China im Jahr des Pferdes



08:22 06.02.14

Am 31. Januar haben in China die Paarhufer das Regiment übernommen, das Jahr des Pferdes hat begonnen. Grund genug, sich erneut mit dem nach Meinung vieler Analysten unterbewerteten Aktienmarkt zu beschäftigen. Die Fondsgesellschaft Fidelity sieht China passend zu ihrem Jahr des Pferdes ökonomisch auf Trab kommen. Fast 11 Prozent Wachstum beim Binnenkonsum sollen es sein, insgesamt geht man von hohen 7,7 Prozent aus. Da China einer der weltweiten Motoren ist, würden sich darüber sicher auch Rohstofflieferanten wie Australien freuen. Wo aber soll das Wachstum überhaupt herkommen?

Analyst Raymond Ma schätzt, dass sich das Wachstum der “Neuen China”-Sektoren beschleunigen wird. Das sind alle die Branchen, die von der im November 2013 beschlossenen Reformagenda unmittelbar profitieren. Deren wesentliche Ziele werden in diesem Jahr erstmals aus der Rhetorik in die Praxis überführt: Insbesondere ein Rückzug des Staates aus der Marktwirtschaft und somit eine liberalere Preisgestaltung und die Stärkung des Privatkonsums. Dadurch soll sich die chinesische Wirtschaft von einer export- zu einer konsumgetriebenen Volkswirtschaft entwickeln. Zwar wird die Umsetzung der Pläne mehrere Jahre dauern und sich das Investitions- und Exportwachstum in nächster Zeit abschwächen. Dennoch dürfte die Wirtschaft 2014 stabil mit 7,5 bis 7,7 Prozent wachsen. Der Binnenkonsum sollte real um neun bis zehn Prozent zulegen, ausgehend von einer niedrigen Basis in 2013 und unterstützt durch eine robuste Beschäftigungssituation, steigende Löhne und Wohlstandseffekte aufgrund höherer Immobilienpreise.

Broker gern gesehen

Zu seinen Favoriten für 2014 zählen Versicherer sowie ausgewählte chinesische Brokerfirmen. Während Versicherungen von der geplanten Reform des Pensionssystems profitieren könnten – was mittel- bis langfristig zu vermehrten Abschlüssen von Lebensversicherungen führen dürfte – sollte Brokern die geplante Finanzreform zugutekommen. Aber auch erneuerbare Energien und Firmen aus dem Bereich der neuen Medien in einem stark wachsenden Mobil- und Smartphone-Markt können Profiteure der Reformpolitik sein.



Schon 2013 zahlte es sich aus, auf den strukturellen Trend des zunehmenden Binnenkonsums, also des “Neuen China”, zu setzen. So konnte man mit dem Fidelity China Consumer Fund den MSCI China Index um 23,9 Prozentpunkte schlagen. Der Index stieg 2013 um 3,6 Prozent, der Fonds legte um 27,5 Prozent zu. Maßgeblichen Anteil an der Outperformance hatten gezielte Konsuminvestments in Casinobetreiber aus Macau wie Galaxy Entertainment, Sands China oder SJM sowie in Technologiefirmen wie Tencent oder Kingsoft.

Vorsicht ist jedoch nach wie vor bei Banken sowie im Telekommunikationsbereich angebracht. Bei Letzterem dürften Erträge und künftiges Wachstum unter der geplanten Liberalisierung dieses Marktes leiden. Im aktuellen Umfeld, in dem der Markt maßgeblich von dem Entzug von Liquidität vor allem durch die US-Notenbank beeinflusst wird, bevorzugt der Analyst Unternehmen, die hohe Cashflows erwirtschaften und starke Bilanzen sowie hohe Netto-Cash-Positionen vorweisen können.

Investierbar ist China aber nicht nur mit Fonds, sondern passiv mit ETFs. Zu diesen ETFs zählt zum Beispiel der DB X-Trackers FTSE China 25 ETF, der eng am Index hängt und in den letzten Jahren seitwärts tendierte. Lyxor bietet das Papier auf den China Enterprise, doch auch dort muss es erst einmal nach Jahren seitwärts dann nach oben gehen.

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Über den Autor
 
Autor: Feingold-Research Feingold-Research
Die beiden ehemaligen FTD- und Börse Online-Redakteure Benjamin Feingold und Daniel Saurenz haben zusammen das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort stellen die beiden Kapitalmarktexperten und Journalisten ihre Marktmeinung, Perspektiven und Strategien inklusive konkrete Produktempfehlungen vor. In zwei Musterdepots werden die eigenen Strategien mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert (feingold-research.com).

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