heute vormittag noch überwiegend im Minus gelegen hatte, notiert sie gegen 16.00 Uhr mit 0,6 Prozent im Plus.
Der DAX legte eine andere Entwicklung hin. Nach einem anfänglichen Plus erlitt er am Nachmittag einen Schwächeanfall, fing sich dann aber wieder und liegt aktuell bei 6787 Punkten, das sind 0,3 Prozent mehr gestern. Das Tageshoch hatte bei 6835 Punkten gelegen, der höchste Stand seit drei Monaten.
Die US-Aktienmärkte beginnen den Handelstag mit unterschiedlichen Vorzeichen. Der Dow Jones verliert 0,2 Prozent, der Nasdaq Composite gewinnt 0,3 Prozent. Sowohl der Bericht der Chicagoer Einkaufsmanager als auch das US-Verbrauchervertrauen stiegen im Juli und lagen über den Erwartungen der Analysten.
Neben der Deutschen Bank gab es eine wahre Flut von Unternehmenszahlen für den deutschen Aktienmarkt. Schauen wir daher vor allem auf jene Daten, die besondere Spuren in den Kursen hinterlassen haben. Der Halbleiterkonzern Infineon berichtet zwar, dass der Gewinn im Vergleich zum Vorquartal um etwa ein Viertel gesunken ist. Zudem liegt die Geschäftsentwicklung unter Plan. Das Unternehmen will nun einen strikten Sparkurs verfolgen. Die Aktie ist dennoch unter den großen Gewinnern im DAX und legt 7,1 Prozent zu. Ein Grund dafür dürfte sein, dass der Wert zuletzt deutlich verloren hatte.
Ein ähnliches Bild bei Metro: Auch dort war die Aktie zuletzt wenig gefragt und hatte seit Dezember in der Spitze mehr als 40 Prozent verloren. Nun aber fällt das Ergebnis offenbar doch nicht so schlecht aus, wie vom Markt erwartet: Beim operativen Ergebnis liegt der Handelskonzern über den Erwartungen, zudem wird die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Hier hatten einige Experten mit einer Kürzung gerechnet. Die Aktie gewinnt deshalb 2,3 Prozent, nachdem sie gestern schon einer der größten Gewinner war.
Die Anleger an der Euwax stemmen sich auch am Nachmittag wieder gegen den Trend beim DAX. Sie kaufen mehrheitlich Puts und nehmen Gewinne bei Calls mit. Das Euwax Sentiment liegt daher recht deutlich im negativen Bereich.
Bei einem Call-Optionsschein auf Infineon nehmen die Anleger Gewinne mit. Das Papier, das nur noch gut zwei Wochen läuft, ist durch den heutigen Kursanstieg der Aktie ins Geld gelaufen und hat seinen Wert über Nacht versiebenfacht.
Bei den Knock Outs ist weiter ein Put auf den Bund-Future
gefragt. Die Anleger setzen also darauf, dass die Zinsen auf
deutsche Staatsanleihen steigen.
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Cornelia Frey, Börse Stuttgart AG |
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