Rasen betreten verboten



10:32 06.09.12

Wissen Sie, was mich echt fasziniert und zugleich überrascht? Dass ich, der ich mich eigentlich als konservativ-liberal bezeichnen würde und wie Sie alle wissen mit Globalyze in der vollautomatisierten Aktienanlage auf Basis des fundamentalen Value Investmentgedankens tätig bin, dabei ertappe, dass ich einem Kommentar in der linken taz unter der Überschrift „Unklug und fantasielos“ voll und ganz zustimme. Dass ich das noch erleben durfte! Dabei geht es um die gestern vollzogene Räumung des Occupy Camps hier in Kiel am Lorenzendamm, das einen Steinwurf weit weg war, von der, in der Finanzkrise mächtig ins Straucheln geratenen und staatlich geretteten, HSH Nordbank. Dieses Camp wurde von den rot-grünen und vielen anderen engstirnigen Spießern der Kieler Ratsversammlung, die ansonsten seit Jahren nichts auf die Reihe bringen (kein vernünftiges Bad, keine vernünftige Verkehrsanbindung (Flughafen) usw. usw.), geräumt.

Nicht dass wir uns falsch verstehen. Auch ich bin der Meinung, dass nicht jeder Hinz und Kunz sein Zelt gerade dort aufstellen kann, wo es ihm passt. Es muss aber schon noch der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gelten. Sehen wir uns doch aber einmal an, was andere so machen. So läuft derzeit wegen dieser uns zum Teil betrügenden Banken und eines total verlotterten Finanzsystems sowie verantwortungslosen, in der Vergangenheit wegschauenden Politikern, die uns allesamt 2008 weltweit an den Rande einer Katastrophe geführt haben und unter der wir und vor allem unsere Kinder noch leiden werden, eine von über 30.000 Bürgern unterstützte Verfassungsklage, weil – wie die Urteilsverkündung am 12. September zeigen wird – das Budgetrecht des Deutschen Bundestags über den EFSF/ESM/Fiskalpakt auf drastische Weise beschnitten, ja ausgehebelt werden soll.

Zudem erinnere ich an die seitens der SEC gegen 17 Investmentbanken darunter die Deutsche Bank AG teils noch laufenden Ermittlungen wegen Betruges, weil – so der Vorwurf - gegen die eigene Kundschaft gewettet wurde („Misleading of Clients“). Auch wurde der Libor von den Banken in einer beispiellosen Akt des bandenmäßigen Betrugs  manipuliert, das selbst einiges gewohnten Hartgesottenen die Kinnlade ungebremst herunterfiel, als sie davon erstmals Kenntnis nahmen.

Statt dass wir aber nun diejenigen abstrafen, die es wirklich verdient hätten und eine Zombie-Bank nach der anderen zumachen bzw. Vorstände ihres Postens entheben (was das KWG vorsieht, aber von der zahnlosen Bafin bis heute nicht angewendet wird) und Alternativen im Finanzmarkt unterstützen, schieben wir denen – wie die Londoner Ex-Goldman Sachs Führungskraft Mario Draghi es heute wahrscheinlich auch wieder tun bzw. zumindest ankündigen wird – schön artig Milliarden-Summen ja Billionen Euro auf Kosten der Ärmsten zu. Während wir gleichzeitig den Occupy-Vertretern das Schild „Rasen betreten verboten“ unter die Nase halten und noch dazu eine rot-grüne Regierung martialisch eine Hundertschaft auffahren lässt, um die Grashalme und die dahinter residierenden Banken wie Förde Sparkasse und HSH Nordbank – vor was eigentlich (?) - zu schützen. Wären die wirkliche Feinde die paar „Spinner“, die wir laut Gabor Steingard vom Handelsplatt auf der Konferenz „Banken im Umbruch“ mehr als die Normalen brauchen, auf dem Rasen, dann hätten wir die Finanzkrise wohl längst hinter uns gelassen, oder?

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Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Ich erinnere mich jedenfalls noch daran, dass die AKW-Bewegung, aus der die Grünen schließlich hervorgingen, gerade in den Anfangszeiten Recht und Gesetz nicht nur einmal überschritten und teils alles andere als gewaltfrei vorgingen. Dass der einstige deutsche Außenminister Joschka Fischer Steine auf Politzisten warf, wovon die friedlich für unsere Grundwerte einstehenden friedlichen und freundlichen Occupy Camp Besitzer nun wirklich meilenweit entfernt waren, ist wohl auch schon vergessen.

