Die Uhr tickt



14:18 02.10.14

Die Angst vor einer Rückkehr der Euro-Krise geht um. Die Konjunkturdaten aus dem Währungsgebiet verdüstern sich. So ist der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im September auf den tiefsten Stand seit Juli 2013 gefallen und signalisiert eine Stagnation. Etwas besser sieht es für den Service-Sektor aus, aber auch hier trübt sich die Stimmung ein. Die Probleme treffen zunehmend die Mitte der Euro-Zone: Zuletzt haben Frankreich und Italien ihre Wachstumsprognosen gesenkt, dafür soll die Neuverschuldung deutlich höher ausfallen als bislang befürchtet.

Neue Turbulenzen?

Müssen Anleger in Anbetracht dieser Entwicklung mit ähnlichen Turbulenzen rechnen wie während der Finanzkrise 2008? Vorerst wahrscheinlich nicht, denn Mario Draghi hat unmissverständlich erklärt, dass er alles tun wird, um eine Destabilisierung des Währungsgebiets zu verhindern. Notfalls würde er wohl auch massiv Anleihen von Krisenstaaten aufkaufen. Bislang trauen ihm die Märkte zu, Schlimmeres zu verhindern: Trotz verschlechterter Schuldensituation verharren die Anleiherenditen von Frankreich und Italien auf Rekordtiefs. Hoffnung macht zudem der Einbruch beim Euro. Auch wenn eine schwache Währung langfristig am Wohlstand von Nationen nagt, kurzfristig erhöht er die Wettbewerbsfähigkeit.



Lehren gezogen

Auch die Geldhäuser scheinen die Lehren aus der Finanzkrise gezogen zu haben - zumindest in Deutschland. Altlasten wurden beseitigt, die Bilanzsummen reduziert und gleichzeitig frische Gelder eingeworben. Die Eigenkapitalquoten der Deutschen Bank und der Commerzbank haben sich von ihrem Tief dadurch mehr als verdoppelt (siehe dazu auch den Chart auf Seite 2). Es gibt also Hoffnung, dass eine Rückkehr der Krise vorerst verhindert werden kann. Langfristig sind Strukturreformen in den Krisenländern aber unumgänglich - und die Uhr tickt.


In diesem Sinne

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Über den Autor
 
Autor: Wolfgang Braun Wolfgang Braun,
Aktien-Strategie

Wolfgang Braun ist Chefredakteur der Aktien-Strategie (früher Global Performance). Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. So schaffte das Wachstumswerte-Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von rund 15 Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes sowie die Finanzkrise 2008 fällt. Weitere Informationen unter www.aktien-strategie.de

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