Ich nenne das Vorgehen deshalb spießig und engstirnig, unangemessen und eines demokratischen Rechtsstaats unwürdig, Herr Übergangsbürgermeister Todeskino!!! Hättet Ihr alle einmal besser in der Vergangenheit auf die Landesbank aufgepasst, welche die Steuerbürger des armen und hochverschuldeten Schleswig-Holstein mit Milliardensummen retten mussten. Statt später Leute - wie auch mich-  deren Fahrzeuge in den Schlaglöchern Schaden nahmen, in einer Art abzuspeisen, die mancher wohl als Stadt-lichen Betrug bezeichnen könnte. Wobei der Vorgänger und jetzige Ministerpräsident Albig ja Bildung und Schlaglöcher in eine Art Konkurrenzverhältnis stellte. Auch eine politische Aussage, der wohl viel politisches Versagen vorausgegangen sein muss, oder? Weswegen wir jetzt laut Albig so viele gestohlene Bankdaten, wie wir kriegen, aufkaufen und damit zu Straftaten aufrufen müssen. Das sagt schon alles. Ob das aber die Lösung unserer wirklichen Probleme ist?

Also, die Botschaft ist klar. Man darf in Europa zusammen mit Goldman Sachs, wie es Griechenland getan hat, trotz Eurostat-Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten bescheißen und sich folgenlos in die Eurozone mogeln und dort bleiben, wenn es auffliegt und man da gar nicht reinpasst, man darf als Bank gegen die eigenen Kunden wetten und damit betrügen, man darf die Statuten zur Bad Notenbank EZB brechen, eine Regierung darf guten Gewissens sogar gegen die Verfassung verstoßen, aber eines darf man nicht:

Für einen guten Zweck und Werte, nämlich eine bessere Finanzwelt und eine bessere Zukunft gewaltlos protestieren und dabei die unglaubliche Rechtsverletzung der Inbesitznahme des uns allen gehörenden öffentlichen Raums auf Zeit begehen.



Das ist, da müssen Sie mir wirklich recht geben, eine verrückte und etwas verzerrte Welt.

Ich bin für die Einhaltung von Recht und Gesetz. Wie jeder vernünftige Bürger und Demokrat. Das gilt dann aber für alle. Die derzeit in Berlin, Brüssel und dem traurigen Kiel aufgeführte, an Orwells „Farm der Tiere“ erinnernde Schmierenkomödie mit dem Titel „Alle sind gleich, aber manche sind gleicher“ machen wir von Globalyze und ich persönlich nicht mit. Ich distanziere mich davon ausdrücklich, wie auch von der Räumung des Occupy Camps in Kiel. Meinetwegen hätten die bleiben dürfen. Weil die auch meine Grundwerte hoch gehalten haben, so unterschiedlich wir wahrscheinlich in manchen konkreten Ansichten sind. Dass etwas gegen diese versaute Finanzwelt und gegen die fortschreitende Sozialisierung der Banken- und Versicherungsverluste und schlecht wirtschaftender Staaten und Regierungen in Europa zu Lasten der Bürger unternommen werden muss, diesbezüglich passt kein Blatt Papier zwischen jene und mich. Und wenn wir dann mal so weit sind, dass wir diese Probleme angegangen sind und halbwegs den Weg der Lösung beschritten haben, können wir in einer Ratssitzung dieser größtenteils aus kleinkarierten Spießern zusammengesetzten Kieler Ratsversammlung darüber diskutieren, ob

„Rasen betreten verboten!“

ein so hohes, mit Hundertschaften zu verteidigendes Rechtsgut ist

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und stets hohe Renditen.

Ihr Norbert Lohrke

Globalyze
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Über den Autor
 
Autor: Norbert Lohrke Norbert Lohrke,
Globalyze Invest AG

Diplom-Volkswirt Norbert Lohrke betreibt seit 2004 www.globalyze.de mit seiner einzigartigen voll-automatisierten fundamentalen Aktienauswahl. Daraus resultieren renditeträchtige Produkte wie Top10 Plus, Top Flop und Value Börsenbrief. Nicht zuletzt wegen seiner Erfahrungen aus Wirtschaftsprüfung und Bewertung sowie seiner kritischen Betrachtungsweise ist der Investmentprofi einer der meistgelesenen Wirtschaftsautoren im deutschsprachigen Raum. Sein Slogan? „Rendite ist kein Zufall“

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